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Blog 18. Januar

Peter Benedix: Woran du dein Herz hängst sucht nach neuen Fördermitteln

Wittenberg/Berlin - Nach den ersten Dreharbeiten folgt die Ernüchterung, denn innerhalb von drei Tagen brechen zwei Förderer weg, mit denen der Filmemacher gerechnet hatte.

Von Peter Benedix 18.01.2017, 17:00

Bisher ging es recht gut voran. Erste Drehs waren vielversprechend, der Zuspruch des Umfeldes ist enorm und die Motivation hoch. Kurz vor Weihnachten jedoch gab es einen gefährlichen Rückschlag. Binnen drei Tagen lehnen erst das Land Sachsen Anhalt und dann der Bund die an sie gestellten Förderanträge ab.

Dieses Szenario durften mein Team und ich zwar nicht ausschließen, aber dass es dann doch so rigoros eintritt, war unerwartet. Die Entscheidungen werden entweder nicht gar nicht oder nur in Ansätzen erläutert. Was nun? Aufhören?

Anderthalb Jahre Vorlaufzeit, ein positiver Förderbescheid der Stadt Wittenberg und endlose Telefonate mit den potentiellen Entscheidern und nun alles umsonst? Im ersten Moment scheint es fast so und mit hängenden Köpfen geht es erst einmal in die Weihnachtszeit.

Peter Benedix ist Filmregisseur und arbeitet an einer Langzeit-Dokumentation über das Reformationsjubiläum 2017 in der Lutherstadt Wittenberg. Auf der Seite www.mz.de/herz und www.worandeinherz.de berichtet der 36-Jährige über die Fortschritte bei den Arbeiten an dem abendfüllenden Film über seine Heimatstadt. Sie erreichen Peter Benedix per Mail unter [email protected]

Doch als die Nachricht beginnt, die Runde zu machen, erreichen mich mehr und mehr Nachrichten von Leuten die Hilfe anbieten. Neue Anträge sollen geschrieben werden, private Unterstützung wird angeboten und Sachleistungen in Aussicht gestellt.

Es rührt mich sehr, dass wir bei so vielen Menschen den Glauben an die Wichtigkeit des Films wecken konnten. Was bei den Entscheidern von Land und Bund noch auf taube Ohren stößt, ist hier bereits angekommen.

Jetzt haben wir Mitte Januar und wir brauchen noch immer eine finanzielle Perspektive um bis zur Fertigstellung 2018 durchhalten zu können. In den nächsten Tagen wird sich viel entscheiden.

Weitere Gespräche mit der Stadt stehen an und auch auf Bundesebene werden wir, beflügelt durch die Rückmeldungen der letzten Wochen, einen zweiten Versuch starten. Wir müssen uns besser erklären und den Gedanken, warum dies kein Film nur für Wittenberger ist, sondern für Jedermann, stärker entwickeln.

Filme haben gegenüber anderen Aktionen wie Theaterstücke oder Gesprächsrunden einen entscheidenden Vorteil – sie sind ortsunabhängig für jedermann immer wieder erfahrbar und bisher gibt es immer noch kein vergleichbares Projekt wie das unsere. Das ist unser Trumpf und damit müssen wir wieder ran an die öffentlichen Töpfe.

Aber auf die dürfen wir uns nicht mehr verlassen daher werden wir in den kommenden Tagen auch wieder verstärkt auf die Wirtschaft zukommen. Noch ist alles drin! (mz)