Vielfalt der Früchte

Tagewerbener Kirche wird zum Mekka von Äpfeln und Birnen

In der Tagewerbener Kirche stellen Experten Obstsorten vor und bestimmen auch Exemplare der Besucher. Wie die Idee zu der Veranstaltung entstand.

Von Andrea Hamann-Richter 23.09.2021, 08:03
Michél Simon-Najasek (von links), Franziska Enke, Freia Kühlung und Petra Najasek wollen den Menschen an und in der Tagewerbener Kirche die vielen Früchte- und Obstsorten nahebringen.
Michél Simon-Najasek (von links), Franziska Enke, Freia Kühlung und Petra Najasek wollen den Menschen an und in der Tagewerbener Kirche die vielen Früchte- und Obstsorten nahebringen. (Foto: Andrea Hamann-Richter)

tagewerben/MZ - Neugierig schauen Franziska Enke und Freia Kühling in die Obstkörbe von Petra und Michél Simon-Najasek und sind von den vielen Apfel- und Birnensorten überrascht. Dabei hat das Paar aus Obschütz an diesem Tag erst einmal nur eine vergleichsweise kleine Auswahl seiner Ernte nach Tagewerben mitgebracht. Sie ist ein Vorgeschmack auf das Angebot des Vielseitigkeitstages, der an und in der Kirche in Tagewerben am 2. Oktober von 10 bis 17 Uhr stattfinden soll.

Idee aus Obschütz

Sie alle seien miteinander befreundet, erklärt das Quartett, wie es dazu kam. Irgendwann erzählten ihnen Najaseks vom ersten Vielfältigkeitstag. Dieser fand im vergangenen Jahr mit Unterstützung von Kirchenmitgliedern in und am Gotteshaus in Obschütz statt - und wurde ein voller Erfolg. Wie Freia Kühling erzählt, wurde aus den Erzählungen Najaseks schnell die Idee entwickelt, diesen Tag auch in anderen Orten auszurichten, damit möglichst viele Menschen davon profitieren. Freia Kühling und Franziska Enke wohnen in Tagewerben, engagieren sich in der Kirche und so fiel die Wahl in diesem Jahr auf diesen kleinen Ort bei Weißenfels.

Sie alle freuen sich auf diese Veranstaltung, die außerdem vom Naturschutzbund Saale-Elster (Nabu) und vom Langendorfer Verein „Solidarische Landwirtschaft“ (Solawi) mitgestaltet wird.

Er sei eine schöne Möglichkeit, viel Wissenswertes nicht nur über das Obst und Gemüse, sondern auch über die Tagewerbener Kirche zu erfahren, erklären sie. Najaseks und weitere obst- und gemüsekundige Akteure werden ganz unterschiedliche Sorten aus ihren eigenen Gärten mitbringen, wie unter anderem Kartoffeln, Tomaten oder Möhren.

Mehr als 100 Apfelsorten

Das dürfte für Najaseks zur Qual der Wahl werden, denn alleine mehr als hundert Apfelsorten wachsen bei ihnen im heimischen Garten. Sie werden ihr Augenmerk aber vor allem auf regionale Sorten legen und sie ausstellen, denn gerade bei diesen Arten ist es ihnen wichtig, Menschen für sie zu sensibilisieren und so für den Erhalt beizutragen. Diesbezüglich sind auch Menschen willkommen, die mehr über die Sorten wissen möchten, die sie selber anbauen. Michél Simon-Najasek wird sie in der Zeit von 10 bis 14 Uhr bestimmen. Interessierte sollten dazu drei bis fünf typische Früchte mitbringen, rät er.

Najasek selber ist seit Jahrzehnten Pomologe, also Fachkundiger beim Thema Obst und Gemüse, und gibt sein Wissen gerne weiter. So hoffe er, dass die Menschen wieder mehr für den eigenen Anbau begeistert werden können, sagt er. Es wird außerdem weitere Informationen über die Natur geben. So wird eine Ausstellung mit Tierpräparaten ausgerichtet. Es handelt sich um Leihgaben aus dem Naturkundemuseum in Berlin. Des Weiteren ist ein Imker aus Weißenfels zu Gast. Er erzählt über seine Arbeit mit den Bienen. Darüber hinaus können die Besucher sich anschauen, wie mit einer Obstpresse aus Äpfeln frischer Saft gepresst wird und es wird außerdem über die Wichtigkeit der Streuobstwiesen erzählt, die für viele Insekten ein bedeutender Lebensraum ist.

Die Tagewerbener Kirche ist auch einbezogen. Fachleute wollen über die Historie des Gotteshauses berichten und kleine Führungen sollen auch möglich sein. Des Weiteren erfahren die Besucher, dass die Südseite des Hauses im vergangenen Jahr einer umfangreichen Frischekur unterzogen wurde. Das sei eine gute Möglichkeit, das historische Gemäuer mehr in den Fokus zu rücken. Denn das Angebot beschränke sich nicht mehr nur auf Gottesdienste und weitere kirchliche Veranstaltungen, sondern das Haus werde auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt, erklärt Freia Kühling. Am Nachmittag gibt es Live-Musik mit der „Fiddle-Folk-Family“ aus Markranstädt. Viele fleißige Hände werkeln außerdem im Hintergrund und backen im Vorfeld für den Vielfältigkeitstag Kuchen, der dann bei Kaffee und weiteren Getränken genossen werden kann.