„Haus der kleinen Forscher“

Warum das „Spatzennest“ in Ballenstedt ein besonderes Haus ist

Fotoprojekt und Roboterkurs, „Waldfüchse“ und Regenwurm-Beobachtung: Zahlreiche Unternehmen aus der Region unterstützen.

Von Rita Kunze 13.10.2021, 16:00
Kleine Forscher musikalisch: Die Kinder vom Ballenstedter „Spatzennest“ bringen zur Feier des Tages ein Ständchen.
Kleine Forscher musikalisch: Die Kinder vom Ballenstedter „Spatzennest“ bringen zur Feier des Tages ein Ständchen. Foto: D. Heydecke

Ballenstedt/MZ - Wie werden aus Kaulquappen eigentlich Frösche? Und wie wachsen Schnecken, wie bekommen sie ihr Haus? Wie entsteht eine Mülldeponie? Fragen, mit denen sich die Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte „Spatzennest“ in der Ballenstedter Allee beschäftigt haben.

Nicht nur theoretisch: Die Kaulquappen sind einem heimischen Teich entnommen und in einem eigens hergerichteten Terrarium in der Kita genau beobachtet worden. Nach ihrer Metamorphose wurden die Frösche zurück an den Teich gebracht, sagt Einrichtungsleiterin Anja Fichtner, die am Dienstag besonderen Grund zur Freude hatte:

Die städtische Kita darf sich jetzt offiziell „Haus der kleinen Forscher“ nennen. Zwei Jahre ist das Zertifikat der gleichnamigen Stiftung gültig, auf das in Ballenstedt mehrere jahrelang hingearbeitet wurde.

Sich „Haus der kleinen Forscher“ nennen zu dürfen und dies auch mit einer Plakette am Haus nach außen hin zu dokumentieren, ist der Einrichtung wichtig: „Das zeigt, dass wir mit den Kindern gute pädagogische Arbeit leisten, den Fragen der Kinder nachgehen und ihre Kompetenzen stärken“, sagt Anja Fichtner.

Dass die Stiftung bundesweit tätig sei und viele Einrichtungen an ihrer Zertifizierung arbeiteten, zeige, wie wichtig ihnen frühkindliche Bildung sei. Das hätten auch die Kooperationspartner erkannt, mit denen die Ballenstedter zusammenarbeiten.

„Kinder sind immer von sich aus wissbegierig und bringen Lernfreude mit. Sie wollen lernen und saugen alles auf wie ein Schwamm.“

Neben dem Halberstädter Hobbyfotografen Wilfried Lassak, der die Kinder an die Fotografie heranführt, stehen auch die Jagdgruppe Ballenstedt, der Schloss- und Schlossparkverein und der Humanas-Wohnpark der Kindereinrichtung unterstützend zur Seite. Die Humanas GmbH hat unter anderem bei der Einrichtung einer Bibliothek geholfen und einen Gutschein für ein Wurzel- und Regenwurm-Beobachtungsset beigesteuert – neuer Stoff zum Forschen.

Die Firma Novelis biete altersgerechte Roboterkurse an. „Kinder sind immer von sich aus wissbegierig und bringen Lernfreude mit. Sie wollen lernen und saugen alles auf wie ein Schwamm“, sagt sie.

Geforscht wird in der Allee aber nicht wild durcheinander; ein Jahresplan gibt den roten Faden vor, an dem verschiedene Projekte aufgereiht sind: Das Fotoprojekt wird im Frühjahr fortgesetzt, beim „Waldfuchs“-Projekt orientiert man sich an den Jahreszeiten und will nun mit den Kindern erkunden, wie Tiere im Winter leben. „Wir begleiten die Kinder in ihren Fragen, wir geben nichts vor“, erklärt die Einrichtungsleiterin.

Um als „Haus der kleinen Forscher“ zu gelten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Neben den Projekten sind dies auch Fortbildungen für die Erzieherinnen und die Ausstattung der Kita selbst.