Gemeinde will helfen

Gartenverein Farnstädt weiß nicht, wie er sehr teure Wasserrechnung zahlen soll

Der Kleingartenverein Farnstädt hat eine hohe Wasserabrechnung erhalten. Die kann er allein nicht stemmen. Gemeinderat sagt finanzielle Unterstützung zu.

Von Anke Losack 19.12.2021, 10:45
Wasseruhr
Wasseruhr imago images/avanti

Farnstädt/MZ - Der Schreck war groß als der Vorstand vom Kleingartenverein „Fortschritt“ Farnstädt die diesjährige Wasserabrechnung bekam. Statt der rund 300 Kubikmeter, die normalerweise in der Anlage verbraucht werden, standen diesmal über 1.100 Kubikmeter zu Buche. Etwas mehr als 3.000 Euro soll der Kleingartenverein bezahlen.

„Das ist kein Pappenstiel für einen kleinen Verein“, meinte Farnstädts Bürgermeister Frank Mylich (parteilos) in der Sitzung des Gemeinderates. Dem Gremium lag ein schriftlicher Antrag des Kleingartenvereins vor. Darin bat dieser um finanzielle Unterstützung und berichtete ebenfalls über die Gründe, die zu dieser Misere geführt haben. „Die Leitungen in der Anlage sind mehr als marode. Es hat Rohrbrüche gegeben und diese wurden nicht bemerkt“, erklärte der Bürgermeister den Räten.

Der größte Rohrbruch sei seinen Worten nach wahrscheinlich dabei entstanden, als ein großer Baum entfernt wurde. Die Tanne befand sich am Parkplatz der Kleingartenanlage, neben dem wiederum ein öffentlicher Spielplatz ist. „Der Baum wurde weggemacht, weil er eine Gefahrenquelle für die Anlage und die Benutzer des Spielplatzes darstellte“, sagte Mylich. Bei der Beseitigung des Baumes sind ihm zufolge offenbar Leitungen, die nicht sehr tief im Boden waren, von Wurzeln beschädigt worden.

Wie es vom Vorstand heißt, hat ein Mitarbeiter des Wasserversorgers Midewa in der Anlage die Fehlstellen aufgezeigt, die dazu geführt haben, dass dem Verein rund 800 Kubikmeter mehr als sonst in Rechnung gestellt wurden. „Wir als kleiner Verein können die Kosten nicht stemmen“, sagt ein Vorstandsmitglied, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Unser kleiner Verein kämpft ja wirklich auch darum, dass wir weiterhin bestehen.“ Darum sei umgehend nach Lösungen gesucht worden.

„Ich schlage dem Rat vor, dass wir hier mit einspringen“, meinte Mylich zu den Gemeinderäten. Ihm sei nicht bekannt, dass der Verein in den vergangenen zehn Jahren Anträge auf finanzielle Zuwendungen bei der Gemeinde gestellt hat. Zum Vorschlag des Bürgermeisters gab es von den Räten kein Veto. Mylich erklärte, dass der Verein die Kosten für die normale Jahresleistung von rund 300 Kubikmetern tragen wird. Vielleicht könnten sich für die übrige Summe auch noch andere Möglichkeiten auftun, ergänzte er und gab an, sich darum bemühen zu wollen. „Wir werden sehen, was am Ende die Gemeinde bezahlt.“

Es wird doch nicht bei dem einen Betrag bleiben, die Leitungen müssten ja dann auch noch instand gesetzt werden, merkte Gemeinderätin Nana Jablonski (AfD) an. „Richtig“, entgegnete der Bürgermeister, „aber da hat der Verein wohl schon Ideen. Es geht jetzt erstmal um das akute Problem.“ Und es scheint zumindest so, dass dieses erst einmal gelöst werden kann.