Wirtschaft Alttröglitz

Wirtschaft Alttröglitz: Möllring verzaubert von Deurex-Ölbindemittel

ALTTRÖGLITZ/MZ - Sie werden überall darüber sprechen, was sie in Alttröglitz am Donnerstag kennengelernt haben - das sicherten am Donnerstag Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) und Bundestagsabgeordneter Dieter Stier (CDU) zu. Und Deurex-Vorstandschef Günter Hufschmid und das Team des Deurex-Pure-Betriebes waren damit voll zufrieden, denn das vor allem brauchen sie: Dass man über das Ölbindemittel Pure spricht. Jenes Produkt, das in den letzten zweieinhalb Jahren entwickelt wurde und seine erste große Bewährungsprobe beim diesjährigen Hochwasser bestanden hat. Die Produktionsstätte steht, seit März ist sie in Betrieb, Löhne und Gehälter werden pünktlich gezahlt - auf Geldgeschenke sei er nicht angewiesen, so Hufschmid, aber auf die Vermarktung des ...

Von HEIKE RIEDEL
Hartmut Möllring und Dieter Stier (Bildmitte v. l.) an einem Arbeitsplatz bei Deurex, wo Pure in Schlauchform gebracht wird.

Sie werden überall darüber sprechen, was sie in Alttröglitz am Donnerstag kennengelernt haben - das sicherten am Donnerstag Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) und Bundestagsabgeordneter Dieter Stier (CDU) zu. Und Deurex-Vorstandschef Günter Hufschmid und das Team des Deurex-Pure-Betriebes waren damit voll zufrieden, denn das vor allem brauchen sie: Dass man über das Ölbindemittel Pure spricht. Jenes Produkt, das in den letzten zweieinhalb Jahren entwickelt wurde und seine erste große Bewährungsprobe beim diesjährigen Hochwasser bestanden hat. Die Produktionsstätte steht, seit März ist sie in Betrieb, Löhne und Gehälter werden pünktlich gezahlt - auf Geldgeschenke sei er nicht angewiesen, so Hufschmid, aber auf die Vermarktung des Produkts.

"Die Wirkung hat mich beeindruckt"

„Ich bin sehr überrascht, die Wirkung hat mich beeindruckt“, kommentierte Möllring die kleine Vorführung mit Wasser, Öl und Pure. Im Nu hat das weiße, wie Watte aussehende Material das Öl aus dem Wasser aufgenommen, zurückgeblieben ist klares Wasser. Parallel lief ein Versuch mit einem herkömmlichen Ölbindemittelgranulat. Da hat es eine halbe Stunde gedauert und viel mehr Material verbraucht, bis die gleiche Ölmenge aufgenommen war. Und das komplette Abschöpfen des Ölbindemittels war dann auch noch aufwendiger, als das Abnehmen des Pure-Bindemittels.

Stefan Rente von der Freiwilligen Feuerwehr Fischbeck konnte zudem noch sehr lebendig schildern, wie schnell und einfach es sich während der Flut dieses Sommers an der Elbe mit Pure arbeiten ließ. Während sich das herkömmliche Granulat vollgesaugt mit Öl nur schwer bis zum letzten Rest wieder einsammeln ließ und an Wänden, in Ritzen und an der Kleidung Teile haften blieben, wurde Pure einfach mit dem Rechen vom Wasser gefischt und zurück in die Eimer gepackt, aus denen es entnommen war. Dass diese dann sechs bis siebenmal so viel wogen, war dem Öl geschuldet, das mit eingesammelt worden war.

„Pure ist enorm effektiv“

„Pure ist enorm effektiv“, so auch die Einsicht von Jens Werner, der sich als Zugführer des Technischen Hilfswerkes (THW) Naumburg das Bindemittel für Einsätze auf dem Wasser, wo Ölsperren errichtet werden müssen, wünscht. Viel weniger Menschen müssten dann für diese Arbeiten gebunden werden und außerdem ginge es viel schneller. Das überzeugte die Politiker. „Wenn so etwas Tolles in meinem Wahlkreis produziert wird, werde ich helfen, dass viele davon erfahren. Wir, aber auch die Feuerwehren und das THW können Multiplikatoren sein“, sagte Stier, der den Besuch mit Minister Möllring angeregt hatte. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dem Unternehmen die Vermarktung angesichts dieser Qualitätsmerkmale gelingen werde.

Am Produkt selbst wird gegenwärtig weitergearbeitet, damit es noch mehr Öl oder andere Schadstoffe aufnehmen kann. In verschiedenen Verarbeitungsformen steht es bereits zur Verfügung: als Matten, als Schläuche, als Faser ähnlich einer „Watte“. Von letzterer kommt der Begriff „Zauberwatte“, den die Praktiker gern nutzen.

Auch das Recycling wird jetzt gemeinsam mit dem Institut für Neuwert-Forschung entwickelt. Die Fischbecker haben nach dem Hochwasser die Eimer mit Öl gefülltem Pure von einem Schadstoffentsorger abholen lassen. Jetzt wird experimentiert, wie sich am besten die Schadstoffe aus Pure wieder lösen lassen, um das Bindemittel erneut zu verwenden. Mit Zentrifugen, mit Pressen oder ganz anders? Auf alle Fälle wird Pure zukünftig auch durch das Recycling den herkömmlichen Bindemitteln überlegen sein, verspricht das Deurex-Team.