Arche Nebra

Arche Nebra : Faszination Universum

Kleinwangen - Obwohl die unterschiedlichsten Zeiten und Ereignisse die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet und deren Entwicklung geprägt haben - eines vereint den Menschen von damals und heute: der faszinierende Blick zum Himmel und dessen Gestirnen, der letztlich zur Entstehung der Astronomie geführt ...

Von Constanze Matthes

Obwohl die unterschiedlichsten Zeiten und Ereignisse die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet und deren Entwicklung geprägt haben - eines vereint den Menschen von damals und heute: der faszinierende Blick zum Himmel und dessen Gestirnen, der letztlich zur Entstehung der Astronomie geführt hat.

Ein Thema, das Generationen fesseln kann und dem sich nun die „Arche Nebra“ in ihrer aktuellen Ausstellung „Sternensucher“ widmet. „Wir freuen uns, dass wir trotz aller Widrigkeiten diese Sonderschau eröffnen können“, sagte „Arche“-Chefin Bettina Pfaff während der Eröffnung und verwies auf die zahlreichen Unterstützer.

Leihgaben von Universitäten

Das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle fungiert als Partner. Das Land Sachsen-Anhalt sowie der Förderverein „Arche Nebra“ unter Vorsitz von Verbandsgemeindebürgermeisterin Jana Schumann förderten das Vorhaben finanziell. Museen sowie mehrere Universitäten stellten Leihgaben zur Verfügung. Zu den besonderen, insgesamt 21 Schaustücken gehört ein 1:1-Nachbau des Landeroboters Philae der Rosetta-Sonde. Die Mission hat zum Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko auszukundschaften. „Wir sind glücklich, dass wir das Modell präsentieren können. Es ist kaum in so einem größeren Rahmen zu sehen“, betonte Kuratorin Juliane Gehler während eines Rundgangs.

Gezeigt werden zudem historische Teleskope und Messinstrumente sowie Funde, darunter bronzene Radnadeln, die in Wetzendorf entdeckt worden sind. Für die markante Gestaltung des Panoramasaals zeichnete die Leipziger Agentur Kosmos verantwortlich. Große Sternenbilder und Fotos der Weltraumorganisationen Esa und Nasa prägen den verdunkelten Raum genauso wie die fünf Schausäulen, die verschiedene Themen vermitteln - von den ersten astronomischen Gelehrten über Weltbilder der Antike und islamische Einflüsse auf die Astronomie des europäischen Mittelalters bis hin zur Forschung der Neuzeit.

Ein Korrespondenzort

„Es ist eine wunderbare Komplementärausstellung“, sagte Landesarchäologe Harald Meller. Denn das Besucherzentrum wird Korrespondenzort der Landesausstellung „Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra“, die nach aktuellen Plänen ab 4. Juni 2021 im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in Kooperation mit dem British Museum London zu sehen sein wird. „Mit Stücken, die noch nie Großbritannien verlassen haben“, so Meller weiter. Die Himmelsscheibe wird darauf 2022 in der britischen Hauptstadt gezeigt. Die Himmelswege mit der „Arche Nebra“ als eine der Stationen sei in puncto Landesgeschichte und Tourismus für Sachsen-Anhalt ein Alleinstellungsmerkmal, das Besucherzentrum zugleich ein wichtiger Lernort, hob Kulturminister Rainer Robra (CDU) während der Eröffnung hervor.

Die Sonderausstellung, die bis zum 30. September 2021 in Kleinwangen besucht werden kann, wird von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm begleitet. Der erste Themenabend zur Sonderausstellung findet am Sonnabend, 17. Oktober, statt. Er beginnt um 18 Uhr und steht unter dem Motto „Wem gehört der Himmel?“. Zu Gast ist Mechthild Meinike vom Planetarium Merseburg. Nach einem darauffolgenden Imbiss schließt sich eine Planetariumsshow an, die den Planetenreigen am Herbsthimmel zeigt.

In den Herbstferien stehen vom 19. bis zum 23. Oktober verschiedene Workshops auf dem Programm des Besucherzentrums. Sie finden jeweils von 17 bis 21 Uhr statt und widmen sich diversen astronomischen Themen. Sie sind für Teilnehmer ab zehn Jahren geeignet und werden in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Physik- und Astronomiedidatik der Universität Jena sowie der Gesellschaft für astronomische Bildung veranstaltet.

Information und Anmeldung unter 034461/2 55 20 oder auf www.himmelsscheibe-erleben.de