Fußball-Camp von RB Leipzig

Fußball-Feriencamp von RB Leipzig beim Quedlinburger SV: Fünf Tage Training unter Anleitung von Profis

Quedlinburg - 59 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren trainieren auf dem Sportplatz des Quedlinburger SV.

Von Benjamin Richter 25.07.2018, 08:23

In Reih und Glied sitzen 59 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren auf dem Sportplatz des Quedlinburger SV und wärmen sich auf. Nanu, aufwärmen im Sitzen? Wie geht das denn?

Ganz einfach mit den Fragen, die Campleiter René Köcher gut hörbar über den Rasen ruft. Denn vor dem körperlichen ist beim Fußball-Feriencamp des Bundesligisten RB Leipzig das geistige Warmmachen angesagt.

Beim Quiz müssen Fragen zu RB Leipzig beantwortet werden

„Wann wurde RB gegründet?“ - „Welcher Trainer führte unseren Verein von der dritten in die zweite Liga?“ - „Wer schoss das erste Bundesligator für RB Leipzig?“ Bei dem Quiz punktet, wer den Veranstalter des Trainingslagers gut kennt.

Und das sind nicht wenige: Gleich aus mehreren Kehlen sind die richtigen Antworten „2009“, „Alexander Zorniger“ und „Naby Keita“ zu hören. Die jungen Kicker sichern sich Punkte für ihr Team.

Gleichzeitig teilen die fünf Betreuer bei der Fragerunde die Teilnehmer in etwa gleich starke Teams ein. Gleich darauf folgt der Höhepunkt des ersten Camptags: das Timo-Werner-Knipser-Turnier.

Nach Seitenaus gibt es einen direkten Freistoß

Hier wird deutlich, dass das Ferienlager den jungen Fußballern vor allem eines bringen soll: Spaß. Die Regeln auf dem mit Hütchen abgesteckten Platz, der etwa so groß ist wie der Strafraum des großen Feldes, sorgen für erhöhte Torgefahr:

Fliegt der Ball ins Aus, folgt von der Stelle ein direkter Freistoß aufs gegnerische Tor. Nach einem Foul, das eigentlich mit einem Freistoß geahndet würde, darf die Mannschaft einen Neunmeter schießen.

„Tore schießen, Tore schießen, Tore schießen!“

„Ich will, dass ihr jetzt vor allem eines macht: Tore schießen, Tore schießen, Tore schießen!“, feuert Köcher die Nachwuchskicker an und lässt die ersten beiden von sechs Teams auf den Platz stürmen. Zwei weitere spielen auf einem kleinen Feld auf der anderen Seite des Stadions, die anderen beiden haben im Schatten Pause.

„Bei der Hitze ist es wichtig, dass die Kids nicht in der prallen Sonne hocken“, erklärt Köcher. Auch über den Tag hinweg dürfen sie mehr Pausen einlegen als sonst, auch die sonst einstündige Mittagspause wurde am Montag um eine Viertelstunde verlängert.

Jeden Tag ein anderes Turnier

Jeden Nachmittag steht bei dem Feriencamp, das noch bis Freitag geht, ein anderes Turnier auf dem Programm. „Aus Erfahrung kann man sagen, dass sich die Jungs und Mädels bei diesen Spaßwettbewerben immer besonders ins Zeug legen“, erklärt der Campleiter.

Beim RBL-Cup etwa gibt es drei Ligen, aus denen die jungen Kicker mit ihren Teams auf- und absteigen können. „Am Ende wird dann nach Punkten gewertet, sodass man auch mit einem Sieg in der untersten Liga seine Chancen erhöhen kann, das Turnier zu gewinnen.“

An den letzten beiden Tagen tragen die Nachwuchsfußballer eine WM aus - am Donnerstag spielen sie die Gruppenphase und am Freitag machen die Teams, die besser abgeschnitten haben, in der K.o.-Runde der WM weiter und die, die am Donnerstag weniger Glück hatten, spielen um den EM-Titel.

Das Team Yussuf Poulsen ist auf dem kleinen Platz früh in Führung gegangen. Auch die anderen Teams sind nach Spielern des RB Leipzig benannt. „Ich wäre lieber ins Team Timo Werner gekommen“, sagt die zwölfjährige Anna aus Wienrode.

„Timo Werner ist mein allerliebster Spieler auf der Welt“

„Timo Werner ist mein allerliebster Spieler auf der Welt.“ Die Jugendspielerin des SV Stahl Thale freut sich darauf, ihre Technik im Lauf der Woche weiter zu verbessern.

139 Euro zahlen die Nachwuchskicker oder ihre Eltern für das fünftägige Camp. Für das Geld erhalten sie eine Trainingsausstattung mit Trikot, Hose und Stutzen sowie jeden Tag ein Mittagessen, Vesper und Getränke.

Fünf Tage Training mit Verpflegung

Von noch weiter her als der Bundesligist sind die Großeltern von Santino Jandik angereist, aus Chemnitz nämlich. Sie vertreten die berufstätigen Eltern des Jugendtorwarts des SV Union Salzgitter. „Unser Enkel ist viel bei solchen Trainingslagern unterwegs“, erklärt Joachim Jandik. „In den letzten Jahren war er schon bei Hannover 96 und beim VfL Wolfsburg.“

Und warum hat sich der große RB Leipzig den Quedlinburger SV für sein Camp ausgeguckt? „Wir sind immer auf der Suche nach regionalen Partnern“, sagt Köcher. „Der erste Eindruck ist gut.“ (mz)