Winterdienst

Winterdienst: Wie ist die Stadt Weißenfels auf die kalte Jahreszeit vorbereitet?

Weißenfels - Eis und Schnee könnten schon bald vor der Tür stehen. Doch wie sind die Kommunen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet?

Von Andreas Richter 02.11.2017, 06:00

„Wir stehen in den Startlöchern“, versichert Dominik Schmidt, seit 1. Oktober Leiter des Fachbereichs Städtische Dienste bei der Stadt Weißenfels. Ähnliches ist in Sachen Winterdienst aus anderen Kommunen im Umfeld zu hören. „Unser Plan steht“, sagt zum Beispiel Martin Meschkat vom Ordnungsamt in Teuchern. Bereits seit dem 1. November ist in Teuchern offiziell Winterbereitschaft angesagt.

Die Vorbereitung auf die nahe kalte Jahreszeit gehörte in den letzten Wochen für den neuen Chef in Weißenfels gleich zu den wichtigsten Aufgaben. Stichtag für die Kommune ist der 14. November. Dann tritt bis zum 18. März die Rufbereitschaft für den Winterdienst offiziell in Kraft. In diesen Tagen wird noch einmal die Technik überprüft, Container mit Streugut werden ebenso kontrolliert wie die Schilder in jenen Bereichen, für die nur ein eingeschränkter Winterdienst gilt.

70 städtische Mitarbeiter für den Winterdienst inWeißenfels

Dabei kann sich die Weißenfelser „Schlagkraft“ für die kalte Jahreszeit durchaus sehen lassen. Immerhin stehen 70 städtische Mitarbeiter für den Winterdienst in der Kernstadt und ihren elf Ortsteilen bereit. 24 davon für den eigentlichen Straßenwinterdienst, der bei Bedarf auf acht verschiedenen Routen im Drei-Schicht-System zwischen 3 und 20 Uhr unterwegs ist.

Hinzu kommen 44 Mitarbeiter, die mit Technik oder auch manuell Gehwege und Haltestellen freihalten. Zwei weitere Mitarbeiter halten in der Werkstatt die Technik auf Vordermann. Stichwort Technik. Auch da ist Weißenfels ordentlich aufgestellt. 16 Fahrzeuge stehen bereit, um dem Winter die Stirn zu bieten. Acht für die Touren auf den Straßen und noch einmal acht Traktoren für die Beräumung der Gehwege.

Winterdienst in Weißenfels: Tourenplan mit klar festgelegten Dringlichkeitsstufen

Um für den eisigen Ernstfall gerüstet zu sein, hat die Stadt einen Tourenplan mit klar festgelegten Dringlichkeitsstufen ausgearbeitet. Oberste Priorität haben dabei die sogenannten Hauptverkehrsstraßen wie etwa die Merseburger oder die Käthe-Kollwitz-Straße. Für Bundesstraßen sei jedoch der Landesstraßenbaubetrieb zuständig, erklärt Bauhof-Chef Frank Hyß. Dort sei die Kommune nur auf den Gehwegen in der Pflicht.

Die zweite Dringlichkeitsstufe betrifft die Nebenstraßen wie zum Beispiel das Straßennetz in Weißenfels-West. Stufe drei sind Straßen mit geringem Verkehrsaufkommen, zumeist Anliegerstraßen, in denen die Kommune bei starken Schneefällen oder extremer Glätte aushilft.

Rund 400 Tonnen Streusalz im Lager und in Hochsilos in Weißenfels

Gut vorbereitet sehen sich die Kommunen auch in Sachen Streugut. Rund 400 Tonnen davon liegen im Lager in der Leipziger Straße und in Hochsilos auf dem Gelände des Bauhofes in Weißenfels-West bereit - ausreichend für einen normalen Winter. Darüber hinaus  stehen an den Straßenrändern im gesamten Stadtgebiet - besonders an Strecken mit starkem Gefälle - insgesamt 142 Behälter mit Streugut. Zudem hat die Stadt rund 60 Tonnen Splitt eingelagert. Die Stadt Teuchern hat 38 Tonnen Streusalz eingelagert.

Jahrelange Erfahrung mit dem Winterdienst hat Frank Hyß. Und deshalb weiß er, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig einen Streusalz-Vorrat anzuschaffen. Als im März dieses Jahres der Winter noch einmal kurz zurückkehrte und viel Streugut verbraucht wurde, deckte sich die Stadt danach gleich wieder mit Nachschub ein - denn der nächste Winter kommt bestimmt.

Winterdienst in Weißenfels: „Wir können nicht an jedem Ort gleichzeitig sein“

Und damit auch der gefühlte Ärger über unzureichende Beräumung der Straßen. „Wir können nicht an jedem Ort gleichzeitig sein“, wirbt Hyß schon mal um Verständnis. Und erinnert daran, dass auch die Grundstückseigentümer im Winter ihre besonderen Pflichten haben, die in der Straßenreinigungssatzung der Kommune festgelegt sind. (mz)