Letzte Granitplatte verlegt

Letzte Granitplatte verlegt: Sanierung des Weißenfelser Marktplatzes fast beendet

Weissenfels - Manch einer hatte zwischendurch schon den Glauben verloren. Doch nun ist es fast vollbracht: Die Sanierung des Weißenfelser Marktplatzes steht kurz vor der Vollendung. Am Dienstag wurde symbolisch die letzte Granitplatte verlegt. Die letzte Platte auf dem rund 6500 Quadratmeter großen zentralen Platz der Stadt. Eine Aufschrift erinnert nachfolgende Generationen an das große Bauprojekt zwischen 2017 und ...

Von Andreas Richter 18.04.2019, 05:00

Manch einer hatte zwischendurch schon den Glauben verloren. Doch nun ist es fast vollbracht: Die Sanierung des Weißenfelser Marktplatzes steht kurz vor der Vollendung. Am Dienstag wurde symbolisch die letzte Granitplatte verlegt. Die letzte Platte auf dem rund 6500 Quadratmeter großen zentralen Platz der Stadt. Eine Aufschrift erinnert nachfolgende Generationen an das große Bauprojekt zwischen 2017 und 2019.

Sanierung Weißenfelder Marktplatzes fast beendet

Rund 3,7 Millionen Euro wird die neue „gute Stube“ der Saalestadt am Ende gekostet haben. 15 Jahre hat es gedauert - vom ersten Entwurf eines Planungsbüros bis zur Verwirklichung der Ideen. Am 11. Mai wird der Platz nun offiziell übergeben. Dann wird an der Ostseite auch eine der Attraktionen erstmals zu erleben sein: das Wasserspiel „Weiße Fuge“ - vier schmale Bänder mit Wasserfontänen.

Eine Woche später, am Abend des 18. Mai, wird der Weißenfelser Markt schließlich seine ganze Pracht entfalten. Dann wird im Rahmen der Museumsnacht der Lichtteppich an der Westseite eingeweiht. Der Clou: Lichtpunkte verschiedener Größe und Intensität bilden einen Rhythmus, der an Verse aus Friedrich von Hardenbergs (1772-1801) „Hymnen an die Nacht“ erinnert.

Der Weißenfelser Marktplatz zu Kaiserzeiten

Das historische Foto zeigt den Weißenfelser Markt mit dem Kaiserdenkmal. Der Grundstein für das Denkmal zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) wurde am 22. März 1897 auf dem Marktplatz gelegt. Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit wurde das Denkmal am 18. August 1900 eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Ende besiegelt.

Am 8. März 1949 rückte eine Brigade der Freien Deutschen Jugend (FDJ) mit einem Fahrzeug an. Die Füße des Bronzepferdes wurden durchtrennt und das Standbild mit Hilfe des Fahrzeugs vom Sockel geholt. Dann wurde es durch die Straßen zur Eisengießerei in der Großen Deichstraße geschleift und später eingeschmolzen. Zwei Reliefplatten vom Sockel werden im Museum aufbewahrt.

Südliche Hälfte des Weißenfelser Marktplatzes war Parkplatz

Manch einer hat es fast schon vergessen: Die südliche Hälfte des Weißenfelser Marktplatzes war vorübergehend einmal Parkplatz. Am 1. November 2016 konnten die 40 Stellflächen zum letzten Mal überhaupt genutzt werden. Zuvor war das Abstellen von Pkw auf dem zentralen Platz über Jahre hinweg ein Dauerthema der kommunalpolitischen Diskussion.

Im Jahr 2011 war diese Lösung als Provisorium zur Entspannung der Parkprobleme in der Stadt eingeführt worden. Kurze Zeit nach den Autos ist im übrigen auch der Brunnen, viele Jahrzehnte lang ein beliebtes Fotomotiv im Weißenfelser Zentrum, vom Markt verschwunden. Der mittlere Teil davon wurde in die benachbarte Fischgasse versetzt.

Weißenfelser Markt ein spannender Ort für Archäologen

Bevor die Bauleute anrückten, war der Weißenfelser Markt ein spannender Ort für Archäologen. So wurden an der Nordseite unter anderem Reste eines alten Brunnens freigelegt. Orientieren konnten sich die Archäologen unter anderem an einem Stadtplan aus dem Jahr 1741. An anderer Stelle wurden Keramik und eine alte Glockenguss-Grube freigelegt.

Die größte Entdeckung der Archäologen war allerdings eine Metallschatulle, die aus etwa 1,50 Meter Tiefe am ehemaligen Standort des Kaiserdenkmals auf dem Markt gefunden wurde. Versenkt wurde die Zeitkapsel, in der sich unter anderem eine alte Zeitung befand, anlässlich der Grundsteinlegung für das Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild am 22. März 1897.

Weißenfelser Marktplatz mit frischen Grün

Frisches Grün wurde Ende vergangenen Jahres auf dem Markt angeliefert. Jetzt säumen 15 Silberlinden zu beiden Längsseiten den zentralen Platz der Stadt. Hinzu kommen vier Schwedische Mehlbeeren, die im Bereich zwischen dem Markt und der Fischgasse in die Erde gebracht wurden. Beide Sorten versprechen eine schöne Blüte und einen angenehmen Duft.

Rund um die jungen Bäume, die die Weißenfelser Niederlassung der Fielmann AG spendiert hat, wurden jetzt insgesamt 19 Bänke zum Verweilen aufgestellt. Auf jeder Baumscheibe stehen eine Bank und ein Hocker mit eine Sitzfläche aus Lärchenholz. Damit der neue Markt sauber bleibt, wurden zahlreiche Papierkörbe aufgestellt. (mz)