Immobilie Immobilie : Die Unfallhilfe zieht aus, die Bergschule ein

Bad Kösen - Die Borlachschule in Bad Kösen wird für mindestens fünf Jahre Lernort für die Bergschüler. Der Gebäudekomplex - lange Zeit Sekundarschule, dann geschlossen, vorrübergehend als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet und derweil teilweise eine Rettungswache der Johanniter beherbergend - soll pünktlich zum neuen Schuljahr den Dienst aufnehmen. Diesen Termin nannte jetzt Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) auf Nachfrage in der Tagung des Gemeinderat-Hauptausschusses.
Einziehen werden demnach rund 160 Schüler sowie der Hort der Bergschule. Sie alle müssen ihr angestammtes Domizil sozusagen Hals über Kopf verlassen - zu problematisch ist der Zustand der Elektrik, die in der jüngeren Vergangenheit mehr und mehr Ausfälle hatte. OB Küper hatte deswegen bereits Mitte April deutlich gemacht, dass der Schulbetrieb nicht über die Sommerferien hinaus aufrecht erhalten werden könnte (wir berichteten).
Die Stadt muss damit einen geplanten Komplett-Umbau der Einrichtung weit vorziehen. Bau-Fachbereichsleiterin Ute Freund nannte einen immensen Planungszeitraum von drei Jahren, auch geschuldet der Frage, welcher Fördertopf angezapft werden kann. Im besten Falle einer, der 90 Prozent der Kosten trägt, der Antrag dafür steht. Die Bauzeit selbst wird mit mindestens zwei Jahren angegeben.
Dass die Borlachschule das Ausweichquartier wird, schien logisch, war aber längst nicht in trockenen Tüchern. Verhandelt werden musste mit dem Kreis als Eigentümer, der in einem Teil der Immobilie nach dem Aus des DRK-Rettungsdienstes eilig seinen neuen Vertragspartner, die Johanniter-Unfallhilfe, eingemietet hatte. Das Ausweichquartier Borlachschule stand damit auf der Kippe, von Notlösungen war die Rede - so das Objekt in Naumburgs Talstraße, außerdem das Gebäude eines privaten Anbieters in Bad Kösen. Optionen, die aber unter anderem aus logistischen und Kostengründen keiner wirklich ziehen wollte.
Doch die Johanniter bleiben nicht länger in der Borlachschule, womit diese nun komplett zur Verfügung steht. Marion Bretschneider, Regionalvorstand für Sachsen-Anhalt Süd-Ost, bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wir ziehen in Container, die auf dem Gelände der Personenverkehrsgesellschaft in Naumburg aufgestellt werden. Unser Ziel ist, bereits ab 1. Juli dort zu arbeiten.“ Die Container würden derzeit angeliefert, sie böten trotz dessen, dass auch sie nur ein Provisorium seien, gute Arbeitsbedingungen. „Es gibt einen Desinfektionsraum, genauso Ruhe- und Aufenthaltsräume“, verdeutlicht Bretschneider. Geplant sei, 46 Stellen zu besetzen, vor Ort würden dann vier Rettungstransportwagen stationiert sein, der Notarztwagen hingegen verbleibe am Klinikum.
Bis Ende des Jahres sollen die Container als Interimslösung herhalten, dann will die Johanniter-Unfallhilfe wieder umziehen - in eine feste Bleibe. Welche das sein wird, darüber wollte sich Marion Bretschneider unter Verweis auf laufende Gespräche nicht äußern. Geplant sei jedoch, in einer städtischen Immobilie unterzukommen.