Burg Falkenstein

Burg Falkenstein bei Pansfelde im Harz: Burggaststätte

Pansfelde - Lutz Jerusel ist Gastwirt mit Leib und Seele. Und seit nunmehr 20 Jahren schlägt sein Herz für ein ganz besonderes Lokal an einem historisch bedeutsamen Ort: das Krumme Tor auf der Burg Falkenstein.

Von Sophie Elstner

Lutz Jerusel ist Gastwirt mit Leib und Seele. Und seit nunmehr 20 Jahren schlägt sein Herz für ein ganz besonderes Lokal an einem historisch bedeutsamen Ort: das Krumme Tor auf der Burg Falkenstein.

„Vor genau 20 Jahren hat meine Frau Renate die Burggaststätte als Betreiberin übernommen“, erinnert sich Lutz Jerusel. Nach ihrem Tod blieb die Gastwirtschaft in Familienhand, die „Gartenhaus Jerusel UG“ wurde gegründet.

„Wir hatten 1998 bei der damaligen Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt ein Nutzungskonzept eingereicht. Danach bekamen wir einige Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt“, blickt Jerusel zurück. 300 000 Mark habe man damals in Küche, Sanitäranlagen und die Gestaltung des Außenbereichs investiert, der Schwerpunkt liegt bis heute auf der Versorgung der Tagesgäste, die die Burg Falkenstein besuchen.

Ritteressen ist fast immer ausgebucht

Rund zwei Jahre nach der Eröffnung der Gaststätte durch die Familie Jerusel wurde das Konzept des Ritteressens entwickelt und hat sich über die Jahre zu einem starken Geschäftsmodell des Unternehmens entwickelt. „Alles über Mundpropaganda“, wie Lutz Jerusel sagt. „Wir bewerben das gar nicht großartig.“

Was vor 18 Jahren mit drei, vier Veranstaltungen im Jahr begann, ist heute bis zum Jahresende an den Wochenenden ausgebucht. Es sei das Ambiente, das Ringsrum, das das Ritteressen auf Burg Falkenstein zu einem Publikumsmagneten mache. Im Gastraum ist Platz für 50 Personen, der Außenbereich bietet für das Ritteressen 80 Sitzplätze im Veranstaltungszelt.

Und genau dieser Außenbereich wurde in den vergangenen Monaten neu gestaltet. „Vorher gab es dort einen schlechten Boden, aus dem spitze Steine herausragten“, erinnert sich Lutz Jerusel. „Deshalb sind wir an die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt herangetreten, denn vor der Gaststätte bestand erhebliche Verletzungsgefahr.“

Diese wurde gebannt durch ein neues Pflaster, das die Firma Feickert aus Ermsleben verlegt hat und das an den historischen Boden erinnert, der im Rest des Burghofs zu finden ist. Nachdem der lange Winter die Arbeiten verzögert hatte, waren die Pflasterarbeiten Mitte April abgeschlossen. „Auch der Kiosk hatte nach 20 Jahren seine besten Zeiten hinter sich“, so Jerusel.

Deswegen wurde er durch eine Tischlerei erneuert, ebenso gab es zum Beispiel neue Tische und Bänke für das Ritteressen im Freien sowie eine behindertengerechte Toilette. Insgesamt wurden mehr als 200.000 Euro investiert, ein Teil kam von der Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt. Noch in dieser Woche sollte ein neues Geländer für die Burgzinnen die Arbeiten abrunden.

Unterstützung von Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt

Am Donnerstag, zu einer Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens mit geladenen Gästen, bekommt das „Krumme Tor“ ein besonderes Zertifikat. „Reisen für alle“ - ein Informations- und Bewertungssystem, das potenziellen Besuchern Einblick in Barrierefreiheit von Gaststätten, Museen, Hotels und anderen Objekten bietet.

„Wir schauen uns dazu die Einrichtungen an, die sich bewerben“, erklärt Manuela Fischer, die zuständige Projektmanagerin der Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG). Dabei gebe es nicht das Prädikat „bestanden“ oder „durchgefallen“. „Wir veröffentlichen die Ergebnisse auf einer Internetseite. Dort liest ein Gast, was ihn erwartet und er kann selbst entscheiden, ob er sich einen Besuch zutraut.“

Barrierefreien Zugang mit Kopfsteinpflaster bis zur Burggaststätte

Dabei werden alle Einrichtungen, die sich bewerben, mit branchenübergreifenden Qualitätsstandards bewertet, die gemeinsam mit Betroffenenverbänden ausgearbeitet worden sind. Analysiert werden zum Beispiel Kriterien, die für Menschen mit Gehbehinderung wichtig sind, aber auch für Gehörlose, Blinde oder Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. „Ganz wichtig ist, Ausflugsziele für den Gast schon im Vorfeld transparent zu machen“, sagt Manuela Fischer.

Die Kulturstiftung weist auf der Internetseite der Burg Falkenstein darauf hin, dass es einen barrierefreien Zugang mit Kopfsteinpflaster bis zur Burggaststätte und zum Burghof der Kernburg gibt. Innerhalb der Ausstellung gibt es zahlreiche Treppen und Absätze.

Mittlerweile ist das Unternehmen Jerusel nicht nur personell angewachsen, Lutz Jerusels Kinder und weitere Familienangehörige sind hier neben anderen Angestellten beschäftigt, das Hotel zum Falken, die Leinemühle und das Gartenhaus gehören auch dazu. Hier wurde erst im vergangenen Jahr der Biergarten neu gestaltet, alte Gehwegplatten und ein kaputter Zaun wurden ersetzt, dazu kam eine Außenbeleuchtung. (mz)