Seit Februar

B185 in Alexisbad: Ärger wegen Lärm und Raserei von Lastwagen und Pkw

Alexisbad/Halberstadt - Die „unerträgliche Lärmbelastung im Selketal, die seit Monaten anhält“ hat Horst Schöne in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Sitzung des Kreistages zur Sprache gebracht. Hintergrund ist die halbseitige Sperrung der Landesstraße 235 zwischen Harzgerode und Mägdesprung, die nur von Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen befahren werden darf. Wer von Mägdesprung nach Harzgerode will, der muss den Umweg über die Bundesstraße 185 durch Alexisbad ...

Von Rita Kunze 04.10.2017, 10:46
Wanderer überqueren die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 185 in Alexisbad.
Wanderer überqueren die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 185 in Alexisbad. Urheber: Chris Wohlfeld

Die „unerträgliche Lärmbelastung im Selketal, die seit Monaten anhält“ hat Horst Schöne in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Sitzung des Kreistages zur Sprache gebracht. Hintergrund ist die halbseitige Sperrung der Landesstraße 235 zwischen Harzgerode und Mägdesprung, die nur von Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen befahren werden darf. Wer von Mägdesprung nach Harzgerode will, der muss den Umweg über die Bundesstraße 185 durch Alexisbad nehmen.

„Da fährt keiner 50 Kilometer pro Stunde"

Alexisbad sei mit den meisten Übernachtungen der Haupturlauberort im Selketal, doch dieser Status werde nach und nach durch die Fahrzeuge, die Tag und Nacht durch den Ort fahren würden, beeinträchtigt. „Da fährt keiner 50. Lkw fahren mit 60, 70 km/h, und auch die Pkw dreschen durch den Ort“, sagte Schöne, der von Landrat Martin Skiebe wissen wollte, wann eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird, die Abhilfe schaffen soll.

„Seit Februar gibt es diese extreme Belastung, und jeder schiebt’s auf den anderen. Wir können das nicht länger hinnehmen“, sagte Schöne und verwies auf eine Unterschriftenaktion der eigens gegründete Bürgerinitiative Alexisbad. Die Listen wurden dem Stadtrat Harzgerode übergeben. Schöne stellt auch den Sinn der Tonnagebegrenzung auf der halbseitig gesperrten Straße in Frage. Denn die zur Benutzung hangseitig angeordnete Fahrspur sei bei ihrem Bau aus dem Fels herausgehauen worden - was könnte noch tragfähiger sein?

Landrat verweist auf Straßenbaubehörde

Skiebe antwortete, weil es sich um eine Bundesstraße handele, sei die Landesstraßenbaubehörde zuständig, außerdem sei eine Beteiligung des Landesverwaltungsamtes erforderlich. Die Ergebnisse einer Verkehrszählung und Lärmschutzermittlungen sollen an das Landesverwaltungsamt gegeben werden. Der Landkreis werde seinen Antrag so formulieren, dass unabhängig von den Daten eine Empfehlung zur Tempo-30-Zone gegeben werden könne. Zur Aufhebung der Tonnage-Begrenzung könne er keine Aussage treffen.

Im Anschluss machte Ordnungsdezernent Bernhard Petzold seinem Ärger Luft: Er finde es „unerträglich von der Landesbehörde“, dass die betroffene Kommune nicht selbst entscheiden könne, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet wird. „Da gibt es im politischen Raum noch viel Handlungsbedarf.“ (mz)