Hochwasserschutz in Aken

Hochwasserschutz in Aken: Deichbau bei „Mutter Sturm“ fast fertig

Aken - Bei den Bauarbeiten ist das Ende in Sicht. Letzte Arbeiten an der Bruchstelle.

Von Sylke Hermann

Olaf Hoffmann, bestens gelaunt wie eh und je, lässt sich nicht beirren: „Sie erfahren von mir keinen Fertigstellungstermin“, verkündet er und lächelt dabei. Der Projektleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) bleibt standhaft.

Und weiß doch, dass die Hochwasserschutzanlage bei „Mutter Sturm“ zwischen Aken und Dessau den Eindruck erweckt, fast fertig zu sein.

Offiziell soll sie das zum 30. September 2017 sein. Ob man sich auf einen früheren Übergabetermin verständigt, müssten andere entscheiden, klärt Hoffmann auf. Er sei das nicht.

Deich war beim Hochwasser im Juni 2013 gebrochen

Am 14. September 2015, ein Montag, war offiziell Baubeginn für den Deich bei „Mutter Sturm“. Der war hier im Juni 2013 gebrochen, dass Elbewasser floss Richtung Aken und überschwemmte Teile der Stadt.

Nun wird genau hier, an der Bruchstelle, gearbeitet. Es ist das letzte Teilstück der fast 1.700 Meter langen Trasse mitten durch das bewaldete Hochufer. Die Elbe weit entfernt, nicht mal in Sichtweite.

Finale Arbeiten an der einstigen Bruchstelle

Die Arbeiten auf der über drei Millionen teureren Baustelle konzentrieren sich in den vergangenen Wochen auf die Bruchstelle. Hoffmann erinnert, dass die Baufirma hier erst seit dem 1. August wieder arbeiten darf. Nachdem die Schutzzeit für den Seeadler zu Ende war.

Nur im Bereich der Bruchstelle guckt die Spundwand noch ein paar Zentimeter aus dem Boden. Guckte. Die Lkw laden tonnenweise Erde ab, um das Gelände anzugleichen - und die Spundwand darunter zu verbergen.

Ab dieser Woche ist man nun dabei, die gesamte Asphaltschicht bis zum Forsthaus Olberg durchgängig aufzutragen. Hoffmann schätzt, dass man das bei gutem, heißt trockenem Wetter in vier Wochen geschafft haben dürfte. Was dann noch fehlt, sind die Bankette, die zu befestigenden Randbereiche rechts und links der rund drei Meter breiten Asphalttrasse.

Baustelle läuft laut Hoffmann problemlos

Für Hoffmann, der einmal die Woche zur Bauberatung nach Aken kommt, läuft die Baustelle augenscheinlich problemlos. Als er die Strecke abläuft, entdeckt er hier und da auf dem frischen Asphalt einen Kreidekreis, der eine Fehlstelle, ein Loch markiert. Ein Zeichen, dass die Baufirma den Mangel schon erkannt hat und abstellen wird. Aber Gravierendes fällt dem LHW-Mann beim flüchtigen Anblick der fast fertigen Hochwasserschutzanlage nicht auf. „Die Baustelle“, versichert er, „wird genauestens beäugt und begutachtet.“

Spätestens zur Abnahme. Vorher muss noch die gesamte Dokumentation erstellt werden. Angefangen bei den Baumfällungen entlang der Trasse, über die Arbeit und Funde der Archäologen bis zum eigentlichen Bauprojekt. Hoffmann: „Es geht nicht nur darum, die Anlage zu bauen und hinzustellen.“

Es gehöre einiges mehr dazu. Damit hat Olaf Hoffmann in den kommenden Wochen mit „Mutter Sturm“ noch zu tun und sieht dem Übergabetermin gelassen entgegen, wann immer der sein wird. „Wenn wir fertig sind, sind wir fertig.“ (mz)