Fußballtrainer und Sozialpädagoge

Dieser Weißenfelser ist auch ein „Kummerkasten“

Der 39-Jährige ist in Weißenfels Fußballtrainer und Sozialpädagoge. Worauf es im Job von Maik Zimmermann besonders ankommt.

Von Andreas Richter
Maik Zimmermann (stehend)  arbeitet als Sozialpädagoge in der Behindertenwerkstatt der Integra im ehemaligen E-Werk.
Maik Zimmermann (stehend) arbeitet als Sozialpädagoge in der Behindertenwerkstatt der Integra im ehemaligen E-Werk. (Foto: Peter Lisker)

Weissenfels - An diesem Wochenende geht es wieder los. Nach sieben Monaten treffen sich die Verbandsliga-Fußballer des SSC Weißenfels erstmals wieder zum Training. Allen voran Trainer Maik Zimmermann. „Wir freuen uns alle, dass es endlich wieder losgeht“, sagt der 39-Jährige. Aufbruchstimmung also bei den Kickern in der höchsten Spielklasse Sachsen-Anhalts.

Ein gutes Stück Normalität ist inzwischen auch in seinem Job eingekehrt: Maik Zimmermann ist Sozialarbeiter bei der gemeinnützigen Integra Weißenfelser Land GmbH. In der Behindertenwerkstatt im ehemaligen Elektrizitätswerk sind mittlerweile fast alle wieder da. Auch jene, die in einem Wohnheim der Integra leben und bis Anfang Mai auf ihre zweite Corona-Impfung warten mussten. In der Werkstatt ist Maik Zimmermann so etwas wie der „Kummerkasten“, nimmt sich als Sozialpädagoge der vielen kleinen Sorgen und Nöte der rund 50 Mitarbeiter an.

„Ich wollte unbedingt zurück in die Region“

Dabei ging sein Lebensweg zunächst in eine andere Richtung. Aufgewachsen in Uichteritz, zog es den Fußballer, der beim Halleschen FC und bei Dessau 05 aktiv war, in den Süden der Republik. In Baden-Württemberg arbeitete er von 2003 bis 2009 als Polizist. „Doch ich wollte unbedingt zurück in die Region. Als Polizist war das kaum möglich“, erzählt Zimmermann. Und so ging er einen „gewagten Schritt“, wie er selbst sagt. Gab seinen sicheren Beamtenstatus auf und kam wieder in den Süden Sachsen-Anhalts. An der Hochschule in Merseburg studierte Zimmermann, der jetzt in Roßbach an der Hasse lebt, Sozialpädagogik, hatte parallel dazu noch eine eigene Fußballschule.

Nach dem Studium ging er zur Integra, einem in der Region stark vernetzten Träger der Jugend- und Behindertenhilfe. Nach den ersten Erfahrungen als Elternzeitvertretung in zwei anderen Betriebsteilen landete Zimmermann schließlich im ehemaligen E-Werk in der Neustadt, wo 2015 eine Behindertenwerkstatt der Integra eröffnet wurde.

Kontaktpflege zu auswärtigen Behinderten-Arbeitsplätzen

Die Liste seiner Aufgaben ist lang. Wenn Krisen und Konflikte nicht ausbleiben, ist sein pädagogisches Geschick gefragt. Er ist der Verbindungsmann zu Eltern, gesetzlichen Betreuern, Ärzten und Kostenträgern der Behindertenhilfe. Die Kontaktpflege zu auswärtigen Behinderten-Arbeitsplätzen wie etwa bei der Drakena oder dem Schornsteinhersteller Raab in Luckenau liegt ebenso auf seinem Tisch wie die Organisation von Freizeitangeboten. Gerade bereitet er ein Sommerfest für die Beschäftigten der Werkstatt vor, das im Juli steigen soll.

Und nach der Arbeit ruft für den verheirateten Vater zweier Söhne noch der Fußball. Nicht nur als Coach des SSC Weißenfels. Als Stützpunkttrainer des DFB sichtet er die besten Talente aus der Region. Und die Fußball-EM? „Ich hab’ bei Deutschland ein gutes Gefühl, auch wenn die Gruppe hammerhart ist.“ (mz)