„music art weissenfels“

„music art weissenfels“: Herrenmangel beim Musical in Weißenfels

Weißenfels - Der Verein „music art weissenfels“ sucht für sein Musical „Alban und die Königin“ noch etliche Männer.

Von Carmen Busch 25.09.2016, 17:33

Wenn Vereinschefin Barbara Döring an die Premiere von „Alban und die Königin“ denkt, bekommt sie oft Kopfschmerzen. Wenn nur einer der Hauptdarsteller krank werden sollte im Mai 2017, dann könnte ein Ausfall des Musicals drohen. Daher suchen die Mitglieder immer noch krampfhaft nach männlicher Unterstützung für ihr Projekt.

„Ich dachte, ich spiele nur den Ladegast“, erzählt Klaus-Dieter Kilian, ein Vereinsmitglied. Mittlerweile habe der 59-Jährige aber auch eine weitere Rolle übernommen. Mit Friedrich Nietzsche kommt nun ein völlig anderer Charakter und mehr Arbeit zusätzlich auf ihn zu.

„Es ist nicht so, dass ich das nicht mag, aber ich bin auch nicht mehr der Jüngste und die Mehrarbeit muss ich erstmal neben Beruf und Familie stemmen“, räumt KIlian ein, der bis jetzt in vier Musicals des Vereins mitgewirkt hat.

Seine Familie unterstütze ihn sehr dabei, aber Kilian findet es angenehmer für alle Beteiligten, wenn Männer den Weg in den Chor oder in das Ensemble finden würden. Denn ohne Frage, für Kilian hat sich das Mitwirken immer gelohnt.

Acht von 16 Männerrollen noch zu vergeben

Von insgesamt 16 Männerrollen konnten acht vergeben werden, diese Herren haben nun auch die fehlenden acht Rollen übernommen. „Wir haben 44 Damen im Chor und im Ensemble. Aber nur 15 Männer insgesamt“, sagt Barbara Döring etwas besorgt.

„Der Druck wird dadurch einfach höher auf unsere Jungs, nicht krank zu werden oder auszufallen. Wir können sie einfach nicht ersetzen“, erklärt die Vorsitzende des Vereins. Dass es generell einen Mangel an Männern in den verschiedenen Kulturvereinen gibt, weiß sie.

Sowohl Döring als auch Autor und Regisseur Kay Zeisberg sind sich sicher, dass es für einen Quereinstieg in das Musical noch nicht zu spät ist. „Uns ist klar, dass vielleicht sich nicht jeder für einen Part auf der Bühne eignet“, meint Döring nachdenklich. Aber auch die wenigen Männer im Chor könnten Entlastung gebrauchen. „Es sind einfach zu wenige Männer vorhanden“, sagt Kay Zeisberg.

Ohne Frage sieht die Weißenfelserin auch in der Neuheit des Stückes einen Teil darin, dass sich viel weniger Männer überwinden, mitzumachen. „Wir sind das Original, wir haben niemanden, mit dem wir uns vergleichen können“, betont sie und verweist darauf, ein bekanntes Musical wie Tabaluga biete eben den Vergleich mit einem Sänger oder einer Aufnahme an. „Das geht bei uns eben noch nicht“, sagt sie. Dennoch räumt Döring ein, dass das Hineinschnuppern bei den Proben jederzeit möglich sei.

Proben sind jeden Freitag um 19 Uhr im Saal des Weißenfelser Fürstenhauses außer in den Ferien. Wer mitmachen oder nähere Informationen zum Stück möchte, kann sich unter [email protected] bei Barbara Döring melden. (mz)