Alexisbad im Fokus

Alexisbad im Fokus: Rufschädigende Kritik an Kurort?

Harzgerode/Alexisbad - Negativ-Schlagzeilen schaden dem Ansehen des Kurortes, meint Bürgermeister Marcus Weise - und verweist auf positive Entwicklungen.

Von Sabine Herforth 15.11.2017, 10:55

„Die Aussage, dass Alexisbad nicht zu bieten hat, ist falsch“, sagt Harzgerodes Bürgermeister Marcus Weise (CDU).

Er bezieht sich auf die Kritik von Elke und Horst Schöne, die der Stadt vorwerfen, den Erholungsort nicht ausreichend zu fördern, Einnahmen aus der Kurtaxe nicht in den Tourismusort zu investieren.

Alexisbad im Fokus: Eine völlig antiqierte Sichtweise

„Aus unserer Sicht ist es eine völlig antiquierte Sichtweise“, weist der Bürgermeister die Anschuldigungen zurück. Diese würden unterstellen, dass sich Besucher während ihres Urlaubs nur in einem Ort aufhalten.

„Vielmehr halten wir eine kostenintensive Infrastruktur vor“, so der Bürgermeister. Zu dieser zählen neben der Touristinformation das Carlswerk in Mägdesprung, das Schloss und Freibad in Harzgerode, Bibliotheken und Museen sowie öffentliche Toiletten, Wanderwege, die Finanzierung der Selketalbahn und der Harzer-Urlaubs-Tickets.

„Insgesamt zahlt die Stadt einen Zuschuss in die touristische Infrastruktur aus Steuermitteln in Höhe von knapp 400.000 Euro“, so der Bürgermeister der Einheitsgemeinde.

Alexisbad im Fokus: Brunnen gehört dem Landesforst

Die ständige öffentliche Kritik schade dem Ruf des Ortes, warnt Weise - zumal diese aus seiner Sicht nicht immer gerechtfertigt sei.

So zum Beispiel beim Thema Selkebrunnen, der nicht mehr genutzt werden darf, nachdem in einer Analyse extrem hohe Arsen-, Cadmium- sowie Nickelwerte festgestellt worden waren. Er ist Eigentum des Landesforstbetriebes.

„Die Stadt hat erhebliche Anstrengungen unternommen und intensiv mit dem Bergamt und dem Landesforst nach einer Lösung gesucht“, so Weise. Eine touristische Nutzung sei trotzdem nicht möglich gewesen.

Alexisbad im Fokus: gegen Abriss des Badehauses gekämpft

Was verlassene Gebäude im Ort angehe, verweist er auf ein Projekt, das am Widerstand - unter anderem durch Horst Schöne selbst - scheiterte. „Es sollte ein Kurpark errichtet werden“, so Weise. Gegen den dafür nötigen Abriss des Badehauses „hat er mit aller Macht gekämpft“. Sich jetzt darüber aufzuregen, sei unaufrichtig.

All das stelle den Kurstatus nicht in Frage, unterstreicht Weise. Auch eine fehlende öffentliche Toilette im Ort ändert daran nichts - auch wenn sie in der Richtlinie eigentlich eines der Kriterien ist.

Alexisbad im Fokus: Lösung für öffentliche Toilette wird angestrebt

Anders als beispielsweise Güntersberge, wurde Alexisbad bereits bei der ersten Zertifizierung als Ortsteil der Stadt Harzgerode zugeordnet. „Bei der damaligen Genehmigung war allein eine öffentliche Toilette in Harzgerode ausreichend“, begründet Weise.

„Allerdings sehen wir als Stadt ein, dass sich insbesondere in Alexisbad viele Touristen aufhalten“, führt Weise aus. Deshalb werde an einer Lösung gearbeitet. „Wir werden eine öffentliche Toilette in Alexisbad bereitstellen“, sichert er zu.

Alexisbad im Fokus: Bahnhof soll wieder aufleben

Als positives Beispiel, dass sich in dem Kurort entgegen der Behauptungen doch etwas bewegt, nennt er den Bahnhof.

In Zusammenarbeit mit der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) soll das Gebäude öffentlichkeitswirksam vermarktet werden. Gesucht werde ein privater Partner mit einem zukunftsfähigen Konzept.

Zudem bestehe die Aussicht auf Fördermittel aus dem Landesprogramm Revita zur Belebung alter Bahnhöfe. Bei den Anträgen stehen HSB und Stadtverwaltung unterstützend zur Seite, kündigt Weise an.

Alexisbad im Fokus: Antrag auf Tempo 30 im Ort liegt beim Landkreis

Bewegung gebe es auch in Sachen Tempo-30-Zone entlang der Bundesstraße 185 - dem wichtigsten Anliegen von Horst und Elke Schöne. Sie forderten, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit aufgrund der Lärmbelästigung herabzusetzen.

„Wir haben das, was wir konnten, getan und sind unserer Pflicht als als örtliche Kommune nachgekommen“, erklärt Marcus Weise. Ein entsprechender Antrag des Landkreises Harz liegt seit Mitte Oktober beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt vor und werde geprüft, erklärte Pressesprecherin Denise Vopel auf Nachfrage.

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Die Stadt Harzgerode finanziert mit den Einnahmen aus der Kurtaxe unter anderem das Harzer Urlaubs-Ticket (Hatix). Damit können Urlauber kostenlos das öffentliche Bus- und Straßenbahnliniennetz im Landkreis Harz sowie zum Teil im Landkreis Mansfeld-Südharz nutzen.

Im Jahr 2016 nutzten in der Einheitsgemeinde 25.517 Besucher dieses Angebot. Dabei steigen die meisten Fahrgäste in Alexisbad in den Bus oder Zug. Im vergangenen Jahr waren es dort fast 16.000 Reisende.

An zweiter Stelle steht Harzgerode, wo knapp 5.950 Gäste ihr Hatix-Ticket nutzen. In Güntersberge waren es 1.862 Zustiege und in Mägdesprung 1.255, während die übrigen Ortsteile Dankerode, Königerode, Neudorf, Schielo, Siptenfelde, Straßberg und Silberhütte Startpunkt für knapp 500 Passagiere waren. (mz)