Kommentar

Das Bürgerticket des MDV ist eine Zwangsabgabe - und hat Vorteile

Der öffentliche Nahverkehr wird jedes Jahr teurer - steigende Personalkosten, Investitionen in Technik, höhere Kosten für Strom und Sprit: Die Preise für Tickets für Bus und Bahn werden deswegen auch beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) regelmäßig ...

Von Gert Glowinski 05.12.2016, 19:10

Der öffentliche Nahverkehr wird jedes Jahr teurer - steigende Personalkosten, Investitionen in Technik, höhere Kosten für Strom und Sprit: Die Preise für Tickets für Bus und Bahn werden deswegen auch beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) regelmäßig angehoben.

Nun muss der MDV nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten suchen, denn an der Preisschraube für Fahrscheine lässt sich nicht unbegrenzt drehen.

Die Idee einer Zwangsabgabe, oder das Bürgerticket, wie es der MDV freundlich nennt, liegt da nahe. Auf den ersten Blick ein empörender Gedanke, schließlich müssten dann auch diejenigen zahlen, die den öffentlichen Nahverkehr gar nicht nutzen.

Aber bereits jetzt ist der ÖPNV ein Zuschussgeschäft - und die Bürger finanzieren ihn über Steuern und Abgaben kräftig mit, ob sie wollen oder nicht. Dennoch muss jeder natürlich noch zusätzlich einen Fahrschein kaufen, um mit der Havag fahren zu dürfen.

Ein Bürgerticket ist ehrlicher: Jeder würde für den öffentlichen Nahverkehr zahlen und helfen, so ein breites Angebot zu finanzieren. Im Gegenzug könnten die Fahrscheine einfach abgeschafft werden.

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