Abholzung in Weißenfels

Waldpflege in Weißenfels: Im Waisenholz werden Bäume gefällt

Weißenfels - Im sogenannten Waisenholz in der Weißenfelser Ortschaft Langendorf werden in wenigen Tagen Waldarbeiter mit ihrer Technik anrücken.

Von andreas richter 28.07.2017, 09:55

Im sogenannten Waisenholz in der Weißenfelser Ortschaft Langendorf werden in wenigen Tagen Waldarbeiter mit ihrer Technik anrücken. „Wir planen eine größere Pflegemaßnahme“, erklärte Holger Koth, Leiter des Forstbetriebs Süd des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt. In der Regel werde ein Waldgebiet alle zehn Jahre durchforstet, so Koth.

Soll heißen: Alte Bäume, deren Stämme einen bestimmten Durchmesser, eine sogenannte Zielstärke, erreicht haben, werden gefällt. Es wird ausgelichtet, der Bestand wird verjüngt, damit jene Bäume, die stehen bleiben, bessere Wachstumsbedingungen vorfinden.

Bäume im Waisenholz in Weißenfels sind sehr alt

„Wir haben es im Waisenholz mit einem sehr alten Baumbestand zu tun - im Durchschnitt rund 150 Jahre. Rund zwölf Jahre lang wurde hier nichts gemacht“, erklärte Koth bei einer Vor-Ort-Begehung im Vorfeld der Maßnahme. Nun stehen die Verantwortlichen vor einer besonderen logistischen Herausforderung.

Denn der Wald mit seinen bis zu 30 oder 40 Meter hohen Eichen, Buchen und anderen Laubhölzern ist relativ schwer zugänglich. Erreicht werden kann das etwa 7,6 Hektar große Gebiet hinter dem Weißenfelser Freibad nur über Felder der Langendorfer Agrargenossenschaft. „Wir wollen Anfang August mit den Arbeiten beginnen. Doch der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wann das Feld abgeerntet ist“, sagte Revierleiter Stefan Fahr, zuständig für insgesamt rund 2.600 Hektar Landeswald im Burgenlandkreis.

Im Burgenlandkreis gibt es insgesamt rund 10.000 Hektar Wald der verschiedensten Eigentumsformen: Privatwald, kommunaler und Landeswald sowie Wald des Bundes. Der Zeitzer Forst ist mit 1.800 Hektar das größte zusammenhängende Waldgebiet im südlichen Sachsen-Anhalt

Eine Baumfällaktion an der Leißlinger Winterlaite hatte zu Jahresbeginn für Diskussionsstoff gesorgt. Insgesamt waren knapp 250 Bäume - unter anderem aus Gründen der Gefahrenabwehr - gefällt worden. Der Weißenfelser Umweltausschuss hatte im Nachhinein beklagt, nicht ausreichend einbezogen worden zu sein.

Abholzarbeiten im Waisenholz: Hundebesitzer sollten sich aus Sicherheitsgründen mit ihren Tieren möglichst fernhalten

Schon jetzt bat er Anlieger im Umkreis, zum Beispiel Hundebesitzer, sich aus Sicherheitsgründen dann möglichst von den Arbeiten fernzuhalten.

„Auch aus Sicht des Jägers ist das Ganze eine sinnvolle Maßnahme“, sagte der Weißenfelser Stadtjäger Armin Deubel. Rehe, Hasen und Wildschweine sind in dem Revier anzutreffen, das bei Einheimischen Waisenholz heißt, weil sich früher in unmittelbarer Nähe ein Waisenheim befand.

Waisenholz in Weißenfels: Totholz wird zum Teil ganz bewusst liegen gelassen

Wenn die Firma Waldservice Wolfram aus Thüringen im Waisenholz mit Spezialtechnik wie Harvester und Forwarder loslegen kann, dann wird sie dem Revier 500 bis 600 Festmeter Holz entnehmen. Danach wird das Holz sortiert.

Das Bessere wird versteigert oder als Schnitt- oder Parkettholz verkauft. So könne der Forstbetrieb des Landes die Kosten für die beauftragte Firma wieder einspielen und sogar noch einen Überschuss von etwa 50 Euro je Festmeter erwirtschaften, erklärte Betriebsleiter Holger Koth. Übrig bleibt sogenanntes Industrieholz, das schließlich zerspant oder energetisch genutzt wird.

Doch bei Weitem nicht jeder umgestürzte Stamm wird bei der bevorstehenden Pflegeaktion aus dem Waisenholz geholt. „Wir lassen Totholz auch ganz bewusst liegen, schließlich ist es ein wichtiger Lebensraum für Tiere und gehört zu einem natürlich belassenen Wald“, erklärte Koth. (mz)