Kunst an Stadtwerke-Gebäuden

Verschönerungsarbeiten in Zeitz sollen auch gegen Graffiti helfen

Annett Moschner aus Koßweda bemalt drei kleinere Gebäude der Stadtwerke Zeitz. Warum das auch gegen Graffiti-Schmierereien helfen soll.

Von Matthias Voss
Künstlerin Annett Moschner, hier mit  Andreas Scheffel, stellvertretender Netzmeister bei der Stadtwerke-Tochter Redinet,  bemalt Stadtwerke-Gebäude, so unter anderem das Gashaus auf dem Gelände der Stadtwerke.
Künstlerin Annett Moschner, hier mit Andreas Scheffel, stellvertretender Netzmeister bei der Stadtwerke-Tochter Redinet, bemalt Stadtwerke-Gebäude, so unter anderem das Gashaus auf dem Gelände der Stadtwerke. Foto: René Weimer

Zeitz/MZ - „Ich möchte zum einen die Stadtwerke als Energiedienstleister in Zeitz darstellen. Zum anderen möchte ich aber auch die Schönheit der Stadt rüberbringen“, sagt Annett Moschner.

Die Künstlerin aus Koßweda (Gemeinde Wetterzeube) bemalt derzeit drei kleinere Gebäude der Stadtwerke. Ein Gashaus auf dem Betriebsgelände in der Geußnitzer Straße ist bereits fertig. Der kleine Wasserturm an der Kreuzung zur Beethovenstraße steht kurz vor der farblichen Vollendung und bis zum Sommer folgt dann noch das direkt daneben liegende Wasserhäuschen. „Mit meiner Kunst möchte ich Leben und Kultur in die Stadt reinbringen und auf die tolle Bausubstanz aufmerksam machen“, so Moschner.

„Es gibt einen Ehrenkodex in der Graffiti-Szene“

So hat die Künstlerin an einer Seitentür des Gashauses das Zeitzer Rathaus verewigt. Auf der Vorderfront liegt eine Katze auf einem Heizkörper. Dazu passend sind aber auch Leitungen und Rohre mit abgebildet, um die Energieversorgung darzustellen. Das setzt sich auf dem Wasserturm fort, wo es natürlich um die lebensspendende Flüssigkeit geht. Hier allerdings hatte Moschner zunächst mit einem Problem zu kämpfen. „Da gab es eine große Schmiererei an der Tür und ich musste überlegen, ob und wie ich das eventuell mit einarbeite“, sagt sie. Als Schlauch durfte das Graffito weiterleben, neue werden aber wohl nicht wiederkommen. „Es gibt einen Ehrenkodex in der Graffiti-Szene, dass bemalte Wände nicht übermalt werden“, so die Künstlerin aus Koßweda.

„Wir haben uns über die Arbeiten von Frau Moschner auch über einem Zeitungsartikel informiert und wollten, dass sie uns mit den Schmierereien hilft“, erklärt Andreas Scheffel. Der stellvertretende Netzmeister bei der Stadtwerke-Tochter Redinet hat die Künstlerin engagiert. „Wir wollten, dass die Häuser optisch schön gestaltet werden, aber auch etwas darstellen sollen. Deswegen sollte immer Technik mit im Spiel sein. Das ist ihr gut gelungen“, meinte er. Und da es noch reichlich Strom-, Wasser- und Gasstationen im Stadtgebiet gibt, die beschmiert sind, sei auf alle Fälle eine Fortsetzung bei der Zusammenarbeit mit Annett Moschner vorgesehen.

„Derzeit entsteht ja sehr viel Künstlerisches in Zeitz“

„Derzeit entsteht ja sehr viel Künstlerisches in Zeitz, was wir sehr gern unterstützen“, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Sebastian Nicolai. Er meint damit unter anderem die Wandbilder in der Tröglitzer und der Weberstraße, aber vor allem das Takraf-Bild auf einer großen Hauswand in der Kalkstraße. „Nächste Woche Mittwoch werden wir unsere Aktion ,30 Jahre Stadtwerke - 30.000 Euro’ auswerten. Da gab es reichlich Bewerbungen von diversen Vereinen und Einrichtungen zur Unterstützung ihrer Projekte“, zeigt Nicolai auf, dass den Stadtwerken Zeitz die Unterstützung der Stadt und Region sehr wichtig sei. Dazu gehöre dann natürlich auch der Auftrag an Annett Moschner. „In solch schweren Zeiten wie jetzt mit der Corona-Pandemie kommt so eine Einnahmequelle natürlich gerade richtig“, freut sich die freischaffende Künstlerin.

Bis zum Sommer will sie damit fertig sein. Auf dem abschließenden Wasserhaus soll die Skyline von Zeitz zu sehen sein. Auch hier wird sie wieder hochwertige Ölfarben benutzen, mit denen man sogar bei Regen malen kann. „Für alle drei Häuser werde ich dann drei bis vier Monate gebraucht haben. Aber Kunst braucht nun mal seine Zeit“, ist sich Annett Moschner sicher, dass die Stadtwerke am Ende mit dem Ergebnis voll zufrieden sein werden. Sie ist es jetzt schon.