Brunnen vor dem Brunnen

Trinkwasser für alle direkt vor dem Droyßiger Schloss

Die Midewa spendet jetzt Trinkwasser direkt vor dem Droyßiger Schloss. Damit ist die Gemeinde der erste Standort im Süden des Landes.

Von Matthias Voss
Uwe Störzner, Heiko Arnhold, Evelyn Billing und Uwe Kraneis (von links) bei der Einweihung des Trinkwasserbrunnens in Droyßig.
Uwe Störzner, Heiko Arnhold, Evelyn Billing und Uwe Kraneis (von links) bei der Einweihung des Trinkwasserbrunnens in Droyßig. (Foto: Matthias Voss)

Droyssig/MZ - „Wasser zu Wasser gesellt sich gern. Deswegen finden wir, dass ihr neuer Trinkwasserbrunnen vor dem historischen Brunnen sehr gut passt“, sagte am Mittwoch Uwe Störzner bei der Einweihung eines neuen Spenders direkt vor dem Droyßiger Schloss. Womit der Geschäftsführer der Midewa aber wohl nicht gerechnet hatte, war, dass pünktlich zum kleinen Festakt auch Petrus seine Schleusen öffnete. So mussten Regenschirme herhalten und anschließend ging es in die nahe gelegene Schlosskirche, die aktuell aufwendig saniert wird.

25 Jahre alt wird der Wasserversorger aus Merseburg in diesem Jahr. Aus diesem Anlass hat sich das Unternehmen entschieden, 25 Kommunen, in die sie das wertvolle Nass liefert, mit einem neuen Trinkwasserbrunnen zu beschenken. „Der wurde extra für uns im historischen Design hergestellt. Und er hat sogar eine Vernebelungsfunktion“, erklärte Störzner. Per Knopfdruck kann das Wasser also auch ganz fein herausgesprüht werden. Nach Osterhausen bei Eisleben, der Burg Freckleben bei Aschersleben und der Köthener Badewelt ist Droyßig der erste Standort im Süden des Landes. Weitere sollen demnächst in Hohenmölsen, wo der Brunnen fast fertiggestellt ist, in der Elsteraue, Osterfeld und Teuchern folgen. Das Unternehmen lässt sich das jeweils einen ordentlichen vierstelligen Eurobetrag kosten.

„Wir arbeiten seit vielen Jahren mit der Midewa sehr gut zusammen“

„Wir arbeiten seit vielen Jahren mit der Midewa sehr gut zusammen. Dabei wurden wir auch immer bei Veranstaltungen in Droßdorf und Droyßig großzügig unterstützt“, freut sich Uwe Kraneis (parteilos) über den neuen Brunnen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst war angesprochen worden, wo im Verbandsgebiet so ein Gerät aufgestellt werden könnte. Kraneis hatte dabei sofort an das Droyßiger Schloss gedacht, „weil es sich für Einheimische, Schüler und Touristen einfach anbietet.“ Heiko Arnhold (CDU), Vorsitzender des Verbandsgemeinderates, war dann auch froh, „dass sich das Gremium nach nur kurzer Diskussion einstimmig für den Standort entschieden hatte.“

Der Trinkwasserbrunnen sei eine Bereicherung für den Schlosspark, meinte Droyßigs Bürgermeisterin Evelyn Billing (parteilos) und denkt, dass er vor allem von den Schülerinnen und Schülern gut genutzt werde. „Ich erwarte aber, dass auch die Mitarbeiter der Verwaltung jeden Tag hier herunterkommen und sich bedienen“, scherzte Uwe Störzner. Tatsächlich hatte Kraneis rund 20 Frauen und Männer aus den Büros mitgebracht, die dann zu den Saxofon-Klängen der Oberstufen-Schüler aus dem nahen Christopherus-Gymnasium, Marie Rostig und Benjamin Lehmann, „An der Saale hellem Strande“ sangen.

„Irgendjemand hatte gesagt, dass das ganz besonderes Wasser sei“

Ob die Angestellten der VG allerdings auch dem Wunsch von Störzner nachkommen werden, dürfte fraglich sein. Anders war das vor Jahren, als die Midewa schon mal der Grundschule Droßdorf Trinkwasserbrunnen spendete. „Irgendjemand hatte gesagt, dass das ganz besonderes Wasser sei. Und am nächsten Tag standen die Schüler mit Behältern und Kanistern vor dem Brunnen Schlange. Aber dabei war es nur ganz normales Leitungswasser“, erzählte Uwe Kraneis. Vielleicht sei der neue vor dem Droyßiger Schloss ja nun so etwas wie ein Jungbrunnen, scherzte er dann noch.

Dann aber nur zwischen April und Oktober, denn in der kälteren Jahreszeit wird er natürlich wegen der Frostgefahr abgestellt.