Lkw wird von Regionalzug erfasst

WERNIGERODE/MZ. - Allein seiner Geistesgegenwart ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass ein Lokführer einen schweren Unfall gestern leicht verletzt überstanden hat. Der Mann war um 10.46 Uhr mit seiner Regionalbahn auf der Bahnstrecke zwischen Ilsenburg und Wernigerode unterwegs, als es passierte: ein Lkw auf den Gleisen. Laut Polizei leitete der Triebwagenführer augenblicklich den Bremsvorgang ein, sprang dann aus der Fahrerkabine und lief nach hinten. Für ihn muss klar gewesen sein, dass er den Zusammenprall nicht verhindern ...

Von HOLGER HADINGA UND KERSTIN BEIER 28.01.2011, 17:50

Allein seiner Geistesgegenwart ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass ein Lokführer einen schweren Unfall gestern leicht verletzt überstanden hat. Der Mann war um 10.46 Uhr mit seiner Regionalbahn auf der Bahnstrecke zwischen Ilsenburg und Wernigerode unterwegs, als es passierte: ein Lkw auf den Gleisen. Laut Polizei leitete der Triebwagenführer augenblicklich den Bremsvorgang ein, sprang dann aus der Fahrerkabine und lief nach hinten. Für ihn muss klar gewesen sein, dass er den Zusammenprall nicht verhindern konnte.

Neben dem Lokführer sind laut Bahn zwei Reisende und außerdem ein 32-jähriger Mitarbeiter des Ordnungsamtes Wernigerode, der zu diesem Zeitpunkt mit Arbeiten auf der Ilsenburger Straße in Wernigerode beschäftigt war, leicht verletzt worden. Der Ordnungsamtsmitarbeiter ist nach Informationen eines Sprechers des Polizeirevieres Harz von dem außer Kontrolle geratenen Lkw erfasst worden. Wie der Sprecher mitteilte, hatte der 52-jährige Lkw-Fahrer am Bahnübergang das Rotlicht nicht beachtet und fuhr weiter. Ob die Halbschranken, mit denen die Gleisanlage versehen ist, geschlossen waren, dazu wollte sich die Polizei gestern noch nicht äußern. Dies werde noch genauer untersucht, hieß es auf Nachfrage. Der Laster zog einen über 7,5 Tonnen schweren Anhänger, auf dem sich Gussformen befanden, die in ein Gewerbegebiet gebracht werden sollten. Durch den Zusammenstoß und den schleudernden Anhänger sind zwei Autos, die hinter dem Lkw fuhren, beschädigt worden. An den Pkw entstand ein geschätzter Gesamtschaden von rund 7 000 Euro. Den Schaden am Brummi samt Anhänger gibt die Polizei mit 10 000 Euro an.

Schwer beschädigt wurden auch der Zug und die Bahnanlagen: Nach ersten Schätzungen schlagen hier rund 400 000 Euro zu Buche.

Dass die Ampel defekt gewesen sein könnte, schließt die Bahn aus. "Die Signalanlage war in Ordnung", so Änne Kliem, Pressesprecherin der Deutschen Bahn in Leipzig. Die Auswirkungen auf den Bahnverkehr waren erheblich. Neun Züge sind zwischen 10.52 Uhr und 14.15 Uhr ausgefallen, laut Harz-Elbe-Express und Bahn konnten die Reisenden auf Busse umsteigen. Die Ilsenburger Straße war wegen der Ermittlungs- und Aufräumarbeiten stundenlang gesperrt, erst gegen 16.30 Uhr konnte sie wieder freigegeben werden. Kommentar Seite 8