Positionspapier gegen Corona-Proteste

Parteien stellen sich gegen Impfgegner-Spaziergänge in Wittenberg

Erklärung von SPD, Linken, Grünen und Die Partei: „Wir vertrauen der Wissenschaft“

Von Irina Steinmann 17.12.2021, 15:58 • Aktualisiert: 17.12.2021, 17:18
Dicht gedrängt ging es am vergangenen Montag in Wittenberg gegen die Corona-Maßnahmen. Gegen diese "Spaziergänge" stellen sich nun mehrere Parteien aus Wittenberg.
Dicht gedrängt ging es am vergangenen Montag in Wittenberg gegen die Corona-Maßnahmen. Gegen diese "Spaziergänge" stellen sich nun mehrere Parteien aus Wittenberg. Foto: Thomas Klitzsch

Wittenberg/MZ/ - Ein Wittenberger Mehrparteienbündnis stellt sich gegen die so genannten Corona-Spaziergänge. „Wir akzeptieren nicht, dass die Gefahr von Covid-19 verharmlost, der Nutzen der Impfung kleingeredet und damit Menschen in Gefahr gebracht werden“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung von SPD, Linken, Grünen und „Die Partei“.

Darin heißt es: „Corona ist gefährlicher als eine normale Grippe. Impfungen verhindern schwere Krankheitsverläufe. Deshalb ist es richtig, Menschen ohne Impfschutz Kontaktbeschränkungen auszusetzen. Die Infektionsgefahr sinkt durch Impfungen erheblich. Deshalb stehen wir hinter staatlichen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus. Wir vertrauen auf die Empfehlungen der Wissenschaft.“

Verwiesen wird auf die hoch angespannte Situation in den Krankenhäusern, die Belastungen für die Wirtschaft wie auch für die einzelnen Menschen und auf die bisher weit über 300 Corona-Toten allein im Landkreis Wittenberg.

Beteiligung erwünscht

„Wir wollen der stillen Mehrheit, die die Maßnahmen zur Eindämmung im Wesentlichen mitträgt, eine Möglichkeit geben sich, zu zeigen“, heißt es im Begleitschreiben zur Resolution. Dazu werde diese auf www.kein-spaziergang.de(die Seite war bis zum Redaktionsschluss am Freitag noch nicht freigeschaltet, Anm. d. Red.) veröffentlicht. Dort finde sich auch ein Link auf die Petitionsplattform change.org, wo sich die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt und im Landkreis Wittenberg der Erklärung anschließen können.

„Wir, ein Bündnis aus Parteien dieser Stadt, laden die Bürgerinnen und Bürger ein, sich solidarisch zu zeigen“, so Sven Paul, Koordinator der Erklärung und Vorsitzender der SPD Wittenberg. „Gemeinsam bekommen wir die Pandemie in den Griff. Zeigen wir Gesicht!“ Die Maßnahmen gegen die Pandemie würden helfen, größeren Schaden abzuwenden. Es wird vor „halb garen Informationsquellen“ gewarnt und darum gebeten, die Krankenhäuser und Arztpraxen durch Einhaltung der Regeln zu entlasten.

„Wir hoffen“, so Horst Dübner (Linke), „mit der Erklärung auch einige von denen ansprechen zu können, die sich den Demonstrationen gegen die Maßnahmen anschließen.“

Viele Regel-Verstöße

Am vergangenen Montag waren rund 2.000 Menschen durch die Wittenberger Innenstadt gezogen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren, insbesondere gegen eine Impfpflicht. Masken- und Abstandsregeln wurden bei dem angemeldeten „Spaziergang“ überwiegend nicht eingehalten.

Die Unterzeichner der Resolution „Der Weg aus der Pandemie ist kein Spaziergang“ fordern die Ordnungsbehörden in diesem Zusammenhang daher eindringlich auf, derartige Verstöße zu ahnden.