Für rund 2,5 Millionen Euro

Trinkwasser für die Dörfer - Hier arbeitet die Midewa an den Leitungen

Die Midewa hat gerade in der Gemeinde Wetterzeube derzeit einige Projekte. Das hat auch mit dem Hochwasser von 2013 zu tun.

Von Matthias Voss
Trinkwasser ist ein besonderes Gut.
Trinkwasser ist ein besonderes Gut. (Foto: Undine Freyberg)

Wetterzeube/MZ - Rund 2,5 Millionen Euro investiert die Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland (Midewa) jährlich in ihrem Verbreitungsgebiet. „Wir versuchen das Geld nach Möglichkeit immer gleich zu verteilen, nach einem gewissen Solidarprinzip“, erklärt Thomas Civeyrac, der Merseburger Midewa-Niederlassungsleiter für den Landessüden. Aktuell aber gibt es ein verstärktes Augenmerk auf die Gemeinde Wetterzeube. Hier können auch nach der langjährigen Suche nach Fördergeldern endlich Schäden repariert werden, die 2013 beim großen Hochwasser der Weißen Elster entstanden sind.

So soll noch in diesem Monat die Trinkwasserleitung im Ortsteil Sautzschen auf einer Länge von 1.260 Metern komplett erneuert werden. Dazu werden die Rohre ins Dorf verlagert, nachdem die Weiße Elster damals die auf einer Streuobstwiese stark beschädigt hatte. Nun liegen die Rohre nicht mehr unmittelbar im Überschwemmungsgebiet. 160.000 Euro Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt werden hier verbaut. Neu gebaut werde aber auch die Zuführung des Wassers des nahe gelegenen Hochbehälters, der nicht nur Sautzschen versorgt. „Das war ein langwieriger Prozess, denn Einschränkungen und Auflagen bezüglich des Naturschutzes mussten beachtet werden“, erklärt Midewa-Projektmanager Gösta Gemkow.

„Wir werden sowohl den Mühlgraben, als auch die Weiße Elster unterbauen müssen“

Ein noch größeres Vorhaben verfolgt die Midewa in Wetterzeube. Entlang der Straße Richtung Schleckweda und dann weiter Richtung Dietendorf sollen auf 1,77 Kilometer rund 550.000 Euro verbaut werden. „Wir werden sowohl den Mühlgraben, als auch die Weiße Elster unterbauen müssen“, kündigt Civeyrac an. Wie in Sautzschen müssen die Straßen aber nicht komplett aufgerissen werden. Stattdessen entstehen in regelmäßigen Abständen sogenannte Kopflöcher, von denen aus der Bohrer durch den Boden getrieben wird. Civeyrac hofft auf einen Baustart Anfang 2022, „weil wir bis jetzt leider keine Firma gefunden haben. Zur Zeit ist es sehr schwierig, die Aufträge an passende Baufirmen zu vergeben“. Ein drittes, wenn auch kleineres Projekt ist die Erneuerung von Leitungen an der Mückenschänke in Richtung Wetterzeube.

Der Niederlassungsleiter lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wetterzeube, die wertvolle Informationen gegeben habe. „Solche Projekte wie in Sautzschen und Wetterzeube machen wir nicht jeden Tag. Die sind schon was besonderes“, meint auch Gemkow. Wetterzeubes Bürgermeister Frank Jacob (Die Linke) freut sich deswegen umso mehr, „dass auf den Baustellen alles reibungslos abgelaufen ist. Es gab überhaupt keine Beschwerden von den Anwohnern“. Bei so einem guten Miteinander ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Midewa an anderer Stelle großzügig zeigen möchte.

So hat sie der Gemeinde Wetterzeube zum Beispiel ihr ehemaliges Wasserhäuschen, welches wegen der Fernleitungen vor allem von der Rappbodetalsperre aus dem Harz schon lange nicht mehr genutzt wird, für einen symbolischen Euro angeboten. „Wir hätten Interesse daran. Die Quelle funktioniert ja noch und das Häuschen ist ein hübsches, historisches Objekt“, so Jacob, der den Kauf im Gemeinderat diskutieren lassen möchte. Eventuell steht dann auch ein ähnliches Gebäude, inklusive Grundstück, zu einem ähnlichen Preis im Ortsteil Breitenbach im Angebot der Midewa. „So hat man an exponierter Stelle immer schnell Wasser zur Verfügung“, sieht Jacob gewisse Vorteile. Und auch als Aussichtsturm würde es sich gut machen, immerhin liege es höher als der Turm auf der Haynsburg.