Tauentzien und Batteriestein in Wittenberg

Tauentzien und Batteriestein in Wittenberg: Verwirrung um Denkmale im Stadtrat

Wittenberg - Alle wollen die Sanierung von Batteriestein und Tauentzien.

Von Irina Steinmann 26.05.2019, 14:33
Tauentzien-Denkmal in Wittenberg
Tauentzien-Denkmal in Wittenberg Baumbach

Jetzt hat es Dirk Hoffmann (AfD) amtlich: Eine überdeutliche Mehrheit seiner Stadtratskollegen lehnt den Vorschlag der AdB/AfD-Fraktion zur Sanierung von Tauentziendenkmal und Batteriestein ab. Bei nur vier Ja-Stimmen und vier Enthaltungen wurde der entsprechende Antrag auf der Ratssitzung am Mittwoch zurückgewiesen.

Dass das Thema überhaupt als Tagesordnungspunkt auftauchte, verwunderte Hoffmann, da über den Antrag im Kulturausschuss doch gar nicht entschieden worden sei. Dies sei sehr wohl geschehen, hieß daraufhin: In Vertretung des Ausschussvorsitzenden Horst Dübner (Linke) zitierte Reinhard Rauschning (SPD) aus dem Protokoll der Ausschuss-Sitzung, demnach wurde der Antrag am 8. Mai mit neun Nein abgelehnt.

Dass das Abstimmungsergebnis in der ebenso aktuellen wie offiziellen „Ratsinformation“ im Internet ganz im Gegenteil mit neunmal Ja, also angenommen, auftaucht, zeigt nur die Verwirrung, die das Lavieren im Kulturausschuss offenbar auch intern gestiftet hat.

Der Ausschuss hatte nämlich mitnichten über den Antrag abgestimmt, sondern sich auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Dübner lediglich darauf verständigt, dass ein solcher angesichts der bereits angelaufenen Verwaltungsaktivität gar nicht mehr nötig sei. Alles klar?

Doch hier ist jetzt die gute Nachricht: Irgendwie wollen doch alle, dass die beiden besonders desolaten Denkmale in den Wallanlagen, die an die Befreiungskriege erinnern, baldmöglichst saniert werden. Bürgermeister Jochen Kirchner, der dies im Übrigen auch bereits im Kulturausschuss erklärt hatte mit dem genannten Ergebnis, erneuerte das Versprechen der Verwaltung, nach einer Finanzierungsquelle zu suchen und dazu im Nachtragshaushalt einen entsprechenden Vorschlag vorzulegen; im Blick hat man hierfür offenbar Ausgleichsbeiträge aus Sanierungsverfahren.

„Wir sind dabei einen Restaurator zu suchen“, fügte Kirchner als Neuigkeit hinzu. „Ziel“ sei, die Sanierung doch bereits 2020 hinzubekommen. (mz)