Ortsumgehung Naumburg

Ortsumgehung Naumburg: Neue Planung - nun mit Wethau

Naumburg/Wethau - Alles auf Neustart: Trotz der Entscheidung des in Leipzig ansässigen Bundesverwaltungsgerichts halten Bund und Land am Bau der Ortsumgehung Naumburg fest. Das Gericht hatte im Februar 2016 den Planfeststellungsbeschluss für die rund fünf Kilometer lange Trasse für rechtswidrig erklärt. Vorausgegangen war eine Klage des Bergbauunternehmens Kaolin- und Tonwerk Salzmünde GmbH. Es sah Bergbaurechte für das Gebiet nahe Naumburg, durch das die Straße führen soll, nicht genügend ...

Von Constanze Matthes 29.08.2020, 16:39

Alles auf Neustart: Trotz der Entscheidung des in Leipzig ansässigen Bundesverwaltungsgerichts halten Bund und Land am Bau der Ortsumgehung Naumburg fest. Das Gericht hatte im Februar 2016 den Planfeststellungsbeschluss für die rund fünf Kilometer lange Trasse für rechtswidrig erklärt. Vorausgegangen war eine Klage des Bergbauunternehmens Kaolin- und Tonwerk Salzmünde GmbH. Es sah Bergbaurechte für das Gebiet nahe Naumburg, durch das die Straße führen soll, nicht genügend berücksichtigt.

Verfahren im Juni 2019 beendet

„Zur Bewältigung der Gerichtsentscheidung und zur Erlangung des bestandskräftigen Baurechtes wurde eine Einigung mit dem Kläger angestrebt, um eine aufwendige und langjährige Neuplanung des Vorhabens zu verhindern. Nach mehrmaliger Kontaktaufnahme und Entgegenkommen der Straßenbauverwaltung konnte jedoch keine Einigung mit dem Kläger erzielt werden. Die Verhandlung wurde im Juni 2019 durch den Präsidenten der Landesstraßenbaubehörde für beendet erklärt“, teilt Andreas Tempelhof, Sprecher im Landesverkehrsministerium, auf Tageblatt/MZ-Nachfrage mit. Damit beginnen Planungen und Planfeststellungsverfahren der Strecke von neuem.

Die neue Variante solle dabei nicht nur neuen Richtlinien zur Anlage von Landstraßen gerecht werden und aktualisierte Grunddaten zu Tierbeständen aufnehmen. Mit der Neuplanung werde zudem die Ortsumgehung Wethau mitgeplant, so Tempelhof. „Bei der gleichzeitigen Planung beider Ortsumfahrungen können Synergieeffekte genutzt sowie die Akzeptanz der Vorhaben in der Öffentlichkeit, vor allem bei den Anwohnern, erhöht werden.“

Die Ortsumgehung Wethau ist im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen im weiteren Bedarf mit Planungsrecht eingestellt und soll den Lückenschluss im Streckenzug der B 87 von der Landesgrenze Thüringen bis zur Autobahn 9 zwischen den bereits in Bau beziehungsweise in Planung befindlichen Vorhaben der Umgehungen Eckartsberga, Bad Kösen, Naumburg und Weißenfels bilden.

Studie wird neu vergeben

Derzeit erfolge auf Basis der Ergebnisse der Planungsraumanalyse die Vergabe der Umweltverträglichkeitsstudie. Weiterhin sei das EU-Vergabeverfahren für die technische Planung begonnen worden, so der Ministeriumssprecher. Tempelhof: „Beide Vergabeverfahren sollen bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die bereits Ende 2019 beauftragte Verkehrserhebung musste aufgrund der Covid19-Pandemie in das Jahr 2021 verschoben werden, da eine Durchführung im Frühjahr oder Herbst 2020 keine verwertbaren Ergebnisse gebracht hätte.“

Die Ortsumgehung Naumburg stellt einen Teil der künftigen Bundesstraße 87n dar. Mit dem Bau des zweiten, etwa 13,2 Kilometer langen Abschnitts rund um Bad Kösen soll im Frühjahr begonnen werden. Sollte alles planmäßig verlaufen, ist dessen Fertigstellung für 2025 vorgesehen. Die Kosten werden aktuell mit 160 Millionen Euro angegeben.