Forschungsverbund

Dresden und Patzelt gehen bei „Pegida-Institut“ leer aus – Halle profitiert

Berlin/Halle (Saale) - Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird Teil des neuen „Institutes für gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung setzte den Lehrstuhl von Soziologie-Professor Reinhold Sackmann auf die Liste von insgesamt elf Einrichtungen, die das künftige dezentrale Institut aufbauen ...

05.10.2018, 07:38
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung plant den Aufbau eines „Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt“.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung plant den Aufbau eines „Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt“. dpa

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird Teil des neuen „Institutes für gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung setzte den Lehrstuhl von Soziologie-Professor Reinhold Sackmann auf die Liste von insgesamt elf Einrichtungen, die das künftige dezentrale Institut aufbauen sollen.

Pikant an der Auswahl: Ausgerechnet Dresden ist nicht mit dabei. Dabei geht das Institut auf eine Idee des Dresdner Politikwissenschaftlers Werner Patzelt zurück. Der aufgrund seiner oft populistischen Äußerungen umstrittene Hochschullehrer hatte dank seiner CDU-Mitgliedschaft mit angestoßen, dass insgesamt 37 Millionen Euro für das Projekt bereitgestellt werden. 

Doch als die Pläne öffentlich wurden, versagten TU Dresden und auch das sächsische Wissenschaftsministerium Patzelt die Unterstützung. Laut „Freier Presse“ reagiert der jetzt verärgert. „Unter der Flagge der Freiheit von aller Parteipolitik geht Geld, das der wissenschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU organisiert hat, an SPD-nahe Einrichtungen", so der Professor.

Zu den elf Gründungseinrichtungen gehören neben Halle auch Leipzig, die TU Berlin oder die Universität Konstanz. „Die ausgewählten Einrichtungen haben sich im wissenschaftlichen Wettbewerb mit ihren Konzepten durchgesetzt. Sie bringen unterschiedliche Perspektiven und Expertisen ein“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). „Das gilt es nun zu bündeln. Ich wünsche mir, dass wissenschaftliche Analyse, Praxiswissen und konkrete Handlungsoptionen Hand in Hand gehen.“ (mz/red)