Radrennen

Radrennen: Romahn bleibt in der A-Klasse

Alttröglitz - Es war eine Punktlandung. Oliver Romahn benötigte noch eine Platzierung unter den ersten Zehn, um auch in der kommenden Saison in der A-Klasse unterwegs zu sein. Dies gelang dem Zeitzer bei der exzellent besetzten neunten Auflage des Rennens um den Pokal des Industrie- und Chemieparks Zeitz. Gleich bei der ersten Sprintprüfung des 63 Kilometer langen Kriteriums sicherte sich der Zeitzer dank der Unterstützung seiner zwei Kollegen vom RSV Team Killerwade zwei wertvolle Punkte, die in der Endabrechnung für den so wichtigen zehnten Rang reichen ...

Von Carsten Roloff 16.08.2016, 13:14

Es war eine Punktlandung. Oliver Romahn benötigte noch eine Platzierung unter den ersten Zehn, um auch in der kommenden Saison in der A-Klasse unterwegs zu sein. Dies gelang dem Zeitzer bei der exzellent besetzten neunten Auflage des Rennens um den Pokal des Industrie- und Chemieparks Zeitz. Gleich bei der ersten Sprintprüfung des 63 Kilometer langen Kriteriums sicherte sich der Zeitzer dank der Unterstützung seiner zwei Kollegen vom RSV Team Killerwade zwei wertvolle Punkte, die in der Endabrechnung für den so wichtigen zehnten Rang reichen sollten.

„Georg Präkelt hat für mich den Spurt angefahren und Sebastian Geuthner hat vorn abgesichert. Ich bin überglücklich über dieses Ergebnis“, erklärte Romahn nach dem Rennen, der mit seiner Prognose im Vorfeld Recht behalten sollte. „Der Sieger wird aus dem Team Ur-Krostitzer Giant kommen.“ Dieser Auswahl gelang nicht nur der Erfolg, sondern ein Dreifach-Triumph. Der Ex-Profi vom Team Telekom, Eric Baumann, verwies seine Teamkollegen Martin Bauer und Erik Mohs, der im vergangenen Jahr in Zeitz die Nase vorn hatte, auf die Ehrenplätze.

Ausreißergruppe abgefangen

„Diese Mannschaft hat diesem Rennen ihren Stempel aufgedrückt und ihre Überlegenheit gnadenlos ausgespielt“, sagte Geuthner, der bis zur Hälfte des Rennens in der Spitzengruppe präsent war, aber den Aufstieg in die B-Klasse noch nicht perfekt machen konnte. Die Ausreißer waren sich zum einen nicht ganz einig, zum anderen hat das Erfurter P & S-Team großen Druck aufgebaut und die Verfolgung übernommen, da es in der Spitzengruppe nicht vertreten war. So verpasste Geuthner den vorzeitigen Aufstieg in die B-Klasse, hat aber in diesem Jahr noch vier Wettkämpfe in Dölzig, Zwenkau, Zwickau und Wörlitz, um seinen Traum zu verwirklichen. „In Dölzig fahren wir für Sebastian“, so Romahn.

Prominentester Mann an der Strecke war jedoch Andreas Petermann. Der am 7. Juni 1957 in Greiz geborene Radsportler gewann 1979 mit der DDR-Auswahl den Weltmeister-Titel im 100 Kilometer-Mannschaftszeitfahren, nahm an mehreren Friedensfahrten teil und belegte bei der WM im Einzel 1979 und 1982 jeweils den fünften Platz. Der Thüringer war einer der wichtigsten Helfer für die damaligen Asse Bernd Drogan, Uwe Raab und Hans-Joachim Hartnick.

Nach Zeitz ist der Dozent im Fachbereich Radsport, der von 1986 bis 1994 an der DHfK in Leipzig arbeitete, als Betreuer von Badr Mirza, dem zweitbesten Radfahrer der Vereinigten Arabischen Emirate, gekommen. Mirzas Bruder Yousef nahm an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil, war aber in einen Massensturz verwickelt und konnte somit nicht im Vorderfeld landen.

Trainingscamp in Deutschland

„Badr und Yousef sind die beiden besten Fahrer ihres Landes. Ich kenne sie aus meiner Zeit als Nationaltrainer vor zehn Jahren in den Emiraten. Badr hat mich gebeten, ein kleines Trainingscamp für ihn zu organisieren. Diesen Wunsch habe ich ihm gern erfüllt“, erzählte Petermann, der bei den Profiteams Coast, Bianchi und Wiesenhof als Mannschaftsleiter arbeitete und Kenner der Szene ist. Seit dem 1. August ist er als Sportlehrer an einer Schule in Grimma tätig. „Von meinem Sohn Roman habe ich eine Zuckertüte geschenkt bekommen“, so der ehemalige Weltklasse-Fahrer.

Obwohl die deutschen Olympioniken auf der Straße keine Medaille holen konnten, sieht Petermann der Zukunft mit verhaltenem Optimismus entgegen. „Es ist schade, dass vieles kaputt gegangen ist. Aber der Radsport ist wieder im Aufwind. Einige Bausteine für einen Aufschwung sind wieder vorhanden. Es sind in den vergangenen Jahren neue Teams und neue Rennen entstanden“, meinte der Weltmeister, der dabei auch an den stark besetzten Wettkampf in Alttröglitz dachte. Petermanns Schützling Mirza belegte im Eliterennen den 15. Platz. (mz)