Für sechs Millionen Euro

Lützen bekommt neue Super-Kita vom anderen Stern

Sechs Millionen Euro investiert die Stadt Lützen in ihre Zukunft. Worüber der Stadtrat jetzt noch entscheiden muss.

Von Holger Zimmer
So sieht die Kindertagesstätte in der Planung aus.
So sieht die Kindertagesstätte in der Planung aus. (Foto: „BHSS“-Architekten)

Lützen/MZ - Fünf Spaten waren von Mädchen und Jungen des Kindergartens bunt bemalt worden und kamen am Donnerstagnachmittag beim ersten Spatenstich zum Einsatz. In der Schweßwitzer Straße in Lützen soll 2023 die neue Kindereinrichtung in Betrieb gehen, wenn alles gut läuft, auch schon Ende des nächsten Jahres. Und die wird ein wirklich futuristisches Aussehen haben, als würde ein unbekanntes Flugobjekt landen.

Nachdem man 2017 nicht in den Vorzug einer Stark-III-Förderung gekommen war, gab es einen Wettbewerb, bei dem sich das Leipziger Büro „bhss“-Architekten gegen vier Mitbewerber durchsetzte. Stefan Hermus, einer der Geschäftsführer, verweist auf einen Rundbau, in dem Krippe, Kindergarten und Hort untergebracht werden.

Holzkonstruktion wird das Objekt dominieren

Vor allem die Holzkonstruktion wird das Objekt dominieren und auch die Innenräume werden in warmen Holztönen gehalten. Hermus spricht daneben von Erdwärme, auf die man zurückgreift und die im Sommer für eine entsprechende Kühlung sorgen wird. Auch das zwischenzeitlich schon mal abgewählte Gründach könnte Realität werden. Jedenfalls hat sich der Bauausschusses bereits mit einer Enthaltung dafür ausgesprochen, nachdem es noch im Vorjahr aus Kostengründen gestrichen worden war. Nun muss am Dienstag bei Kosten von 90.000 Euro nur noch der Stadtrat zustimmen.

 Architekt Stefan Hermus (li.)  und Bürgermeister Uwe Weiß neben der Generation, die sie mal ablösen wird.
Architekt Stefan Hermus (li.) und Bürgermeister Uwe Weiß neben der Generation, die sie mal ablösen wird.
(Foto: H. Zimmer)

SPD-Bürgermeister Uwe Weiß sagte während des Spatenstiches: „Lützen kann noch mehr als nur Museen.“ Damit schlug er einen Bogen vom Bau der Erweiterung der Gustav-Adolf-Gedenkstätte und der Tourismusförderung. „Diesmal investieren wir sechs Millionen Euro in die Entwicklung unserer Kinder.“ Und dieser neue Standort ist extrem wichtig, weil die bisherige Einrichtung „Spielhaus“ in der Schlossstraße marode ist. Die direkten Vorberatungen hatten 2016/17 begonnen und nun ist die Ziellinie im Blick. „An dem Projekt wird seit zehn Jahren gearbeitet“, sagte ein zufriedener Ortsbürgermeister Dietmar Goblirsch (CDU). Noch vor dem symbolischen ersten Spatenstich begann bereits ein Bagger mit seiner Arbeit. Wenn es dann auch im neuen Wohngebiet Ellerbacher Weg vorwärts geht, dann könnten mit der Fertigstellung vielleicht auch die ersten Kinder der Zuzügler in die neue Einrichtung gehen.

Eine Weile muss man noch durchhalten

Auch Barbara Walter, die Leiterin der Kindereinrichtung, hatte mit den Erzieherinnen sowie den Mädchen und Jungen ein buntes Programm dargeboten. Die meisten der Kinder, die mit kleinen Schaufeln und Baggern angerückt waren, dürften bei der Einweihung noch dabei sein, bevor sie eingeschult werden. Frau Walter arbeitet seit 40 Jahren in ihrem Beruf, hat mit der Wende erst die Krippe und später den Kindergarten übernommen.

Der stammt noch aus Zeiten der Zuckerfabrik, die längst abgerissen ist. Eine Weile muss man noch durchhalten und sich im Sommer auch mit Ventilatoren helfen, um das Raumklima in den Räumen erträglich zu halten. Dann kann der Umzug in das auch drinnen komplett neu eingerichtete Haus erfolgen. Es ist außerdem damit zu rechnen, dass die Kinderzahl noch steigt: Dann können 30 Krippenkinder, 60 Mädchen und Jungen in den Kindergarten und 75 Grundschüler in den Hort gehen.