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Fußball: Alemania Riestedt hofft weiterhin auf die Partie gegen den HFC

Riestedt - Fußball: Alemania Riestedt hofft weiterhin auf die Partie gegen den HFC

Von Ralf Kandel
Im Pokalendspiel gegen Romonta Stedten (blau) zeigte Riestedts Torhüter Benjamin Heine eine sehr gute Leistung.

Den 4. Oktober des Jahres 2020 wird Benjamin Heine so schnell nicht vergessen. Vor mehr als 200 Zuschauern brachte der Torhüter der Kreisoberligisten Alemania Riestedt die Angreifer des Landesligisten Romonta Stedten mit seinen Paraden fast zur Verzweiflung. Am Ende allerdings verlor Riestedt 2:3, Lob gab es trotzdem reichlich für den Keeper des Außenseiters.

Knapp zwei Monate später lacht der 31-Jährige bei der Frage, ob er gegen Stedten das „Spiel seines Lebens“ gemacht hat. Dann antwortet er: „Nein, das hab ich mir für den HFC aufgehoben.“

Noch kein Termin für das Spiel gegen den HFC

Kein Zweifel, seitdem die Riestedter den Drittligisten aus der Saalestadt als Kontrahenten im DFB-Landespokal Sachsen-Anhalt zugelost bekommen haben, „spukt“ das Duell gegen scheinbar übermächtigen Gegner natürlich in den Köpfen der Spieler und Fans. Dabei lacht Heine laut: „Ich habe es irgendwie geahnt. Schon vor der Auslosung habe ich zu meinen Arbeitskollegen gesagt, dass wir garantiert den HFC erwischen. So ist es ja dann auch gekommen. “

Angesichts der Corona-Krise und der damit verbundenen Unsicherheit geht bei Heine und den Riestedtern, auch wenn sie es nicht offen zugeben, ein wenig die Angst um, dass das Spiel nicht zur Austragung kommt. Das verkaufte Halbfinale der letztjährigen Saison zwischen Lüttchendorf und Haldensleben ist ihnen irgendwie da ein warnendes Beispiel. „Ich hoffe natürlich, dass das Spiel gegen den HFC stattfindet. Es wäre doch für uns alle das Spiel des Lebens“, so der Keeper. Und fügt hinzu: „Wenn das Spiel abgesagt würde, wäre das für uns alle mehr als ärgerlich.“

Benjamin Heine: „Wenns knallt, dann knallts eben“

Dabei: Angst, dass ihm der Drittligist die „Bude“ vollhaut, hat Heine nicht. „Warum sollte ich Angst haben, ich freue mich nur auf das Spiel“, sagt er. Und hat einen Vergleich parat. „Ich weiß, dass Roßla vor zwei Jahren 16 Gegentreffer kassiert hat. Ein Tor weniger zu fassen ist das Ziel, das ich mir stelle.“ Ohnehin geht der Keeper das Ganze gelassen an: „Wenns knallt, dann knallts eben. Realistisch gesehen geht das Spiel ziemlich hoch aus.“

Zur Zeit allerdings plagen sich die Riestedter doch mit einigen Abwehrproblemen herum. Der Aufsteiger ist Tabellen-Schlusslicht in der Kreisoberliga Mansfeld-Südharz. 22 Gegentreffer hat Benjamin Heine, der in allen sechs Partien zwischen den Pfosten stand, schon kassiert. Übertriebene Sorgen um die Stabilität der Hintermannschaft macht er sich nicht, sondern geht vielmehr auf die Suche nach den Ursachen. „Wir hatten zuletzt viele Verletzte, immer wieder haben wir die Abwehr umgebaut. Da sind Gegentore doch normal. Außerdem sind wir ja auch ein Aufsteiger, mehr als der Klassenerhalt ist für uns doch sowieso nicht drin.“

Premiere für den Keeper

Der Klassenerhalt und eben das HFC-Spiel sollen den unverkennbaren Aufwärtstrend des Riestedter Fußballs eindrucksvoll unter Beweis stellen. „Man hat gesehen, was wir gegen Stedten geleistet haben. Mit etwas mehr Glück, war da sogar noch mehr drin. Daran wollen wir jetzt auch gegen Halle anknüpfen“, sagt Heine. Und macht sich und seinen Mitspielern Mut. „Wir gehen mit Respekt, ohne Angst aber mit jeder Menge Vorfreude in das Spiel. Mit Angst und Nervosität hast Du keine Chance, dann geht meist viel zu viel schief“, so sein Motto vor dem Spiel gegen die Hallenser, wann auch immer das Pokal-Duell über die Bühne gehen wird.

Eine Premiere hält das Pokalspiel gegen den Drittligisten für den Riestedter Keeper dann ohnehin bereit. „Ich bin Dortmund-Fan und war da auch schon im Stadion. Den HFC habe ich noch nie live spielen sehen“, sagt Heine und hofft, dass sich daran spätestens im Frühjahr 2021 etwas ändert. Dann will der Alemania-Schlussmann bereit sein für das „Spiel seines Lebens.“ (mz)