Bürgermeisterwahl in Harzgerode

Bürgermeisterwahl in Harzgerode: Michael Hoffmann will bürgerfreundlichere Stadt

Harzgerode - Seine berufliche Tätigkeit als Elektroinstallateur führt Michael Hoffmann sowohl in Unternehmen als auch in Privathaushalte in Orten der Einheitsgemeinde Stadt Harzgerode. Dabei, so sagt der 30-Jährige, komme er auch mit den Bürgern ins Gespräch. „Da ist Unzufriedenheit. Die Bürger, vor allem in den umliegenden Orten, fühlen sich verlassen, Vereine und Feuerwehren vernachlässigt“, sagt der ...

Von Petra Korn 18.10.2016, 10:11

Seine berufliche Tätigkeit als Elektroinstallateur führt Michael Hoffmann sowohl in Unternehmen als auch in Privathaushalte in Orten der Einheitsgemeinde Stadt Harzgerode. Dabei, so sagt der 30-Jährige, komme er auch mit den Bürgern ins Gespräch. „Da ist Unzufriedenheit. Die Bürger, vor allem in den umliegenden Orten, fühlen sich verlassen, Vereine und Feuerwehren vernachlässigt“, sagt der Harzgeröder.

Auch ihm selbst würden viele Dinge nicht gefallen, von Glasscherben zerschlagener Flaschen auf dem Spielplatz im Stadtpark Harzgerode bis hin zur Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern, die nicht funktioniere, so Hoffmann. Doch nur meckern, bringe nichts, sagt er. „Ich will nicht mehr meckern, ich will es selber besser machen.“ Deshalb bewirbt er sich um das Amt des Bürgermeisters in der Stadt Harzgerode.

Michael Hoffmann ist in Halle/Saale geboren. Als er 13 Jahre alt war, zog die Familie zunächst nach Neudorf, später nach Harzgerode. Nach dem Schulabschluss an der Sekundarschule absolvierte er eine Ausbildung bei einem Elektrobetrieb in Harzgerode, bei dem der 30-Jährige bis heute tätig ist.

Die Begeisterung für seinen Beruf reicht dabei bis in die Freizeit: „Ich bin leidenschaftlicher Messegänger“, sagt er. Er besuche Fachmessen, um dort Neues selbst sehen und ausprobieren zu können. Politisch habe er sich bislang nicht engagiert, sei aber immer interessiert gewesen, sagt Michael Hoffmann, der betont, parteilos zu sein.

Topf richtig aufteilen

„Die Stadt muss bürgerfreundlicher werden“, benennt er eines seiner Hauptziele. Dafür will er eng mit den Ortsbürgermeistern zusammenarbeiten. „Sie sind die ersten Ansprechpartner in den Orten, die Anliegen der Bürger entgegennehmen und weiterleiten.“ Entscheidungen und Beschlüsse müssten „verständlich“ kommuniziert werden, die Bürger nachvollziehen können, wohin das Geld gehe - und alle Ortsteile müssten berücksichtigt werden. „Wir müssen als Einheitsgemeinde zusammenhalten. Der Topf muss so aufgeteilt werden, dass jeder etwas bekommt“, sagt Hoffmann.

Bezüglich der Finanzen der Stadt zieht der 30-Jährige, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, eine Parallele zur Haushaltsführung in der Familie. „Man hat ein gewisses Budget, und damit muss man hinkommen. Da gehören alle Ausgaben auf den Prüfstand und müssen plausibel durchgerechnet werden.“

Michael Hoffmann möchte die Einheitsgemeinde auch zu einer Stadt mit mehr Tourismus entwickeln. Dafür will er die Geschichte der Orte, den Zusammenhang von Bergbau und der Entwicklung der Industrie stärker in den Mittelpunkt stellen. Hoffmann denkt aber auch an kostenloses WLAN für Touristen wie Bürger oder an QR-Codes an Sehenswürdigkeiten, über die Interessenten zum Beispiel durch abrufbare Filme weitere Informationen erhalten könnten. „Das könnte man gemeinsam mit regionalen Unternehmen machen“, sagt Hoffmann, der eng mit den in der Stadt ansässigen Firmen zusammenarbeiten und diese bei zu vergebenden Arbeiten „mehr mit einbinden“ möchte.

Schulen erhalten

Wichtig seien ihm aber auch der Erhalt der Schulen und die Betreuung in Kindertagesstätten. Die Kitas würde er lieber in kommunaler Hand sehen, damit Erzieher nach dem Tarif im öffentlichen Dienst bezahlt und Eltern bei Beiträgen „entlastet“ werden könnten, so Hoffmann. Hier könnten aber auch Vereinbarungen mit dem freien Träger getroffen werden. „Es gibt immer einen Weg.“

Bürgermeister der Stadt zu sein, an der Spitze der Verwaltung zu stehen, „wird schwer sein“, sagt Michael Hoffmann. „Doch ich habe mir den Hut jetzt aufgesetzt, werde den Weg weitergehen und für das, was ich will, einstehen.“ (mz)