Bombenfund

Aufatmen in Wittenberg: Granate gesprengt - 125-Kilo-Bombe ist entschärft

Am Freitagmittag wurde im Radius von 500 Metern um die Bombe in der Zahnaer Straße ein Sperrbezirk eingerichtet. Manche Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Aktualisiert: 19.11.2021, 14:14
Die amerikanische 125-Kilogramm-Sprengbombe wird abtransportiert.
Die amerikanische 125-Kilogramm-Sprengbombe wird abtransportiert. Foto: Klitzsch

Wittenberg/MZ - Im Zuge von Bauarbeiten in Wittenberg ist östlich der Zahnaer Straße am Donnerstag eine Bombe mit einem Gewicht von etwa 125 Kilogramm gefunden worden. Wie Landkreissprecher Alexander Baumbach weiter mitteilte, sei in der Nähe des Fundorts zusätzlich noch eine Granate entdeckt worden. Dabei handelte es sich um eine deutsche 8,8-Zentimeter-Flugabwehrgranate.

Am Freitagvormittag wurde im Radius von 500 Metern um die Bombe ein Sperrbezirk eingerichtet. „Die Granate ist das kleinere Problem“, sagte Baumbach im Vorfeld. Für sie war eine Sprengung vorgesehen.

Im Sperrgebiet liegt Baumbach zufolge unter anderem das Impfzentrum am Mittelfeld. Auch die Berufsschule ist betroffen, ihr Unterricht musste deshalb ruhen.Von den Maßnahmen waren mindestens 325 Bürger betroffen. Im Ticker berichten wir über die aktuellen Entwicklungen:

Bombenfund in Wittenberg - die aktuellen Entwicklungen:

Die Bombe wird nach der Entschärfung gehoben und abtransportiert.
Die Bombe wird nach der Entschärfung gehoben und abtransportiert.
Foto: Klitzsch

13.15 Uhr: Die Bombe wird aus der Grube gehoben und abtransportiert.

Die Sicherstellung der vollständigen Räumung des Sperrgebietes hat einige Stunden gedauert.
Die Sicherstellung der vollständigen Räumung des Sperrgebietes hat einige Stunden gedauert.
Foto: Klitzsch

12.46 Uhr: Bahnstrecke zwischen Wittenberg und Jessen wieder freigegeben

12.40 Uhr: Die 8,8-Zentimeter-Flugabwehrgranate wurde gesprengt.

12.35 Uhr: Das ging schnell: Die Bombe ist entschärft.

Evakuierte warten in der Stadthalle.
Evakuierte warten in der Stadthalle.
Foto: Marcel Duclaud

12.20 Uhr: Ruhig ging es am Mittag in der Stadthalle zu, wo die Menschen, die wegen des Bombenfundes ihre Wohnungen und Häuser verlassen mussten, unterkommen konnten. Versorgt werden könnten hier rund 100 Leute, sagte Julia Mantei, stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin beim Deutschen Roten Kreuz. Es wurden dann aber nur fünf. „Das war schwer abzuschätzen“, sagt sie. Manche seien berufstätig, andere haben wohl bei Angehörigen Quartier gefunden. Für die, die zur Stadthalle gebracht wurden, mit Bus oder Krankentransport, stand Verpflegung bereit, Getränke und ein Mittagessen. Ansonsten hieß es warten für sie, über Stunden hinweg. Was nicht so einfach ist. „Man hat uns hier in Sicherheit gebracht“, erklärt eine ältere Frau und fügt hinzu: „Das fühlt sich komisch an. Wenigstens sitzen wir im Warmen. Und wir hoffen natürlich sehr, dass alles gut geht bei der Entschärfung.“ Wann sie zurück können, das ist am Mittag noch nicht abzusehen.

Die amerikanische 125-Kilogramm-Sprengbombe.
Die amerikanische 125-Kilogramm-Sprengbombe.
Foto: Landkreis Wittenberg

12 Uhr: Die Entschärfung der Bombe hat begonnen.

11.58 Uhr: Die Flugsicherung Bremen hat das Gebiet ab 12 Uhr freigegeben, dann soll die Entschärfung der Bombe starten. Stefan Adrio vom Ordnungsamt des Landkreises ist der einzige, der während dieser Zeit den Kontakt zum Sprengmeister hält.

Die Drohne des THW mit Wärmebildkamera.
Die Drohne des THW mit Wärmebildkamera.
Foto: Klitzsch

11 Uhr: Die Evakuierung des Sperrgebiets ist nun abgeschlossen, das THW hat die Drohne wird eingeholt. Nun fliegt zur Sicherung ein Polizeihubschrauber abschließend über das Gebiet, um sicherzustellen, dass sich keine Menschen mehr in der Sperrzone befinden. Bisher ist der Einsatz planmäßig verlaufen. Man liege gut in der Zeit, heißt es.

Die Flugsicherung fliegt über das Sperrgebiet.
Die Flugsicherung fliegt über das Sperrgebiet.
Foto: Thomas Klitzsch

10.50 Uhr: Vom THW-Gelände in der Fabrikstraße hebt eine Drohne ab. Sie ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Sie soll sicherstellen, dass sich keine Menschen mehr im Sperrgebiet aufhalten, bevor die 125-Kilo-Bombe entschärft wird.

Großeinsatz bei der Bombenentschärfung in Wittenberg.
Großeinsatz bei der Bombenentschärfung in Wittenberg.
Foto: Kreisverwaltung Wittenberg/Baumbach

10.37 Uhr: Die letzten Anwohner in der Dresdener Straße verlassen ihre Häuser. "Wir fahren in die Stadthalle", sagt ein Mann mit Hund. Dann fährt er mit seiner Frau und dem Vierbeiner davon.

10.30 Uhr: Die Grenze des Evakuierungsgebietes verläuft zwischen der Esso-Tankstelle und dem Autohaus Schandert. Letzterer hat Glück und muss sein Geschäft nicht schließen. Die Tankstelle schließt ab 11 Uhr, hofft aber, ab 14 Uhr wieder öffnen zu können.

10.20 Uhr: Ein Polizeiauto versperrt die Zufahrt zur Dresdner Straße, auch Fußgänger kommen hier nun nicht mehr durch.

10 Uhr: Der Bahnverkehr in Richtung Jessen ist vollständig eingestellt. Allerdings scheinen sich die Bahnreisenden gut informiert zu haben - gestrandete Fahrgäste gibt es zumindest am Wittenberger Bahnhof derzeit keine.

Labetz, 8.35 Uhr: Eine große Hinweistafel an der Zahnaer Straße weist stadteinwärts kurz vor dem Abzweig zur Hüfnerstraße auf die Sperrung der Zahnaer Straße im weiteren Verlauf und der B 187 hin. Wer dieseUmleitung  nicht wahrgenommen und eingeschlagen hat, wird von der Polizei in die Hüfnerstraße umgeleitet.

Evakuierung: Bürger, die sich in Quarantäne befinden, sollen ins Stadthaus

Bürger, die sich in Quarantäne befinden,mussten ins Stadthaus/Mauerstraße kommen. Alle anderen Bürger haben sich in der Stadthalle in der Schillerstraße eingefunden. 

B187 gesperrt - Verkehr umgeleitet - Bahnverkehr unterbrochen

Der Verkehr auf der B187 wurde am Freitagmorgen weiträumig umgeleitet. Die Sperrungen werden voraussichtlich noch ein wenig andauern. Auch der Bahnverkehr zwischen Wittenberg und Jessen ist davon betroffen.

Der Katastropenschutz ist vor Ort.
Der Katastropenschutz ist vor Ort.
Foto: Kreisverwaltung Wittenberg/Baumbach

Mit einem Ende der Maßnahmen ist nicht vor 13.30 Uhr zu rechnen.