Ein kleiner Schatz

Was es im Archiv des Hohenmölsener Agricolagymnasiums zu entdecken gibt

Die Lehrerin Regina Kirchberger pflegt das Archiv des Hohenmölsener Agricolagymnasiums. Was es dort alles zu entdecken gibt.

Von Tobias Schlegel
Rund 150 Zeitungsbände sind im Archiv des Agricolagymnasiums  untergebracht. Lehrerin Regina Kirchberger zeigt ein Exemplar.
Rund 150 Zeitungsbände sind im Archiv des Agricolagymnasiums untergebracht. Lehrerin Regina Kirchberger zeigt ein Exemplar. (Foto: Peter Lisker)

Hohenmölsen - Regina Kirchberger spricht von einem „kleinen Schatz“, der sich seit vielen Jahren im Keller des Agricolagymnasiums in einem kleinen Raum befindet. Dort hat die Hohenmölsener Schule ihr Archiv, der Raum ist voll mit Geschichte und Utensilien aus vergangenen Zeiten. Regina Kirchberger unterrichtet an dem Gymnasium Geschichte und pflegt das Schularchiv seit vielen Jahren. Stolz zeigt die 62-Jährige, was in den Regalen alles schlummert: Schulprojekte, alte Klassenbücher, Wimpel, eine über 70 alte Schultasche und sogar Musikinstrumente. Den Großteil des Schularchivs bilden aber mehr als 150 alte Zeitungsbände.

Diese enthalten Exemplare des MZ-Vorläufers „Freiheit“ und dem „Neuen Deutschland“, dem Zentralorgan der SED. Die ältesten Zeitungen stammen aus dem Jahr 1953, auch jüngere MZ-Exemplare des früheren Elster-Kuriers bis zum Jahr 2003 sind gebunden in dem kleinen Raum zu finden. Wie Regina Kirchberger erzählt, hat man alle diese Bände Anfang des Jahrtausends von der MZ erhalten, seitdem werden sie im Gymnasium aufbewahrt. „Des Weiteren haben wir hier Zeitungen aus den 1960er und 1970er Jahren, die wir vom früheren Deubener Bergbaumuseum erhalten haben“, sagt die Hohenmölsenerin. Diese habe man schon zu DDR-Zeiten bekommen - ungebunden. Regina Kirchberger erinnert sich, in welch schlechtem Zustand die Zeitungen damals waren. „Wir mussten sie teilweise erstmal trocknen“, sagt sie. Heute liegen sie sortiert in einem großen Regal im Archiv der Schule.

Auch Privatpersonen kommen in die Schule

Dort werden diese und vor allem die Bände regelmäßig hervorgeholt, Regina Kirchberger nutzt sie etwa für ihren Geschichtsunterricht, um ihren Schüler historische Ereignisse anschaulicher zu gestalten. Etwa beim Thema Mauerbau im Jahr 1961. „Da hole ich den entsprechenden Band hoch und die Schüler können nachlesen, was damals dazu in der Zeitung geschrieben wurde“, erklärt die Lehrerin. Auch für Vorträge, Projekte und besondere Lernleistungen können Schüler das Zeitungsarchiv der Schule nutzen. „Und geschichtsinteressierte Schüler finden es auch so gut, in alten Zeitungen stöbern zu können“, meint Regina Kirchberger.

Aber auch Privatpersonen kommen in die Schule, um in den alten Zeitungen zu blättern - etwa Heimatforscher oder Leute, die an einem bestimmten Tag geheiratet haben und wissen wollen, was an ihrem Hochzeitstag so in der Zeitung stand. Regina Kirchberger steht dabei jederzeit bereit, um einen Einblick in die Sammlung zu gewähren. Bei Bedarf werden auch Kopien von Seiten gemacht und herausgegeben. Nur die gesamten Bände werden Interessierten nicht ausgehändigt. „Die bleiben in der Schule“, sagt Regina Kirchberger, ein wahres Lehrer-Urgestein des Agricolagymnasiums, an dem sie seit dessen Gründung in den 1990er Jahren unterrichtet. In einem Jahr geht die 62-Jährige in den Ruhestand. Einen Nachfolger, der sich dann um das Schularchiv kümmert, gibt es aber bereits. (mz)