Pandemie

Bündnis gedenkt der Corona-Toten mit Kerzenlicht

Am Sonntag: Erinnerung auf dem Zeitzer Altmarkt.

Von Torsten Gerbank 10.02.2022, 20:00
Zum Gedenken an die Corona-Toten sollen am Sonntag auf dem Altmarkt in Zeitz Kerzen angezündet werden.
Zum Gedenken an die Corona-Toten sollen am Sonntag auf dem Altmarkt in Zeitz Kerzen angezündet werden. Foto: imago images/NurPhoto

Zeitz/MZ - Mit Kerzen und einem Moment der Stille will das Zeitzer Bündnis für Vielfalt und Demokratie am späten Sonntagnachmittag der Menschen gedenken, die in Zeitz, im Burgenlandkreis und darüber hinaus an und mit einer Coronaerkrankung gestorben sind. 17 Uhr sollen Kerzen angezündet und auf der großen Treppe an der Südseite des Altmarktes abgestellt werden. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, sei willkommen, so Romy Bahlmann, Sprecherin des Bündnisses.

Offener Brief im Internet

Wie Bahlmann weiter sagt, habe das Bündnis einen offenen Brief verfasst und auf der Internetplattform „change.org“ veröffentlicht. Das Bündnis hoffe, dass viele Menschen die Zeilen lesen, sich damit identifizieren und das auch dokumentieren. Das Schreiben wendet sich direkt an die Einwohner von Zeitz. Die Verfasser erklären, dass sie die in der Stadt Zeitz und in anderen Orten des Burgenlandkreises stattfindenden Corona-Spaziergänge „mit großer Sorge“ beobachten. „Rechtsgesinnte, Demokratiefeinde und auch Neonazis wie die ,Freien Sachsen’ und der ,III. Weg’ nutzen und radikalisieren die Corona-Proteste und sind ein fester Bestandteil davon - ohne dass sich jemand daran stört“, heißt es in dem offenen Brief wörtlich.

Die Verfasser erklären aber auch, dass sie Kritik an einzelnen Coronamaßnahmen oder an einer möglichen Einführung einer Impfpflicht als legitim und nachvollziehbar betrachten. Um eine gute Lösung für alle zu finden, brauche es vor allem Aufklärung und einen sachlichen Diskurs. „Beides ist leider oft nicht gegeben“, heißt es. Das Internet und vermeintliche Experten in den sozialen Medien seien hier die falschen Ratgeber. Das Bündnis wertet es als ein Kennzeichen einer funktionierenden Demokratie, „dass verunsicherte und kritische Bürgerinnen und Bürger für ihre Interessen und Meinungen demonstrieren können und keine Verfolgung befürchten müssen“. Das Bündnis habe aber den Eindruck, dass für viele Teilnehmer der aktuellen Montagsproteste die mögliche Impfpflicht gegen das Coronavirus „schon lange nicht mehr der Hauptgrund für ihren Protest ist“.

Für ein Zusammenstehen

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Wir Zeitzerinnen und Zeitzer stehen zusammen mit vielen Couragierten - unter anderem in Naumburg und Weißenfels -, die gegen das Verbreiten von Verschwörungstheorien, Desinformation und die offensichtlichen Spaltungsbemühungen der sogenannten Corona-Kritiker eintreten.“ Mit dem veröffentlichten Brief wolle das Bündnis denen eine Stimme geben, die seine Befürchtungen teilen und die ebenfalls der Überzeugung seien, „dass Demokratie, Wissenschaft, Solidarität und Toleranz die Schlüssel sind, um die Pandemie und auch Meinungsverschiedenheiten in einem guten Geist gemeinsam zu bewältigen“.