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Pünktlich zur EM: Kurt Zielkes Schaufenster ist wieder ein echter Hingucker

Von Ralf Kandel
Kurt Zielke vor den  Schaufenstern in seinem Haus in Breitenstein
Kurt Zielke vor den Schaufenstern in seinem Haus in Breitenstein (Foto: Ralf Kandel)

Breitenstein - Bärbel und Kurt Zielke haben sich ein kleines Stückchen Paradies geschaffen. Das erkennt jeder sofort, der an dem Haus des Ehepaares in Breitenstein vorbeikommt. Alles ist aufgeräumt, sieht schmuck und perfekt aus. Was ebenfalls sofort in den Blick fällt sind die dekorierten Schaufenster im Gebäude. Trikots, Bücher, Zeitschriften, Bälle, ein Spielplan - alles weist auf die gegenwärtig laufende Fußball-Europameisterschaft hin. „Das mache ich immer. Ich schmücke, wenn so was ist. Egal ob es Europameisterschaften, Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften sind. Und wenn mal nichts ist, stellen wir Blumen rein“, sagt der 80-jährige Kurt Zielke. Und fügt hinzu: „Ich sehe schon zu, dass alles auf dem aktuellen Stand ist. Jetzt trage ich jeden Tag die Ergebnisse in den großen Spielplan ein.“

Wehmütiger Blick zurück

Im Gespräch mit dem MZ-Reporter blickt der 80-Jährige, der in Stendal geboren wurde und den es wegen des Bergarbeiter-Berufes hier in die Region verschlug, zurück: „Erst war ich in Sangerhausen auf dem Schacht. Da habe ich 1966 den Karnevalverein mitbegründet“, erzählt er. Und davon, dass er seine Frau bei einer Veranstaltung aus dem „Kusskäfig“ geholt hat und sie zwei Jahre später geheiratet hat. „1968 haben wir dann die Gaststätte ‚Tannengarten‘ hier übernommen und ihn bis 88 geführt.“

Später machte das Ehepaar dann den Laden im Stadtweg in Breitenstein auf. „Der ist gelaufen, wir hatten Kundschaft ohne Ende. Wenn wir um 15 Uhr aufgemacht haben, standen die Leute Schlange. Bis ich 70 war haben wir das Geschäft geführt, dann war Schluss. Wir dachten, wir finden einen Nachfolger, aber daraus ist nichts geworden“, klingt Kurt Zielke schon ein wenig traurig. „Jetzt wohnen hier noch 400 Menschen. Vor zehn Jahren waren es noch 560 Einwohner. Zu DDR-Zeiten hatten wir dazu oft noch 800 Urlauber im Ort. “

Viel lieber spricht der Breitensteiner über sein Hobby, also den Sport. „20 Jahre hab ich Tischtennis in Stolberg und Breitenstein gespielt. Für Fußball hab ich mich auch interessiert. Der FC Magdeburg war fünf Jahre zum Trainingslager bei uns im Tannengarten. Die haben uns dann auch mal zu Spielen nach Magdeburg eingeladen“, sagt er. Und davon, dass er, so oft es ging, die Sportschau gesehen hat und Fan von Bayern München ist.

Dekoration des Schaufensters ist noch nicht abgeschlossen

Jetzt aber gilt sein Interesse der Europameisterschaft und eben vor allem auch den Schaufenstern. „Die kommen bei den Spaziergängern an. Die Leute bleiben stehen, man kommt mit ihnen ins Gespräch. Man hat mich schon vor ein paar Wochen gefragt, ob es diesmal wieder ein gestaltetes Schaufenster gibt. Dann haben wir alles noch mal richtig geputzt und alles dekoriert“, so Zielke.

Dann spricht er davon, dass bei der Dekoration noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. „Wenn ich was Interessantes entdecke und mir denke, das könnte ins Schaufenster passen, schlage ich zu. Das Angebot an solchen Sachen ist jetzt auch ziemlich toll. Überall gibts da was zu entdecken. “ Ein ganz besonders Trikot darf natürlich nicht fehlen. „Die 13, die da hängt, das ist das Trikot von Michael Ballack. Der hat mir gefallen“, sagt Kurt Zielke.

Und wie ist es nun, schaut er sich jetzt auch jedes EM-Fußballspiel im Fernsehen an: Der 80-Jährige lacht. „Ach wo, da bin ich locker. Die Spiele von unserer Mannschaft lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Manchmal auch ein anders Spiel. Aber ich will meine Frau ja nicht ganz und gar verärgern, sie will ja auch mal am Abend in Ruhe ihre Filme von Rosamunde Pilcher schauen.“ Und eins ist auch klar. Für Kurt Zielke ist vor der EM auch nach der EM. Wenn die Europameisterschaft vorbei ist, gilt es, das Schaufenster frisch und neu zu dekorieren. „Dann sind die Olympischen Spiele dran“, verspricht der Breitensteiner den Passanten, die am Haus der Familie im Stadtweg vorbeischlendern, den nächsten Hingucker. (mz)