Debatte um Bühne auf dem Bleichplatz

Anwohner in Obhausen wollen keinen „Betonklotz“ für Dorffest

Von Anke Losack
Auf dem Bleichplatz von Obhausen soll eine Betonfläche für eine Bühne gebaut werden. Anwohner gefällt das garnicht.
Auf dem Bleichplatz von Obhausen soll eine Betonfläche für eine Bühne gebaut werden. Anwohner gefällt das garnicht. (Peter Wölk)

Obhausen/MZ - Als Bauhofmitarbeiter im Beisein von Gemeinderäten vergangene Woche auf dem Bleichplatz von Obhausen Flächen absteckten, fragten Anwohner nach, was das bedeutet. Sie erfuhren, dass geprüft wird, ob auf der Grünfläche, auf der der Heimatverein das Dorffest, die sogenannte „Bleiche“, feiert, eine Betonfläche als Bühne gebaut werden kann. Von dem Vorhaben sind einige Anwohner gar nicht begeistert. Es regte sich Widerstand.

Anwohner gegen „Betonklotz“: Rat will Varianten prüfen

„Ein Betonklotz mitten im Dorf, das ist Wahnsinn. Das verschandelt die ganze Ansicht“, echauffierte sich einer der knapp ein Dutzend Anwohner, die am Mittwoch in der Gemeinderatssitzung waren. Außerdem bekomme die Linde, die um die 100 Jahre alt sei, noch weniger Wasser, meinte eine Obhäuserin und kritisierte die geplante Versiegelung. Zudem würden nicht viele Veranstaltungen dort durchgeführt und Ausweichplätze gäbe es auch. Die anwesenden Anwohner wollten vor allem wissen, warum die Betonbühne gebaut werden soll.

Wie Bürgermeisterin Dagmar Nicodemus (parteilos) und Gemeinderäte erklärten, ist der Hintergrund der Überlegung, die sogar schon in einen Beschluss des Rates mündete, künftig die Kosten für das Ausleihen einer Bühne sparen zu wollen. Die Anwohner wurden dahingehend beruhigt, dass bei dem Vor-Ort-Termin lediglich die Größe - es handelt sich um rund 60 Quadratmeter - und die Richtung grob abgesteckt worden seien, um zu sehen, wo die Bühne hingebaut werden könnte.

Transparenz bemängelt

Den Begriff „Betonklotz“ hielten Gemeinderätin Karola Rebs und andere Mitglieder für zu extrem. Außerdem erklärte Kay Kuczkowiak, dass aufgrund des natürlichen Gefälles des Bleichplatzes die Bühne im oberen Bereich etwa 20 und im unteren etwa 40 Zentimeter aus dem Boden ragen würde. Seiner Meinung nach verschandele das die Ansicht nicht. Sei es drum: Der Gemeinderat will das Thema noch einmal auf den Prüfstand stellen. Alternativen wie eine transportable Bühne und eine nicht-versiegelte Fläche wurden ins Spiel gebracht. Unter anderem soll die Kostenfrage näher beleuchtet werden.

Einige Gemeinderäte fanden es positiv, dass sich Einwohner in die Sitzung einbrachten - sonst ist nämlich nicht so viel Publikum da. Man sagte den Anwesenden aber auch, dass sie schon eher zu einer der Sitzungen hätten kommen können, denn das Thema Bühne sei schon vor einem Jahr im Gespräch gewesen. Wenn das auf einer Bekanntmachung zur Sitzung explizit gestanden hätte, wäre er da gewesen, meinte ein Anwohner. Ratsmitglied Joachim Behrendt nahm diese Debatte zum Anlass, um die Transparenz zu bemängeln: „Man muss mal die Arbeit des Gemeinderates und der Ausschüsse untersuchen.“ In dieser Legislaturperiode habe beispielsweise der Bauausschuss nur in Arbeitsberatungen getagt. Eine öffentliche Sitzung habe es nicht gegeben.