Umfassende Aufgabenliste

Umfassende Aufgabenliste: Das hat sich der Ortsbürgermeister von Leißling vorgenommen

Leissling - Neues schaffen und Altes erhalten - das war nicht nur als Architekt stets seine Devise. Sondern auch als Ortsbürgermeister von Leißling setzt sich Bernd Ringmayer seit 18 Jahren für die Belange in seiner Ortschaft ein. Jetzt wurde er bei den jüngsten Kommunalwahlen wieder von den Einwohnern in seinem Amt ...

Von Meike Ruppe-Schmidt 17.10.2019, 15:26

Neues schaffen und Altes erhalten - das war nicht nur als Architekt stets seine Devise. Sondern auch als Ortsbürgermeister von Leißling setzt sich Bernd Ringmayer seit 18 Jahren für die Belange in seiner Ortschaft ein. Jetzt wurde er bei den jüngsten Kommunalwahlen wieder von den Einwohnern in seinem Amt bestätigt.

Bernd Ringmayer will hohe Lebensqualität für Leißling sicherstellen

Das 1500-Seelen-Dorf zählt zu den beliebtesten Ortsteilen von Weißenfels. „Gerade in den letzten fünf Jahren erlebten wir einen starken Zuzug junger Familien“, freut sich Ringmayer. „Diese sorgen für eine stabile Einwohnerzahl im Ort.“ Den Grund sieht er zum einen in der schönen Lage des Dorfes im Saaletal. „Wir gelten zu Recht als die Pforte nach Thüringen“, sagt Ringmayer. Eine Idylle, die auch immer mehr Wasser- und Radtouristen genießen, die das Dorf passieren. Dass diese hohe Lebensqualität in Zukunft erhalten bleibt, will Ringmayer in seiner neuen Amtsperiode sicherstellen.

„Um als Ort attraktiv zu sein, braucht es neben einer schönen Lage auch eine gute Infrastruktur.“ So verfüge das Dorf zwar über eine Grundschule und einen Kindergarten. „Doch seit einigen Jahren gibt es hier keine Postfiliale und keine Arztpraxis mehr. Und ab November schließt auch noch der Geldautomat der Sparkasse.“ Bitter gerade für die älteren Einwohner im Ort. „Denn das Einkaufszentrum ,Schöne Aussicht’ ist für die Dorfbewohner beschwerlich und nur mit Auto zu erreichen.“

Ambitionierte Aufgabenliste: Straßenbau, Bürgerhaus und neue Gräben

Darum will Ringmayer den Straßenausbau im Ort vorantreiben. „Konkret geht es um die Schönburger Straße, den Karl-Marx-Platz und die Gorlecke“, erklärt Ringmayer. „Die Baumaßnahmen werden von Seiten der Stadt seit Jahren verschoben, obwohl hier dringend Erneuerungen stattfinden müssten, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.“ Was ihm außerdem am Herzen liegt: das Bürgerhaus im Ort. „Hier müsste nicht nur der Sockel instand gesetzt werden. Auch das Treppenhaus, das den Zugang zum Turnsaal und Speiseraum bildet, ist auf Nachkriegsniveau und bedarf einer Modernisierung.“

Neben Erneuerungsarbeiten will Ringmayer zudem Vorsorgemaßnahmen für die Zukunft einleiten. „Im Juni hat ein starker Regenguss zu einer heftigen Überschwemmung des Dorfes geführt.“ Normalerweise komme so eine Katastrophe hier nur alle 30 Jahre vor. „Aber bei den zunehmenden Wetterkapriolen muss man das im Tal liegende Dorf besser schützen.“ Deswegen soll langfristig eine Lösung erarbeitet werden für den Graben um die alte Winterleite. Dieser hatte die Wassermassen von den umliegenden abschüssigen Feldern ins Dorf geleitet.

Zusammenhalt in Leißling lässt Ortsbürgermeister zuversichtlich stimmen 

„All diese Projekte sind seit unserer Eingemeindung 2010 mit viel Bürokratie verbunden“, so Ringmayer. Worauf er und sein Ortschaftsrat direkt Einfluss hat, sind jedoch die Gelder zur Heimatpflege. „Mit ihrer Hilfe können wir die Brauchtümer im Dorf fortführen.“ Der bekannteste ist das Eierbetteln, das als Straßenfest alljährlich im Juni Tausende Gäste anzieht. „Diesen Brauch wollen wir auf traditionelle Weise fortführen und dabei mit der Zeit gehen“, so Ringmayer. „Schon ein halbes Jahr vorher fiebern die Einwohner dem Fest entgegen, basteln Kostüme und proben ihre Aufführungen.“ Somit halten die Vorbereitungen das ganze Dorf zusammen.

Ein Zusammenhalt, der den Ortsbürgermeister zuversichtlich in die Zukunft schauen lässt. „Für mich ist die letzte Amtszeit angebrochen“, sagt der 68-Jährige. „Der Ortschaftsrat hat sich verjüngt und es wird zu gegebener Zeit sicher für mich ein Nachfolger antreten.“ Doch an den Ruhestand denke er momentan noch nicht. „Ich möchte hier zunächst noch einige Dinge bewegen“, sagt Ringmayer. Den Rückhalt der Leißlinger weiß er im Rücken. (mz)