Demonstration auf ArsenalplatzBundesweit bekannte Querdenker sprechen in Wittenberg

Von Thomas Liersch Aktualisiert: 26.07.2021, 10:20
Mit einem Bus sind Schiffmann und Co. in Wittenberg angekommen.
Mit einem Bus sind Schiffmann und Co. in Wittenberg angekommen. (Foto: Nitz)

Wittenberg - Auf dem Arsenalplatz in Wittenberg haben am Sonntagabend Vertreter der Querdenker-Szene gesprochen, die sich gegen Corona-Schutzmaßnahmen richtet. Die Polizei hat rund 130 Teilnehmer gezählt, die Veranstalter hatten mit 200 bis 500 Teilnehmern gerechnet. Offenbar waren die Redner der sogenannten „Corona-Info-Tour“ enttäuscht, sie wiesen während der Veranstaltung mehrfach darauf hin, dass per Video-Übertragung ins Internet viel mehr Menschen erreicht werden würden.

Vom Dach eines Tourbusses gesprochen haben in der Szene bekannte Leute wie Bodo Schiffmann und Samuel Eckert, Anmelder war der Unternehmer Wolfgang Greulich aus Baden-Württemberg. Das Motto der Veranstaltung lautete „Aufklärung zum Thema Wiederherstellung der Grundrechte“. Bodo Schiffmann, er stellte sich wie die anderen Redner nicht vor, nahm zum Beispiel Bezug auf Martin Luther, der sich gegen den Ablasshandel einsetzte, und verglich die Ablassbriefe von damals mit Impfpässen von heute. Seine Redefreiheit nutzte Schiffmann unter anderem, um eingeschränkte Freiheiten zu beklagen: „Heute ist nicht nur der Osten wieder in der DDR gelandet.“

Samuel Eckert behauptete: „Es wird Stimmung gemacht gegen Leute, die eine andere Auffassung von Gesundheit haben.“ Damit meinte er Querdenker wie sich selbst, die eine Gefahr durch Corona bestreiten: „Gäbe es eine Gefahr, alle im Bus müssten tot sein.“ Er sei in vielen Hotspots gewesen und habe so viele Menschen umarmt, sei aber nicht an Corona erkrankt. Die Wirksamkeit von Masken zog er in Zweifel.

Gegen Ende verschärfte sich der Ton, als Wolfgang Greulich sprach. Tenor: „Wir werden global von Idioten regiert“ oder „Die meisten Politiker haben das Attribut Drecksack verdient“. Geldgier sei der einzige Grund fürs Impfen. Er erntete besonders viel Applaus vom Publikum, das sich zusammensetzte aus bekannten Gesichtern von vergleichbaren Wittenberger Veranstaltungen und Auswärtigen, die aus Dessau und anderen Städten angereist waren.

Flyer wurden ausgegeben, die in Wittenberg verteilt werden sollen und auffordern, eine Querdenken-Demonstration in Berlin zu besuchen. (mz)