100 Tage Stadtwehrleiter

Welche Projekte Steffen Bornemann in Thale angeschoben hat

Die größten Baustellen bei der Feuerwehr Thale verortet Bornemann in den Bereichen Ausbildung, Bürokratieabbau und Mitgliedergewinnung.

Von Benjamin Richter
Stadtwehrleiter Steffen Bornemann behält im Gerätehaus alle Einsätze im Blick und weiß, welche Fahrzeuge vor Ort sind.
Stadtwehrleiter Steffen Bornemann behält im Gerätehaus alle Einsätze im Blick und weiß, welche Fahrzeuge vor Ort sind. (Foto: B. Richter)

Thale/MZ - Wenn Steffen Bornemann sagt: „Wir wollen nicht nur den Ist-Zustand verwalten“, dann nimmt man dem 47-Jährigen ab, dass er es auch so meint. Seit April ist er Stadtwehrleiter der Feuerwehr Thale - und somit seit reichlich 100 Tagen im Amt.

In dieser Zeit, legt er dar, seien schon einige Projekte angeschoben und viele Gespräche geführt worden - auch wenn die fest geplanten Treffen mit allen zehn Ortswehren erst ab Juni möglich waren. „Inzwischen sind nur noch zwei offen“, sagt Bornemann, der aus den Gesprächen mit den Bürgermeistern Frank Hirschelmann - bis Mai - und Maik Zedschack (CDU) positive Bilanz zieht.

Die größten Baustellen bei der Feuerwehr Thale verortet Bornemann in den Bereichen Ausbildung, Bürokratieabbau und Mitgliedergewinnung. In einer Software alle Personaldaten sowie Details zu Bekleidung, Ausrüstung und Fahrzeugen zu vereinen, sei einer der größten Schritte gewesen, die die neue Stadtwehrleitung bislang habe erreichen können.

Software vereint Personaldaten sowie Details zu Bekleidung, Ausrüstung, Fahrzeugen

Bis Jahresende, kündigt Bornemann an, solle der Verwaltungsprozess für die Ortswehren weiter vereinfacht werden. Parallel dazu soll eine Werbekampagne mit Bannern, Flyern und vielem mehr anlaufen, um die Feuerwehr in der Stadt präsenter zu machen und Quereinsteiger als Kameraden zu akquirieren. „Wir brauchen jeden einzelnen“, sagt Bornemann.

Quereinsteiger war der in der Versicherungsbranche als Spezialist für betriebliche Altersvorsorge Angestellte indes selbst, als er sich 2014 der Thalenser Feuerwehr anschloss. Anfang der 1990er Jahre hatte Bornemann den THW-Ortsverband Quedlinburg mit aufgebaut und war danach über zwei Jahrzehnte für die Helfer in den markanten blauen Fahrzeugen im Einsatz gewesen.

2011 zog er von Quedlinburg nach Thale, wohnt heute mit seiner Frau und den zwei Kindern lediglich 50 Meter vom Gerätehaus entfernt. Nach dem Austritt aus dem THW habe es nahegelegen, sich den Kameraden anzuschließen, von denen er viele schon aus Jahrzehnten der Einsatztätigkeit gekannt habe, gibt Bornemann zu bedenken, der beim Hochwasser 1994 zum ersten Mal das Depot betreten habe.

Beim THW habe er sich das Handwerkszeug angeeignet, was das Führen von Einsätzen anbelange, blickt der neue Stadtwehrleiter zurück, der seit zwei Jahren bereits als Stellvertreter seiner Vorgänger Rainer Braune und Andreas Koch fungierte.

„Ich weiß, wie heiß Feuer ist, und ich weiß, wie man es ausmacht“, erklärt Bornemann. Genauso klar sei ihm jedoch auch, dass man 253 Einsatzkräfte plus 125 Kinder und Jugendliche - auf deren Ausbildung Bornemann seit jeher einen Schwerpunkt legt - nicht allein führen könne. Da gebe es Dinge, die müsse man zusammen durchstehen, betont der Stadtwehrleiter und hat dabei seine beiden Stellvertreter Sven Bauer und Markus Kammerer im Blick.