Kohleausstieg

Kohleausstieg : Geld für Strukturwandel in Mansfeld-Südharz

Amsdorf/Sangerhausen - Wie bewältigt man den mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung einhergehenden Strukturwandel? Und wo ist das dafür gedachte Geld am besten aufgehoben? Nach der Forderung aus dem Burgenlandkreis, sich bei der Finanzierung von Maßnahmen auf die dortige Region zu konzentrieren, hat sich Finanzminister André Schröder (CDU) in die Debatte eingeschaltet. Es sei die Haltung der Landesregierung, dass nicht nur ein Landkreis von Hilfen profitieren wird, sagte er der MZ. „Geld fürs Revier heißt auch: Geld für Mansfeld-Südharz“, so ...

Von Fabian Wagener 05.02.2019, 10:54

Wie bewältigt man den mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung einhergehenden Strukturwandel? Und wo ist das dafür gedachte Geld am besten aufgehoben? Nach der Forderung aus dem Burgenlandkreis, sich bei der Finanzierung von Maßnahmen auf die dortige Region zu konzentrieren, hat sich Finanzminister André Schröder (CDU) in die Debatte eingeschaltet. Es sei die Haltung der Landesregierung, dass nicht nur ein Landkreis von Hilfen profitieren wird, sagte er der MZ. „Geld fürs Revier heißt auch: Geld für Mansfeld-Südharz“, so Schröder.

Projekt zur Strukturentwicklung

Hintergrund der Äußerung ist die Kritik des SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Erben aus dem Burgenlandkreis. Erben hatte den Maßnahmenkatalog bemängelt, der dem von der Kohlekommission vorgelegten Abschlussbericht angefügt ist. Darin sind mehr als 100 unverbindliche Projektvorschläge zur „Strukturentwicklung“ in Sachsen-Anhalt aufgelistet, darunter beispielsweise der Bau einer Ausstellungshalle im Europa-Rosarium in Sangerhausen. Für Erben aber gehört das Geld für den Strukturwandel in den Burgenlandkreis und dort zuerst in die Altkreise Hohenmölsen und Zeitz. „Das Geld ist weder dafür da, das Rosarium in Sangerhausen zu verschönern, noch, den Naumburger Dom aufzuhübschen“, sagte er.

Unterstützung für Mansfeld-Südharz

Finanzminister Schröder, selbst gebürtiger Sangerhäuser, will das so nicht stehen lassen. „Der Bericht der Kohlekommission enthält mit seinen Empfehlungen große Chancen“, sagte er. Er wolle „ausdrücklich“ darauf hinweisen, dass „die Modalitäten möglicher Hilfen und damit die einzelnen Projekte in keiner Weise feststehen“. Es sei viel zu früh, um etwas über die Umsetzung einzelner Maßnahmen zu sagen. Klar sei allerdings, dass auch Mansfeld-Südharz Unterstützung erhalten müsse, da es ebenfalls von dem Strukturwandel betroffen sei - in gewisser Weise sogar doppelt, so Schröder, der in diesem Zusammenhang auf das Ende des Kupferschieferbergbaus verwies.

Romonta begrüßt Vorschlag aus Magdeburg

Zum Kommissionsbericht äußerte sich auch Rena Eichhardt, Vorstand bei Romonta, wo aus Braunkohle aus dem Tagebau in Amsdorf Montanwachs gewonnen wird. Bei dem Bericht handele es sich um einen Kompromiss vieler Beteiligter, sagte sie.

Das Traditionsunternehmen Romonta ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Erzeuger von Rohmontanwachs. Das Wachs kommt in unterschiedlichen Produkten zum Einsatz, etwa bei Schuhcremes, Schmierstoffen, Polituren, aber auch in Bereichen wie dem Gießereiwesen, in der Kosmetik- oder Asphaltindustrie. Das Wachs wird aus der bitumenreichen Braunkohle des unternehmenseigenen Tagebaus in Amsdorf gewonnen. Romonta ist überdies im Bereich der Abfallentsorgung tätig. Außerdem erzeugt Romonta Strom, in dem Braunkohlerückstände in einem Kraftwerk verbrannt werden. Das Unternehmen beschäftigt etwa 380 Mitarbeiter und gehört zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region.

Politisch sei das „eine gute Grundlage“. Der Bericht sage allerdings nicht viel zur Zukunft der stofflichen Nutzung der Kohle, also zur Nutzung jenseits der Verstromung. „Ich sehe Braunkohle als Rohstoff, nicht allein als Energieträger“, sagte Eichhardt. Der Strukturwandel müsse nun gemeinsam mit der Landesregierung begleitet werden.

(mz)