Stadtbad Sangerhausen

Stadtbad Sangerhausen: Denkmalschützer fordert behutsame Sanierung

Sangerhausen - Die Mitglieder des Sangerhäuser Geschichtsvereins melden sich in der Diskussion um die geplante Sanierung des Stadtbads zu Wort. In einem Brief an Oberbürgermeister Sven Strauß (SPD) setzen sie sich für eine behutsame Sanierung der fast 90 Jahre alten Anlage ...

Von Frank Schedwill
Eingang Stadtbad

Die Mitglieder des Sangerhäuser Geschichtsvereins melden sich in der Diskussion um die geplante Sanierung des Stadtbads zu Wort. In einem Brief an Oberbürgermeister Sven Strauß (SPD) setzen sie sich für eine behutsame Sanierung der fast 90 Jahre alten Anlage ein.

Weitere Adressaten sind der Ratsvorsitzende, die Fraktionschefs im Stadtrat, die Bädergesellschaft und die Denkmalschutzbehörden. Der Vereinsvorsitzende Helmut Loth schreibt in dem Brief, der der MZ vorliegt: „Immerhin stammt das 1930 eröffnete Freibad aus der Zeit des Neuen Bauens und ist nach wie vor stadtbildprägend.“

Baudenkmal als Standortvorteil

Es dokumentiere bis heute exemplarisch Ideen und Formensprache dieser Stilepoche. Dadurch besitze das Bad den Status eines Baudenkmals von hoher öffentlicher Bedeutung und einen überregionalen Stellenwert innerhalb der Denkmallandschaft Sachsen-Anhalts.

Sangerhausen habe die einzigartige Chance, ein „historisches denkmalgeschütztes Bad nach behutsamer Modernisierung werbewirksam zu vermarkten“. Die Bewahrung des „Baudenkmals Stadtbad“ einschließlich des dazugehörenden großen Schwimmbeckens könnte sich für die Stadt als großer Wurf erweisen.

Die Stadt sollte auch alle Möglichkeiten weiterer Förderung nutzen, um eine zukunftsorientierte Perspektive zu entwickeln, fordert der Verein.

Erneuerbare Energien einsetzen

Dessen Mitglieder haben selbst Vorschläge erarbeitet, wie die Anlage modernisiert werden sollte: Neben dem Erhalt des 1.700 Quadratmeter großen Beckens, plädiert der Verein dafür, alternative Energieträger für das Bad zu nutzen.

Für das Haupthaus mit den Umkleidebereichen sollte ein Konzept entwickelt werden. So fehle derzeit ein Wickelraum für Babys. Um die Attraktivität zu steigern, plädiert der Verein dafür, eine Rutsche zu errichten.

„Auch das äußere Umfeld ist dringend entwicklungsbedürftig“, so Loth. Er spricht dabei insbesondere die fehlenden Parkplätze an.

Am Mittwoch, 14. August, wollen die Mitglieder des Bau- und Sanierungsausschusses über die mit 3,6 Millionen Euro geplante Sanierung beraten. Dabei soll eine Prioritätenliste als Grundlage für die Planung erstellt werden. Die öffentliche Sitzung beginnt 17 Uhr im Neuen Rathaus. (mz)