Ausstellung

Alte Schule Güntersberge: Sonderausstellung zu Maler Werner Günther

Güntersberge - 24 teils sehr großformatige Gemälde, mehrere Dutzend mit verschiedenen Motiven bemalte Gläser und Nuckelflaschen, dazu auf Holz gestaltete Bilder und sogar eines jener Taschentücher mit Motiv und Monogramm, die die Mädchen in den 80er Jahren ihren Burschen beim Tanzstundenabschlussball übergaben: In einer nicht alltäglichen Ausstellung präsentiert der Freundeskreis Alte Schule Güntersberge in dem Gebäude an der Burgstraße derzeit Arbeiten des Güntersberger Malers Werner Günther.

Von Petra Korn 05.04.2016, 09:56

24 teils sehr großformatige Gemälde, mehrere Dutzend mit verschiedenen Motiven bemalte Gläser und Nuckelflaschen, dazu auf Holz gestaltete Bilder und sogar eines jener Taschentücher mit Motiv und Monogramm, die die Mädchen in den 80er Jahren ihren Burschen beim Tanzstundenabschlussball übergaben: In einer nicht alltäglichen Ausstellung präsentiert der Freundeskreis Alte Schule Güntersberge in dem Gebäude an der Burgstraße derzeit Arbeiten des Güntersberger Malers Werner Günther.

Die Exponate sind Leihgaben der Bürger. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass noch so viele Erinnerungsstücke in den Güntersberger Haushalten vorhanden sind“, freute sich Gisela Wichmann, die älteste Tochter von Werner Günther, und bedankt sich bei allen.

Im Zweiten Weltkrieg war der 1913 in Harzgerode geborene Werner Günther schwer am Kopf verletzt worden. Durch seinen eisernen Willen überlebte der damals 30-Jährige, der sportlich sehr aktiv gewesen war, diese Verletzung. Doch sie prägte ihn: Als er nach vielen Lazarett-Aufenthalten nach Güntersberge entlassen wurde, war er rechtsseitig gelähmt, litt unter Sprachstörungen und anfangs auch epileptischen Anfällen.

Auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung begann er, mit der linken Hand zu malen. Lesezeichen und Biergläsern folgten bald Gemälde zum Beispiel mit Motiven aus dem Wald oder dem Ort - und alles war sehr gefragt. „Vieles ist zu DDR-Zeiten als Gegengeschenk in die BRD mitgenommen oder gesandt worden“, sagt Gisela Wichmann, die selbst nur ein Gemälde ihres Vaters und mehrere Gläser besitzt.

Idee gab es schon länger

Die Idee, mit den Arbeiten Werner Günthers, der 1990 starb, eine Ausstellung zu gestalten, gab es schon länger. Wolfgang Maertens vom Förderkreis, der selbst einige Stücke besitzt, brachte sie wieder ins Gespräch.

„Wir haben Flyer verteilt und angeboten, dass wir die Bilder bei den Bürgern abholen“, sagt Ortsbürgermeister Günter Wichmann (CDU), der sich freut, dass die Ausstellung nun zustande gekommen ist. „Das geht nur in einer gemeinschaftlichen Arbeit, im Miteinander.“ Die Ausstellung ist noch bis zum 9. April täglich in der Zeit von 15 bis 17 Uhr zu besichtigen. (mz)