Kita-Gebühren in Weißenfels

Kita-Gebühren in Weißenfels: Wer spart bei der geplanten Gesetzes-Novelle wie viel?

Weißenfels - Wer spart bei der geplanten Gesetzes-Novelle wie viel? Bei den Eltern kommt das Vorhaben der Ministerin jedenfalls gut an.

Von Gert Glowinski und Andrea Hamann-Richter 12.08.2017, 05:00
Kinder im Kindergarten
Kinder im Kindergarten dpa

Eltern mit zwei oder mehr Kindern sollen nach dem Willen von Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) entlastet werden: Sie möchte die Kita-Gebühren senken. Das zweite Kind soll demnach ohne weitere Kosten die Kita besuchen können. Allein für den Burgenlandkreis würden dafür Kosten von mehr als 1,4 Millionen Euro jährlich entstehen.

Doch wie viel sparen Eltern nun genau? Ein einfaches Rechenbeispiel: Beide Kinder werden in einem Kindergarten in Weißenfels zehn Stunden täglich betreut. Für das erste Kind müssten 162 Euro monatlich bezahlt werden, für das zweite wären etwa 100 Euro fällig, Macht zusammen mehr als 260 Euro jeden Monat für beide Kinder. Wird die Gesetzesnovelle beschlossen, sparen die Eltern in diesem Beispiel im Jahr etwa 1.200 Euro.

In Zeitz fällt die mögliche Ersparnis geringer aus

Im benachbarten Zeitz fällt die mögliche Ersparnis geringer aus - weil dort die Gebühren niedriger sind als in Weißenfels. Die Betreuung eines Geschwisterkindes im Kindergarten kostet dort 87 Euro. Maximale Ersparnis für eine Zeitzer Familie bei zehn Stunden in dieser Rechnung: 1.044 Euro im Jahr. Der Grund für die Unterschiede: Jede Kommune kann eine eigene Satzung erlassen - und so die Höhe der von den Eltern zu zahlenden Gebühren selbst bestimmen.

In der Regel gelten Staffelbeiträge nach Stunden. Zudem kostet ein Krippenplatz immer mehr als die Betreuung eines Kindes über drei Jahren. Bereits jetzt schenkt der Staat Eltern in Sachsen-Anhalt einen Teil der Gebühren für das zweite Kind: 40 Prozent nämlich. Manche Kommunen haben sogar noch größere Staffelungen eingeführt, um die Eltern zu entlasten. „Am meisten profitieren würden von einer Gesetzes-Novelle Familien mit berufstätigen Eltern und mehreren Kindern“, so die Sprecherin des Sozialministeriums Ute Albersmann. Hartz-IV-Empfänger zahlen ohnehin keine Kita-Gebühren.

Ob die Entlastung für die Eltern auch tatsächlich so kommt, ist aber noch offen

Ob die Entlastung für die Eltern auch tatsächlich so kommt, ist aber noch offen. Das Finanzministerium hält die Kosten für zu hoch. Ihre Vorschläge will Grimm-Benne deshalb zunächst mit den Koalitionspartnern diskutieren und dann in den Landtag einbringen.

Unter Eltern in und um Weißenfels kommen die Pläne offenbar gut an. „Ich würde es gut finden, wenn das zweite Kind beitragsfrei in der Kindertagesstätte betreut werden würde“, sagt Nicole Klatte. Die Burgwerbenerin hat ihr Kind in der Kita „Anne-Frank“ in Weißenfels untergebracht und lobt die Qualität der Einrichtung. Dafür zahle sie gern die Beiträge. „Aber für uns Normalverdiener ist es schon eine Summe“, so die 29-Jährige. Wenn ein zweites Kind Thema wäre, würde die Beitragsbefreiung eine echte Erleichterung bedeuten.

So sieht das auch Vivien Helsche aus Weißenfels. Die 29-Jährige ist Mutter eines Kindes, das auch in der Kita „Anne-Frank“ untergebracht ist. „Das wäre sehr positiv“, sagt sie mit Blick auf die mögliche Kostenerleichterung. (mz)