Nach mehreren Wochen Ruhe

Coronaausbruch im Altenheim mit zwei Toten

Nach mehreren Wochen Ruhe hat es einen weiteren Ausbruch in einer Einrichtung gegeben. Wie das passieren konnte.

Von Martin Walter
In einem Altenheim im Burgenlandkreis gab es einen Coronaausbruch. Zwei 90-Jährige sind dabei gestorben. (Symboldbild) Foto: imago images/Ralph Lueger

Weißenfels/Lützen - Einige Wochen waren die Seniorenheime im Burgenlandkreis frei von Corona-Infektionen. Nun gab es wieder ein größeres Ausbruchsgeschehen in einer Lützener Einrichtung, bei dem es auch zwei Todesfälle gab. Darüber informierte Amtsärztin Dr. Ina Schmidt bei der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz am Mittwoch.

Zwei der 14 Bewohner sind im Zusammenhang mit der Corona-Infektion gestorben

Insgesamt seien dort 21 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei handele es sich um sieben Mitarbeiter sowie um 14 Bewohner. Die infizierten Pflegekräfte seien allesamt ungeimpft gewesen. Überhaupt hätten 75 Prozent der dortigen Mitarbeiter das Impfangebot nicht in Anspruch genommen, sagte Ina Schmidt. Einer von ihnen habe laut der Leiterin des Gesundheitsamts das Coronavirus in die Einrichtung getragen. Dort wurden in der Folge 14 Bewohner infiziert. Elf von ihnen hätten das Impfangebot zuvor angenommen, drei hätten es ausgeschlagen.

Tragisch: Zwei der 14 Bewohner sind im Zusammenhang mit der Infektion gestorben. Eine Person, die sich nicht impfen lassen wollte, aber auch eine, die bereits zweimal geimpft wurde und somit eigentlich eine vollständige Immunisierung erreicht haben müsste. Doch waren beide Verstorbenen über 90 Jahre alt, stellte Ina Schmidt auf MZ-Nachfrage klar. Da auch das Immunsystem altert und schwächer wird, könne es passieren, dass trotz Impfung nicht mehr genügend Abwehrkörper gegen eine Covid-19-Erkrankung gebildet werden können. Solche Fälle hatte es unter anderem auch in Halle schon gegeben.

Impfungen im Burgenland gehen voran

Auch in einem zweiten Pflegeheim im Burgenlandkreis seien zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, konnten aber rechtzeitig in Quarantäne geschickt werden, bevor sie Bewohner angesteckt haben, so Ina Schmidt. Bezüglich der bisherigen Impfungen im Burgenlandkreis zog Landrat Götz Ulrich (CDU) ein positives Fazit. Bis Ende vergangener Woche hätten 55.734 Personen im Burgenlandkreis eine Erstimpfung mit einem der verschiedenen Vakzine erhalten.

Das entspricht 31,16 Prozent der Gesamteinwohnerzahl des Kreises. 11.455 von ihnen hätten zudem die Zweitimpfung bekommen, was einer Impfquote von 6,4 Prozent entspricht. Während der Burgenlandkreis bei den Erstimpfungen über dem Landesdurchschnitt von 24,4 Prozent liegt, ist die Quote bei den Zweitimpfungen deckungsgleich mit dem Durchschnitt in Sachsen-Anhalt.

Impfstoff sei derzeit sehr knapp

Während letztere in den nächsten Tagen und Wochen deutlich ansteigen dürfte, wird sich das Niveau der Erstimpfungen erst einmal kaum merklich erhöhen. Denn wie Götz Ulrich mitteilte, sind die Impfstoffe derzeit sehr knapp und würden erst einmal benötigt, um die erforderlichen Folgeimpfungen durchzuführen.

Einzig für diesen Sonntag, 2. Mai, gebe es in den Impfzentren des Landkreises noch insgesamt rund 1.600 Termine zu vergeben. Dabei könne ausschließlich der Wirkstoff von Astrazeneca genutzt werden. Ein anderer Impfstoff stehe nicht zur Verfügung.

Wert des RKI ist maßgebend für Corona-Regln

Trotz der Impfungen hat sich die Infektionslage im Burgenlandkreis im Vergleich zur Vorwoche laut Götz Ulrich „nicht grundlegend geändert“. Was die Sieben-Tage-Inzidenz anbelangt, habe man es vielmehr mit einer Seitwärtsbewegung zu tun. Vor einer Woche lag dieser Wert bei 361,76. Für diesen Mittwoch gab die Kreisverwaltung einen Wert von 324,86 an. Allein von Dienstag- zu Mittwochmittag gab es 106 Neuinfektionen im Burgenlandkreis.

Zwar ist der Wert, den das Robert-Koch-Institut für den Burgenlandkreis angibt und der maßgeblich für die derzeitigen Einschränkungen wie Schulschließungen ist, mit 295,80 niedriger. Doch „wir sind noch ein großes Stück von Lockerungen entfernt“, musste Landrat Ulrich Hoffnungen dämpfen. (mz/Martin Walter)