Mehr Flexibiltät beim Einsatz

Neues Fahrzeug bringt „frischen Schwung“ in die Feuerwehr Lodersleben

Bei der Feuerwehr Lodersleben tut sich einiges: Der fast 40 Jahre alte Barkas wurde gegen ein neues Fahrzeug getauscht, und ein Förderverein wird sich gründen.

Von Anke Losack
Feuerwehrleute der Ortswehr Lodersleben vor ihrem neuen Fahrzeug.
Feuerwehrleute der Ortswehr Lodersleben vor ihrem neuen Fahrzeug. Fotos: Anke Losack

Lodersleben/MZ - Auf dem Hof von Loderslebens Ortsbürgermeister Horst Fabich steht ein Feuerwehrauto. Der Barkas B 1.000, Baujahr 1983, ist bei ihm zwischengeparkt. Die Ortsfeuerwehr hat nämlich seit kurzem keinen Platz mehr dafür in der Feuerwehrgarage. Das ist dem glücklichen Umstand geschuldet, dass die Freiwillige Feuerwehr Lodersleben ein nagelneues Fahrzeug, einen sogenannten Vorausrüstwagen, bekommen hat.

Mehr Flexibiltät beim Einsatz: Feuerwehr Lodersleben bekommt neues Fahrzeug

Der fast 40 Jahre alte Barkas, der für Generationen von Feuerwehrleuten in Lodersleben gute Dienste geleistet hat, wurde offiziell außer Dienst gestellt und gegen einen neuen Renault Master ausgetauscht. Aufgrund des Alters und der gestiegenen Ansprüche an die Feuerwehren, was insbesondere die technische Hilfeleistung betreffe, sei das bisherige Fahrzeug für den Einsatzdienst zunehmend ungeeignet gewesen, sagte Querfurts Bürgermeister Andreas Nette (parteilos) im Rahmen der Übergabe. Die Stadt und auch der Stadtrat kamen dem Wunsch der Wehr nach einem neuen Auto nach.

Erst sollte es ein Mannschaftstransportwagen werden, aber in Abstimmung mit dem Stadtwehrleiter Enrico Zeugner und den Loderslebener Feuerwehrleuten entschied man sich dann, den vom Renault-Autohaus Querfurt angebotenen Transporter zu einem Vorausrüstwagen umbauen zu lassen. „Um der Feuerwehr zusätzlich Flexibilität im Einsatz zu ermöglichen, mit dem Schwerpunkt technische Hilfeleistung“, begründete Querfurts Bürgermeister.

Neue Fahrzeug ist eine Aufwertung des Ehrenamtes der Freiwilligen Feuerwehr Lodersleben dar

Das Fahrzeug, inklusive Umbau, Ausstattung und Beschriftung, hat rund 46.000 Euro gekostet. Es bietet Platz für sechs Kameraden und ist laut Nette mit einem hydraulischen Rettungsgerät, Motorsäge und -trennschleifer, Geräten zur Technischen Hilfeleistung und Verkehrsabsicherung, Sprechfunkgeräten sowie einer Außenumfeldbeleuchtung ausgestattet. „Es ist ein sehr schönes Fahrzeug“, meinte Ortswehrleiter Wolfgang Heinicke.

Er erklärte, dass es zum Beispiel in Verbindung mit den beiden Hängern der Wehr auch zur Beseitigung von Ölspuren und mit der fahrbaren Haspel, auf der sich 240 Meter B-Schlauch befinden, bei Bränden eingesetzt werden kann. Das neue Fahrzeug stelle eine Aufwertung des Ehrenamtes der Freiwilligen Feuerwehr Lodersleben dar, „aber vor allem dient es auch den Bürgern, denn es erhöht ihren Schutz“, sagte der Querfurter Bürgermeister.

Ehepaar aus Thüringen sind Feuerwehr in Lodersleben beigetreten

Großer Dank wurde den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten entgegengebracht. Das Fahrzeug bringe „frischen Schwung“ in die Arbeit der Kameraden, meinte Ortsbürgermeister Horst Fabich und erklärte, dass es seit ein paar Monaten auch eine Frau in der Loderslebener Wehr, die 13 Einsatzkräfte und zwei Ehrenmitglieder hat, gibt. Das Ehepaar David und Maria Marhold, beide 33 Jahre alt und von Beruf Rechtsanwälte, ist vor gut einem Jahr aus Thüringen nach Lodersleben gezogen. „Ich freue mich, dass sie ihren Lebensmittelpunkt hier gefunden haben und in die Feuerwehr eingetreten sind“, sagte Horst Fabich.

Die neuen Mitglieder Maria und David Marhold wurden von Ortsbürgermeister Horst Fabich vorgestellt.
Die neuen Mitglieder Maria und David Marhold wurden von Ortsbürgermeister Horst Fabich vorgestellt.
(Foto: Anke Losack)

Mit dem Umzug nach Loderleben habe für sie schon festgestanden, dass sie sich bei der Feuerwehr im Ort einbringen möchten. „Ich habe schon einige Autounfälle erlebt, war bei einigen Ersthelfer, und da wünscht man sich, dass schnellstmöglich jemand da ist mit dem nötigen Gerät“, sagte David Marhold, der vor vielen Jahren mal in einer Jugendfeuerwehr war.

Weil er und seine Frau meist nicht lange an einem Ort gelebt haben, habe es sich nie gelohnt, in der Feuerwehr aktiv zu werden. In Lodersleben ist das nun anders. Die Marholds werden voraussichtlich im Herbst - sofern Corona es zulässt - an der Truppmannausbildung, dem ersten Ausbildungsabschnitt bei Feuerwehren, teilnehmen. Außerdem werden sie, wie die anderen Feuerwehrleute des Ortes auch, Mitglieder im Förderverein der Loderslebener Wehr. Dieser neue Verein wird an diesem Freitag, 9. Juli, gegründet.