Wilhelm Schmied

Wilhelm Schmied: Verein ersteigert erstmals ein Bild des Malers

Sangerhausen - Als sich langsam die schwere Folie vom Rahmen löst und den Blick freigibt auf qualmende Essen, rote Glut und eine alte Kupferhütte, zeichnet sich ein Lächeln auf dem Gesicht von Iris Ziegler ab. Die Vorsitzende des Wilhelm-Schmied-Vereins ist voller Besitzerstolz. Zum ersten Mal seit seiner Gründung hat der Verein jetzt nämlich ein Gemälde des Sangerhäuser Malers ersteigert. „Das erste Bild, das nicht nur als Leihgabe bei uns bleibt“, erklärt Ziegler und blickt auf das die „Mansfelder August Bebel-Hütte“, die zurzeit auch im Kunstschaufenster in der Kylischen Straße ausgestellt ...

Von Lucas Wölbing

Als sich langsam die schwere Folie vom Rahmen löst und den Blick freigibt auf qualmende Essen, rote Glut und eine alte Kupferhütte, zeichnet sich ein Lächeln auf dem Gesicht von Iris Ziegler ab. Die Vorsitzende des Wilhelm-Schmied-Vereins ist voller Besitzerstolz. Zum ersten Mal seit seiner Gründung hat der Verein jetzt nämlich ein Gemälde des Sangerhäuser Malers ersteigert. „Das erste Bild, das nicht nur als Leihgabe bei uns bleibt“, erklärt Ziegler und blickt auf das die „Mansfelder August Bebel-Hütte“, die zurzeit auch im Kunstschaufenster in der Kylischen Straße ausgestellt wird.

900 Euro für Gemälde

900 Euro hat sich der Schmied-Verein die Neuerwerbung kosten lassen. Mehr weiß Ziegler über die Auktion nicht. Alles war geheim und geschah nur über den Postweg. „Ich kann nicht einmal sagen, ob es andere Bieter gab. Dabei wäre ich schon neugierig gewesen, wie ein echter Schmied gehandelt wird“, bedauert sie.

Doch auf Auktionen werden die Werke des Sangerhäusers nur selten angeboten. Der 1984 Verstorbene arbeitete nämlich vorwiegend im Auftrag des DDR-Staates, nach der Wiedervereinigung ist die Bundesrepublik offizieller Besitzer seiner Werke, die Gemälde schlummern meist in den Depots, die das Finanzministerium verwaltet.

„Das Bild der Bebel-Hütte hatten wir bereits als Leihgabe“, berichtet Ziegler. „Doch vor einigen Monaten kündigte uns das Ministerium den Leihvertrag. Einzige Möglichkeit, uns das Werk zu sichern, war die Ersteigerung.“ Doch die 850 Euro für das Mindestgebot fehlten dem Verein. Die Sparkasse Mansfeld-Südharz half durch eine Spende aus. „Und vielleicht können wir mit der Sparkasse sogar bald eine gemeinsame Ausstellung in Angriff nehmen“, hofft Ziegler.

120 Bilder sollen existieren

Die Suche nach den Werken von Wilhelm Schmied wird für die Wickeröderin immer wieder zur Herausforderung. Etwa 120 Bilder des DDR-Künstlers sollen in Deutschland noch existieren. Diese sind jedenfalls dokumentiert. Doch es soll auch verschollene Werke geben. Solche, die vielleicht im Privatbesitz sind oder in Archiven vergessen wurden. „Das Internet ist keine große Hilfe bei der Suche“, meint die Vereinschefin, die ständig den Kontakt zu Museen sucht, um dort nachzuhaken.

Erst neulich kam ihr wieder der Zufall zur Hilfe. Eine Frau aus Hackpfüffel habe in einem Hotel in Bad Blankenburg ein Gemälde Schmieds entdeckt: „Die Eishockeyspieler“ heißt es. „Das können wir uns dort bald ausleihen“, kündigt Iris Ziegler an. Im Kunstschaufenster stehen bereits andere Sportbilder des Sangerhäusers. Unter anderem ein Fußballer vom HFC, den Schmied 1971 gemalt hat. Irgendwo in Deutschland existiert auch noch ein „Rallye-Fahrer“, weiß die Sangerhäuser Schmied-Schülerin Eva-Maria Müller.

Der Schmied-Verein wird darum weiter nach potenziellen Leihgaben suchen. Ob es weiter Erwerbungen geben wird, bleibt allerdings eine Frage der Finanzen, erklärt Ziegler. (mz)