Vergleich mit Heiligen

Feuerwehr Weißenfels erntet dickes Lob beim Radio

Weißenfels - Als einige Kameraden von der Weißenfelser Feuerwehr in der vergangenen Woche Radio hörten, wären sie fast vom Stuhl gefallen.

Von Jan Iven 29.03.2017, 07:00

Als einige Kameraden von der Weißenfelser Feuerwehr in der vergangenen Woche Radio hörten, wären sie fast vom Stuhl gefallen. „Für mich sind es Heilige des Alltags“, sagte der Jugendreferent der Katholischen Gemeinde, Martin Papke, über die Weißenfelser Feuerwehrleute, in seiner Kolumne auf Radio Brocken. „Sie setzen ihr Leben für andere ein. Es tut gut zu wissen, dass jemand da ist, wenn es brennt.“

Martin Papke wohnt direkt gegenüber der Weißenfelser Feuerwache und kann den Helfern beim Ausrücken zusehen. Fast jede Nacht höre er die grellen Sirenen. „Die Männer und Frauen sind sehr schnell. Es ist immer wieder beeindruckend zu beobachten“, sagte Martin Papke anerkennend.

Martin Papke: „Jedes Mal bin ich in Gedanken bei ihnen. Wo müssen sie jetzt hin, was ist wohl passiert?“

Er hätte sich zwar mittlerweile an die nächtlichen Aktivitäten gewöhnt, würde aber immer noch mit den Feuerwehrleuten mitfiebern. „Jedes Mal bin ich in Gedanken bei ihnen. Wo müssen sie jetzt hin, was ist wohl passiert?“ sagte Martin Papke in seiner Radio-Kolumne.

Die Weißenfelser Feuerwehrleute waren begeistert über diese Aussagen und veröffentliche den Text auf ihrer Facebook-Seite im Internet. „Das ist Balsam für die Seele“, sagte Benjamin Köhn, Sprecher der Feuerwehr. Die Helfer hätten zunächst ihren Ohren nicht getraut und waren sprachlos. „Wir sind sehr dankbar für so eine Anerkennung. Davon gibt es leider immer weniger“, sagte Benjamin Köhn.

Ehrenamtlichen Helfer müssen sich bei ihren Einsätzen immer öfter von ungeduldigen Autofahrern anpöbeln lassen

Im Gegenteil, mittlerweile müssten sich die ehrenamtlichen Helfer bei ihren Einsätzen immer öfter von ungeduldigen Autofahrern anpöbeln lassen. „Es ist zum Teil wirklich Wahnsinn, was da draußen passiert“, sagte Köhn. Deswegen sei so ein Beitrag im Radio besonders motivierend.

Auf der Facebook-Seite der Weißenfelser Feuerwehr im Internet sorgte der Text von Papke für Begeisterung. So wurde der Beitrag über 430 Mal von den Fans geliket und knapp 80 Mal weiterverbreitet. „Ich finde es wirklich sehr schön, dass es Leute gib, die Danke sagen“, schreibt eine Nutzerin. „Viel zu viele schimpfen über zu laute Sirenen. Ich möchte auch Danke sagen.“ Eine andere Nutzerin schreibt: „Das habe ich auch gehört und fand es echt klasse.“ Einer der Feuerwehrleute teilt mit: „Das mit den Heiligen ist so eine Sache. Dennoch tut es gut, dass unserer freiwillige Tätigkeit so eine Anerkennung erfährt. Danke!“

Martin Papke: Mutter Teresa, der Heilige Martin und die Feuerwehr

Martin Papke war ein bisschen überrascht, dass seine Kolumne so gut angekommen ist. „Aber es hat mich natürlich gefreut, besonders für die Feuerwehrleute“, sagte der Gemeindereferent, der einen katholischen Jugendclub an der Jüdenstraße leitet. Der Vergleich zwischen Feuerwehrleuten und Heiligen sei für Martin Papke naheliegend. Sich für andere einzusetzen und dabei sogar sein Leben zu riskieren, sei für ihn demnach gelebte Nächstenliebe. Wenn Mutter Teresa und der Heilige Martin Heilige sind, dann seien Feuerwehrleute für Papke die modernen Heiligen.

Darüber hinaus lobte er die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr. „Die Internet-Seite ist sehr modern“, sagte Papke. Tatsächlich hat die Facebook-Seite der Feuerwehr Weißenfels fast 10 000 Fans. Zum Vergleich: Die Seite von MZ Weißenfels hat etwa 13 500 Fans. Bei einem deutschlandweiten Vergleich aller Wehren belegte die Internetseite der Weißenfelser den elften Platz. Einer der Nutzer schrieb nun auf der Seite: „Bitte werdet nie müde, anderen zu helfen.“ Und die Feuerwehr Weißenfels antwortete: „Keine Sorge, das wird nicht passieren.“ (mz)