Herder-Grundschule Weißenfels

Herder-Grundschule Weißenfels: Warum 220 Schüler im Sommer umziehen müssen

Weißenfels - Die Weißenfelser Herder-Grundschule wird ab Sommer zwei Jahre lang saniert. Dabei sollen auch mit Naphtalin belastete Fußböden ausgetauscht werden.

Von Andreas Richter 31.01.2019, 08:00

Rund 220 Mädchen und Jungen der Weißenfelser Herder-Grundschule werden im Sommer wegen der Sanierung ihres Schulgebäudes in der Neustadt umziehen müssen. Die Stadt bereitet derzeit den Umzug vor. „Wir arbeiten auf Hochtouren an der Lösung für ein Ausweichquartier“, bestätigt Maik Trauer, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt. Die ehemalige Altstadtschule an der Promenade im Stadtzentrum soll mit Beginn des neuen Schuljahres ab Mitte August als Ausweichquartier dienen.

Der Grund für den Umzug: Die Bildungsseinrichtung wird mit Beginn des neuen Schuljahres saniert. Die Gesamtkosten werden auf rund 5,5 Millionen Euro geschätzt. Mehr als 2,2 Millionen Euro davon kommen aus dem Investitionsprogramm Stark III des Landes. Mit dem Geld soll unter anderem der Fußboden im gesamten zweiten Obergeschoss saniert werden.

Grundschule in Weißenfels musste 2013 zeitweise geschlossen werden

Die Grundschule musste 2013 zeitweise geschlossen werden, nachdem in Fußböden eine Belastung mit der gesundheitsgefährdenden Substanz Naphtalin festgestellt worden war. Räume im Erdgeschoss und in der ersten Etage waren daraufhin saniert worden. Nun sollen auch die belasteten Fußböden in der seitdem ungenutzten zweiten Etage saniert werden.

Die Stadt Weißenfels ist derzeit Träger von acht Grundschulen. Drei davon befinden sich in der Kernstadt, vier in den Ortsteilen Langendorf, Leißling, Tagewerben und Uichteritz. In diesem Schuljahr lernen in den kommunalen Bildungsstätten insgesamt knapp 1.300 Mädchen und Jungen, darunter knapp 340 Erstklässler.
Die Berg-Grundschule auf dem Klemmberg ist in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand energetisch saniert worden. Dabei sind die Kosten für die Ertüchtigung des mehr als hundert Jahre alten Backsteingebäudes im Laufe der Zeit immer mehr gestiegen. Am Ende waren es rund 6,4 Millionen Euro, 4,1 Millionen Euro davon Fördermittel.
Die Albert-Einstein-Schule befindet sich im Weißenfelser Stadtteil West. Mittlerweile hat die Kommune ursprüngliche Pläne für den Schulkomplex geändert. Die Stadt ist zur Erkenntnis gelangt, dass der Aufwand für eine Sanierung von Keller und Außenwänden des 1986/87 errichteten Gebäudes zu groß geworden wäre. Mit Fördermitteln aus dem Investitionsprogramm Stark III soll jetzt nur die dringende Sanierung der Turnhalle auf den Weg gebracht werden. Derzeit läuft die Prüfung des Weißenfelser Fördermittelantrages. Das Schulgebäude war 2009/10 bereits teilweise energetisch saniert worden.
Die Adam-Ries-Grundschule im Ortsteil Uichteritz ist das Sorgenkind in der Weißenfelser Grundschullandschaft. Die Stadt hat immer wieder erklärt, an dem Standort festhalten zu wollen. Doch das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. Im vergangenen Jahr wurde erstmals der mögliche Neubau einer Schule in Uichteritz ins Spiel gebracht. (ari)

Die umfangreichen Bauarbeiten können jedoch nicht bei laufendem Schulbetrieb gestemmt werden. Deshalb müssen die Schüler voraussichtlich bis zu den Sommerferien 2021 in jenes Gebäude an der Promenade umziehen, das zum Teil von der Volkshochschule genutzt wird. Die für die Schüler vorgesehenen Räume stehen mittlerweile schon fast vier Jahre leer. Zuvor hatten sie zwischen 2013 und 2015 schon einmal als zeitweiliges Quartier für Schüler gedient - als die Bergschule auf dem Klemmberg saniert wurde.

Ab Sommer sollen Toilettencontainer am Bootsverleih Weißenfels aufgestellt werden

„Die technischen Anlagen müssen wieder in Betrieb genommen, eventuelle Schäden repariert werden. Alle Räume werden gründlich gereinigt und auf Sicherheitsaspekte wie etwa den Brandschutz überprüft“, beschreibt Stadtsprecherin Katharina Vokoun die nun anstehenden Arbeiten an der Promenade.

Derweil hat der bevorstehende Umzug gleich mehrere Konsequenzen. So muss eine neue Lösung für die Toilette des benachbarten Bootsverleihs gefunden werden. Denn bislang konnten die Besucher der Freizeiteinrichtung ein eigens hergerichtetes WC im Gebäude an der Promenade nutzen. Nach den aktuellen Planungen der Stadt sollen ab Sommer Toilettencontainer am Bootsverleih aufgestellt werden.

Folgen hat die Sanierung der Herderschule auch für die Abteilung Boxen des Sportvereins

Folgen hat die Sanierung der Herderschule auch für die Abteilung Boxen des Sportvereins Rot-Weiß Weißenfels. Die Sportler trainieren derzeit noch in einem Flügel des Gebäudekomplexes an der Nordstraße. Nun müssen sie jedoch raus, weil der Flügel, der nicht saniert wird, während der Bauarbeiten als Domizil für den Hort der Herderschule dienen soll. Denn: Für die Unterbringung der Hortkinder reichen die Räume an der Promenade nicht aus.

„Das Objekt war ideal für uns. Doch wir müssen bis Ende März raus“, bestätigt Chris Wagner, Kassenwart bei der Abteilung Boxen des SV Rot-Weiß Weißenfels. Somit hat zugleich eine Hängepartie für die Boxer begonnen. Denn noch wissen sie nicht, wo die rund zwanzig Erwachsenen und Kinder künftig trainieren sollen. Als neues Domizil ist die Turnhalle der ehemaligen Süd-stadtschule im Gespräch. (mz)