Goethe-Schule

Goethe-Schule : Entwurf für dringende Sanierungen

Weissenfels/Naumburg - Die Verantwortlichen am Goethe-Gymnasium lassen kein gutes Haar am Haus 2 der Schule. Das Gebäude von 1871 sei „eigentlich schrottreif“, heißt es schon mal hinter vorgehaltener Hand. Zu einem ähnlichen Schluss, wenn auch weniger drastisch formuliert, kommt nun ein Architektenbüro in seinem Vorentwurfsplan für die Sanierung des Hauses 2. „Die Lebensdauer der meisten Bauteile ist weit überschritten“, heißt es in dem Bericht, den die Planer bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung der Bau- und Umweltausschüsse des Kreistages in Naumburg vorgestellt ...

Von Jan Iven 31.08.2016, 19:38

Die Verantwortlichen am Goethe-Gymnasium lassen kein gutes Haar am Haus 2 der Schule. Das Gebäude von 1871 sei „eigentlich schrottreif“, heißt es schon mal hinter vorgehaltener Hand. Zu einem ähnlichen Schluss, wenn auch weniger drastisch formuliert, kommt nun ein Architektenbüro in seinem Vorentwurfsplan für die Sanierung des Hauses 2. „Die Lebensdauer der meisten Bauteile ist weit überschritten“, heißt es in dem Bericht, den die Planer bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung der Bau- und Umweltausschüsse des Kreistages in Naumburg vorgestellt haben.

Kein zweiter Rettungsweg im Goethe-Gymnasium

Und so sollen im Zuge der notwendigen und geförderten energetischen Sanierung möglichst auch viele andere bauliche Probleme behoben werden. Dazu gehören unter anderem der Brandschutz, statische Mängel sowie der Schallschutz in dem alten Gebäude.

Problematisch ist vor allem, dass das Goethe-Gymnasium über keinen zweiten Rettungsweg verfügt. Im Notfall können die insgesamt 380 Schüler selbst aus dem zweiten Stockwerk nur über eine einzige Leiter fliehen, die direkt an der Hauswand angebracht ist. Als Lösung schlagen die Architekten in ihrem Vorentwurfsplan nun eine ungewöhnliche Lösung vor: Vor dem Haus 2 sollte demnach ein neuer Treppenturm erreichtet werden. Der Anbau soll zum einen als Treppenhaus fungieren, jedoch im Ernstfall auch einen zusätzlichen Fluchtweg darstellen. Weiterer Vorteil: In den Treppenturm wird ein Fahrstuhl integriert, so die Planer. Der bietet auch Rollstuhlfahrern Platz und trägt damit zur Barrierefreiheit des Gebäudes bei.

Raum soll besser genutzt werden

Im energetischen Bereich ist vorgesehen, die Fenster und die Ölheizung aus den 1990er Jahren zu ersetzen. Stattdessen ist eine Fußbodenheizung vorgesehen, die mit einem Pelletofen betrieben wird. Diese Lösung würde sich anbieten, da die Böden ebenfalls erneuert werden müssten. Gleichzeitig soll eine Belüftungsanlage für frische Luft sorgen und den Lärmschutz verbessern. Denn da das Goethe-Gymnasium an zwei Hauptstraßen liegt, ist ein Unterricht bei offenen Fenstern nicht möglich, wie Messungen ergeben haben. Des Weiteren ist vorgesehen, den Speisesaal und die Toiletten umzugestalten, um den knapp bemessenen Raum im Haus 2 besser zu nutzen.

Kosten für Sanierung bei 4 Millionen Euro

Am Goethe-Gymnasium treffen die Pläne der Architekten zur Sanierung des Hauses 2 auf breite Zustimmung. „Der Entwurf sieht sehr gut aus“, sagte Schulleiter Jürgen Mannke, der ebenfalls bei der Präsentation der Pläne in Naumburg dabei war. „Wegen des begrenzten Platzes in dem kompakten Gebäude gibt es zu dem Turm eigentlich auch gar keine Alternative.“ Die Schulleitung würde schon sehr lange für die Sanierung kämpfen. Letztendlich sei die Zusammenarbeit mit dem Burgenlandkreis und den Architekten bei den Planungen aber sehr gut, betonte Mannke. Die Pläne würden so gut wie keine Wünsche übrig gelassen. Außer: „Es wäre schön gewesen, wenn auch im Dachgeschoss noch mehr Räume entstanden wären. Aber das war wohl aus baulichen Gründen nicht möglich“, sagte er. Die Kosten für die Sanierung des Goethe-Gymnasiums belaufen sich nach den Plänen auf knapp vier Millionen Euro. Davon sollen nach Möglichkeit bis zu 70 Prozent aus EU-Fördergelder über das Stark-III-Programm finanziert werden. Die Anträge für die Förderungen werden derzeit gestellt. Im Falle einer Ablehnung müsste sich der Burgenlandkreis um eine anderweitige Finanzierung bemühen.

Doch bis zu einem möglichen Baubeginn würden sicherlich noch mindestens ein bis zwei Jahren vergehen, so Mannke. Denn schließlich würde es sich bei dem Konzept erst um Vorplanungen handeln.

(mz)