Mitten auf der Promenade

Jobs gibt’s genug, aber ... - ein Rückblick auf den Beratungstag in Weißenfels

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten einige Angebote der Agentur für Arbeit entfallen. Wie jungen Menschen mit einem Beratungstag geholfen wird.

Von Martin Walter
Der 17-jährige Joel Jaden Maischl lässt sich von Arbeitsagentur-Mitarbeiterin Kathrin Keller zum Thema Ausbildungsplätze beraten.
Der 17-jährige Joel Jaden Maischl lässt sich von Arbeitsagentur-Mitarbeiterin Kathrin Keller zum Thema Ausbildungsplätze beraten. (Foto: Martin Walter)

Weissenfels/MZ - Neun Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz hat Joel Jaden Maischl bereits geschrieben. In den meisten Fällen habe er bislang keine Antwort erhalten, ansonsten erreichten den 17-jährigen Lauchaer, der in diesem Jahr seinen Realschulabschluss gemacht hat, nur Absagen. Als sich seine Mutter Silvia Maischl schließlich hilfesuchend an die Arbeitsagentur gewandt hat, wurde den beiden empfohlen, den Berufsberatungstag in Weißenfels zu besuchen.

Dieser fand am Mittwochnachmittag auf dem Gelände der Arbeitsagentur statt und so waren auch die beiden an der Weißenfelser Promenade vor Ort, um sich das Angebot anzusehen. Mit den Berufsberatern Kathrin Keller und Frank Hoffmann tauschte sich Joel Jaden Maischl ausgiebig über seine Interessen, Stärken, aber auch Schwächen aus. Eine Stärke von ihm sei beispielsweise, dass er sich viel mit Computerprogrammen beschäftige. „Da kenne ich mich gut aus“, sagte der technikaffine junge Mann, der sich deshalb sehr gut eine Ausbildung als Software-Entwickler oder etwas ähnliches vorstellen könne.

„Mir wurden mehrere Optionen aufgezeigt“

Die Berufsberater zeigten sich optimistisch, dafür eine passende Stelle zu finden. Sie wiesen ihn aber auch auf Berufsorientierungsangebote sowie auf die Möglichkeiten eines Berufsvorbereitungsjahres und eines Einstiegsqualifizierungsjahres hin. „Mir wurden mehrere Optionen aufgezeigt. Es war ein sehr gutes Gespräch“, resümierte der Lauchaer, der die Informationen nun erst einmal sacken lassen und dann eine Entscheidung treffen möchte. Auch dabei werden ihm die Berufsberater wieder zur Seite stehen, hat er in drei Wochen doch noch einmal ein Beratungsgespräch vereinbart.

Dass dem 17-Jährigen die Ausbildungssuche nicht leicht gefallen ist, habe auch mit der Pandemie zu tun gehabt. „Ich wollte vorigen Sommer beispielsweise einen Ferienjob bei einem Kanuverleih machen, doch wurde mir wegen Corona abgesagt.“ Auch dass die Berufsberatungstage an den Schulen coronabedingt größtenteils entfallen sind, bedauert Joel Jaden Maischl - ebenso wie die Mitarbeiter der Arbeitsagentur. „Das war auch einer der ausschlaggebenden Gründe für den heutigen Berufsberatungstag“, sagte Tino Fischer, Bereichsleiter der Arbeitsagentur für den Burgenlandkreis.

„Da ist querbeet alles dabei“

Ausbildungsplätze in der Region gebe es indes genug. Auf einer Pinnwand listete die Agentur beim Beratungstag 307 Stellen auf. „Da ist querbeet alles dabei“, sagte Tino Fischer. Am häufigsten tauchten auf dieser Liste Ausbildungsstellen im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im logistischen und kaufmännischen Bereich auf. Generell würden aber fast alle „Arbeitgeber nach Azubis lechzen“, so der Bereichsleiter.

Mit dem Beratungstag zeigte er sich vollends zufrieden. Rund 130 Gäste habe man begrüßen und 55 intensive Beratungsgespräche führen können. Für Ende August sei noch ein weiterer Beratungstag geplant. „Wer noch nichts gefunden hat: Meldet euch bei uns!“, motivierte Tino Fischer alle Suchenden.

Hilfe für Ausbildungssuchende bietet die Arbeitsagentur vor Ort, telefonisch unter 03443/385123 sowie im Internet unter www.arbeitsagentur.de und unter #AusbildungKlarmachen.