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Peter Fitzek

Peter Fitzek: Der „König von Deutschland“ bleibt in U-Haft

Wittenberg - Peter Fitzek bleibt in Untersuchungshaft. Das hat das Landgericht Halle am Donnerstag dem Anwalt des selbst ernannten „Königs von Deutschland“, Peter Kehl, mitgeteilt.

Von Michael Hübner 23.06.2016, 18:47

Peter Fitzek bleibt in Untersuchungshaft. Das hat das Landgericht Halle am Donnerstag dem Anwalt des selbst ernannten „Königs von Deutschland“, Peter Kehl, mitgeteilt. Am Montag hatte ein Haftprüfungstermin stattgefunden. Der Angeschuldigte sei dringend verdächtig, in 27 Fällen über fremdes Vermögen verfügt und es missbraucht zu haben, heißt es nach Angaben von Kehl in der Begründung für die Haft. Es geht dabei um 1,3 Millionen Euro.

„König“ in Handschellen

Zur Haftprüfung wurde der „Monarch“ in Handschellen vorgeführt, berichtete sein Anwalt. 144 Minuten dauerte die Haftprüfung. „Ich habe eine Zeugenvernehmung beantragt“, erklärte der Jurist die ungewöhnliche Dauer. Der Zeuge schilderte Fitzek als jemanden, der wenig Komfort brauche und ein großes Herz für andere habe. Der einstige Buchhalter im „Königreich“ hatte die Einzahlungen und Ausgaben in grünen A-4-Heftern aufgelistet. Der Zeuge bestätigte, dass Fitzek von diversen Konten Bargeld abgehoben habe. Was mit dem Geld geschehen sei, könne er nicht sagen. Seine Buchführung ende am 25. April 2013.

An diesem Tag wurden die Unterlagen beschlagnahmt. Aber das Sicherstellungsprotokoll der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist spurlos verschwunden, räumt die Staatsanwältin ein. Nun soll es Nachermittlungen geben, das Gericht setzt dazu eine Frist bis zum 7. August.

Staatsanwalt bleibt gelassen

Die Staatsanwaltschaft gibt sich gelassen. „Wir halten an der Anklage fest“, sagt Sprecher Olaf Braun. Demnach soll Fitzek per Internet eine sogenannte Kooperationskasse betrieben haben. Dort soll er 1,3 Millionen Euro abgehoben und für eigene Zwecke verwendet haben. Den Vorwurf der schweren Untreue in 27 Fällen müssen die Ermittler nun beweisen. Die Kernfrage aber bleibt: Wo ist das Geld?

„Die Staatsanwaltschaft hat nicht zu Ende recherchiert“, sagt Kehl, Spezialist für Wirtschaftsstrafrecht. Theoretisch müsse es 27 Opfer geben. Doch niemand habe die Polizei eingeschaltet. Die Anleger haben gewusst, so seine Schlussfolgerung, wem sie ihr Geld anvertrauen. (mz)